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Kostprobe Rumex obtusifolius und sanguineus

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abeja
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Kostprobe Rumex obtusifolius und sanguineus

Beitrag von abeja » 31.05.2020, 01:36

Hallo,
es gab kürzlich eine Anfrage zu Ampfer dort vermutlich R. thyrsiflorus.
Darin schrieb ich etwas über Rumex obtusifolius, einmal roh hineingebissen und nicht weiter über die Verzehrmöglichkeit nachgedacht, weil er erschien mir (das war, glaube ich, im Sommer) zu harsch, zu kräftig im Geschmack. Soweit ich mich erinnere, habe ich auch mal ein Blatt von Rumex sanguineus "getestet" mit dem gleichen Ergebnis.

Gestern aber bin ich an Stellen vorbei gekommen (im Wald, Rand von Waldwegen) wo sowohl der Stumpfblättrige Ampfer als auch der Hain-Ampfer in relativ großen Mengen wuchs und die Blätter erschienen mir noch weich und zart zu sein. Ein rohe Kostprobe (nur gekaut) war zwar kräftig im Geschmack, aber nicht wirklich bitter und mit einer minimalen Säure.
Ich habe dann zwei Handvoll geerntet, das waren ungefähr 50 gr.

Zuhause habe ich die Blätter sicherheitshalber blanchiert (ein paar Minuten) und das Kochwasser weggegossen (wegen des hohen Oxalsäuregehaltes, Oxalsäure ist wasserlöslich). (Ein bisschen Kochwasser verblieb im Topf, das hat sich später deutlich bräunlich verfärbt).
Um den Geschmack zu testen habe ich auf viel Gewürz und auch auf Zwiebeln, Knoblauch o.ä. verzichtet und nur die kleingeschnitten grünen Blätter mit ein paar Kartoffeln (in kleinen Stücken) in Olivenöl angeschwitzt und dann mit Wasser abgelöscht und gekocht, nur mit etwas Salz gewürzt.
Die schöne grüne Farbe verliert sich rasch, sieht dann von der Farbe eher aus wie Grünkohl. Das Ganze schrie optisch nach Pürierstab.
Der dunkle Brei ist frisch püriert, der Geschmack war durchaus kräftig, aber nicht unangenehm.

Mit Sahne und etwas mehr Wasser war es aber deutlich besser, eine winzige "saure Spitze" war auch vorhanden.
Die "Croutons" obenauf sind übrigens Resteverwertung von Buchweizenpfannekuchen, das "Schwarze" darin sind nicht etwa Oliven sondern vorjährige, blanchiert eingefrorene Riesenporlingsstücke (die werden schwarz) - in kleinen Stücken scharf angebraten mit etwas Sojasauce abgelöscht und dann in den Pfannekuchenteig eingebacken.

Das war dann insgesamt nicht schlecht mit diesen noch zarten Blättern und auch gut verträglich.
Rumex obtusifolius + sanguineus + Kartoffeln püriert_05-2020.jpg
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Rumex obtusifolius + sanguineus + Kartoffeln + Sahne_püriert_05-2020.jpg
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Viele Grüße von abeja

AndreasG.
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Re: Kostprobe Rumex obtusifolius und sanguineus

Beitrag von AndreasG. » 01.06.2020, 13:43

Ich habe Sauerampfer hin und wieder als Kind gekostet. Der kommt ja überall wild vor und das hat wohl jeder schon mal probiert. Das war damals aber eher zur Belustigung, als ein ernsthafter kulinarischer Versuch. Auf die Idee, damit zu kochen, würde ich vermutlich nicht kommen.

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abeja
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Re: Kostprobe Rumex obtusifolius und sanguineus

Beitrag von abeja » 01.06.2020, 18:56

Meine Schwiegereltern haben zum Zwecke des Verzehrs sogar mal Sauerampfer, bzw. "sauren Ampfer" (ich bin nicht sicher, welche Art es war) im Garten gehabt.
Hier das waren aber andere Arten (nur wenig sauer, eigentlich kaum sauer) ... solche Arten, die die Kühe auf der Weide stehenlassen, Das schmeckt ihnen nicht, bzw. sie haben eine natürliche Abneigung.
Wobei man ja bedenken muss, dass eine Kuh sich ja nur von Grünzeug ernährt und da dann das "süße" bevorzugt (hörte ich auch in den Tropen, dass manches Grünzeug stehengelassen wird und nur im Notfall "gemampft" wird). Kühe kochen ja auch nichts ab und strecken nicht mit Kartoffeln und Sahne 8-)
Viele Grüße von abeja

Naturmensch123
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Re: Kostprobe Rumex obtusifolius und sanguineus

Beitrag von Naturmensch123 » 13.07.2020, 19:22

Sieht auf jeden Fall schonmal interessant aus. Ich koche auch sehr gerne und probiere auch sehr gerne neue Sachen aus. Würdest du das an sich denn empfehlen? (Eventuell wie du schon beschrieben hast mit einigen kleinen Änderungen wie Sahne o.Ä.? :)
Wäre gespannt auf deine Meinung.

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