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Musa Sikkimensis "Red Tiger" Einfluss des Rotfaktors

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Khalni Hydra
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Musa Sikkimensis "Red Tiger" Einfluss des Rotfaktors

Beitrag von Khalni Hydra » 07.10.2021, 13:48

Guten Tag,

Zur Zeit interessiert mich eine Frage besonders und zwar der Einfluss von Verfärbungen an Pflanzenorganen und deren Auswirkungen. So haben weiß-panaschierte Formen schlicht einen Mangel an Chlorphyll und wo dieses komplett ausbleibt, entstehen halt diese weißen Blattflächen. Da allerdings das Chlorophyll wichtig für die Photosynthese (Fotosysteme während der Lichtreaktion) ist, wirken diese Blattpartien mehr wie Ballast, der versorgt werden muss, statt wie ein produzierender Teil der Pflanze, weshalb panaschierte Formen nicht selten anfälliger sind und deutlich langsamer wachsen als ihre vollgrünen Ursprünge. So weit mein Verständnis (darf gerne berichtigt werden).

Doch wie ist es bei roten Partien? Bei der Musa Sikkimensis sind Teile der Blätter rötlich gefärbt, im Gegensatz zur nahezu vollgrünen Ursprungsart, wie wirkt sich dies auf das Wachstum, Winterhärte usw. aus? Kann eine Musa sikkimensis "red Tiger" trotz der Rotfärbung genauso schnell wachsen und groß werden wie die reguläre Musa sikkimensis?

Ich hoffe, dass mir jemand bei dieser speziellen Frage eine Antwort geben kann.

LG Khalni Hydra

jake001
Beiträge: 3927
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Re: Musa Sikkimensis "Red Tiger" Einfluss des Rotfaktors

Beitrag von jake001 » 07.10.2021, 15:54

Hi.

Ich erkläre hier mal recht vereinfacht ...
Anthocyane können noch weitere Lichtwellenlängen absorbieren, weshalb in Summe nur noch der rot erscheinende Teil des Spektrums übrig bleibt.
Es wird also sogar mehr Energie entnommen. Diese Energie ist teilweise sogar nützlich, wenn es sich um akzessorische Pigmente des Photosystems handelt.
Meist sind die Anthocyane aber in der Vakoule gespeichert und mögen dort andere Funktionen erfüllen. zB den Schutz vor zu viel Strahlung, als Antioxidant, ... Ob also der Einsatz der Produktion des Farbstoffes durch seinen Nutzen aufgewogen werden kann (der Pflaze Netto also Energie zum Wachstum verloren geht), kann nicht so pauschal beantwortet werden.

Gut ist schon einmal, dass du hier sehr nahe beieinander liegende System zu vergleichen versuchst. Ein Vergleich zwischen Blutbuchen und Efeu wäre hier aufgrund der verschiedenen Organismen sicher nicht aussagekräftig. Also ein Pluspunkt für dich für das "Studien"design.

Gruss

Khalni Hydra
Beiträge: 45
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Re: Musa Sikkimensis "Red Tiger" Einfluss des Rotfaktors

Beitrag von Khalni Hydra » 07.10.2021, 23:08

Moin Jake,

Danke für die Erklärung der möglichen Funktion der Anthocyane, die wohl diese Pigmentstreifen/Flecken erzeugen.

Tja, eig. käme es jetzt wohl auf einen Versuch an, ob die Red Tiger im Vergleich zur grünen Art Änderungen aufzeigt.
Allerdings wollte ich mich lediglich für eine Form entscheiden und zwar für die größere, allerdings sind die meisten Kultivare welche mit Rotverfärbungen und die grünen Formen haben selten in Kultur die Endgröße erreicht. Und dann ist ja noch zu berücksichtigen, ob die Red-Tiger nicht schlicht schon Anpassungen durch Züchtung/Selektion usw. erhalten hat, wodurch diese im kalten Norden die kälteren Temperaturen und das wenige Licht besser nutzen kann, was das Ergebnis ebenfalls verfälscht.

Tja, ich muss meine Suche nach einer größeren frostharten Alternative zur Basjoo wohl weiter fortsetzen, vielleicht erstell ich hier im Klatsch Forum auch noch einen eigenen Beitrag dazu oder finde einen.

LG Khalni Hydra

jake001
Beiträge: 3927
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Re: Musa Sikkimensis "Red Tiger" Einfluss des Rotfaktors

Beitrag von jake001 » 08.10.2021, 08:54

Na, eine Musa wirst du kaum wegen der Früchte bei uns aufziehen. Da kommt es auf die letzten 0.5% Assimilationsgewinn sicher nicht an. Also erfreu dich doch an den schönen Farbtupfern und nimm so eine auf Attraktivität selektierte Sorte.

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