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"Viviparie" bei Kamille?

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Tina
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"Viviparie" bei Kamille?

Beitrag von Tina » 07.10.2019, 16:49

Hallo,

noch nie habe ich an der Pflanze keimende Samen bei Tripleurospermum inodorum gesehen.

Kommt das häufiger vor, wenn die Samen im Körbchen für längere Zeit Feuchtigkeit ausgesetzt sind? Wir hatten in den letzten 2 Wochen recht viel Regen.

Eine Zukunft haben diese Pflänzchen nicht, oder?

Daten: Deutschland, Niedersachsen, Rodenberg, 90 m, 5. Oktober 2019.

Grüße,
Tina.
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Tina
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Re: "Viviparie" bei Kamille?

Beitrag von Tina » 28.03.2020, 20:12

Hallo,

2606 Klicks hat dieser Beitrag?! (Wurde der irgendwo verlinkt oder wie kommt diese Zahl zustande?)

Umso bedauerlicher, das es bis jetzt keine Antwort gab.

Als Update kann ich immerhin noch sagen, dass all diese Keimlinge nicht lange überlebt haben - wie ja zu erwarten war.
Dafür hat sich die Kamille ansonsten grandios erfolgreich im Beet ausgesamt (nie wieder Kamille...). ;-)

Grüße,
Tina.

Garibaldi
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Re: "Viviparie" bei Kamille?

Beitrag von Garibaldi » 29.03.2020, 14:05

Hallo Tina
ich denke auch, dass die Samen einfach keimen, wenn sie längere Zeit der Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Sie haben ja genügend Nährstoffe zum Auskeimen und dann fangen sie an mit Photosynthese, brauchen aber den Bodenkontakt für die Aufnahme von Wasser und Nährsalzen, deswegen können sie auf der Mutterpflanze nicht heranwachsen.
Ich erinnere mich,dass ich mal einen Apfel gefunden habe mit keimenden Samen im Kerngehäuse. Gebe zu, der Apfel war nicht mehr taufrisch, ich vermute ein ähnliches Prinzip. Die Keimruhe wird aufgehoben durch einen Trigger (Feuchtigkeit).
Das habe ich noch gefunden: https://www.schmitzens-botanikseite.de/ ... vipar.html.
Echte Viviparie liegt dann vor, wenn die Samen auf der Mutterpflanze keimen, das scheint relativ selten zu sein im Pflanzenreich z.B. bei Mangroven.
Zitat aus wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Mangrove_(Baum)): "Die Mangrovenbäume aus der Familie der Rhizophoraceae verbreiten sich „lebendgebärend“ über bereits am Mutterbaum gekeimte Jungpflanzen (Viviparie). "
In Bezug auf die Kamille heißt das für mich, es liegt formal Viviparie lt. Definition vor, die aber so eigentlich nicht vorgesehen ist, die Pflanze verbreitet sich normalerweise auch nicht auf diesem Weg, eine Art "Echte Ausnahme-Viviparie".
Bei einheimischen Gräsern findet man dagegen häufiger die "unechte Viviparie", eine Form der vegetativen Vermehrung.
Interessantes Thema, allerdings weiß ich da zu wenig drüber und kann nur im Internet recherchieren.
VG
Oliver

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Tina
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Re: "Viviparie" bei Kamille?

Beitrag von Tina » 30.03.2020, 01:30

Hallo Oliver,

erstmal vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
Das mit dem Apfel ist auch klasse. Lag der schon einige Zeit draußen am Boden oder war das eine häusliche Beobachtung?

Ich würde mich freuen, wenn es weitere Antworten gibt zum Thema "ungewöhnliche/außerplanmäßige Keimung an der Mutterpflanze" - sooo selten kann das eigentlich nicht sein.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass meine Kamillen-Babies eine Überlebenschance gehabt hätten, wenn die Pflanze - wie sie es natürlicherweise aufgrund ihres Eigengewichtes anstrebte - überhängen dürfte. Dann hätten die verblühten Köpfchen Kontakt zum Boden bekommen können und wer weiß...

Grüße,
Tina.

Vroni
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Re: "Viviparie" bei Kamille?

Beitrag von Vroni » 30.03.2020, 19:09

Hallo zusammen

Ähnliches wie beim Apfel kann man auch mal mit Zitrone oder Tomate erleben...

LG
Vroni

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Anagallis
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Re: "Viviparie" bei Kamille?

Beitrag von Anagallis » 30.03.2020, 19:33

Im Aberrationen-Thema sind auch einige Viviparien drin. viewtopic.php?f=4&t=6965

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Tina
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Re: "Viviparie" bei Kamille?

Beitrag von Tina » 30.03.2020, 20:02

Hallo zusammen,

ich danke euch.
Vor Kurzem war auch in diesem Unterforum ein Beitrag zur Viviparie bei einer Orange:
viewtopic.php?f=4&t=42858

Tolle Sachen!

Grüße,
Tina.

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