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Wild aufgegangen 3

Bestimmungsanfragen von kultivierten oder exotischen Arten können hier gestellt werden.

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TIPP: Je mehr Detailbilder ihr von einer Pflanze zeigt, also zum Beispiel Gesamtaufnahme der Pflanze, Blatt + Blüte von oben und unten, Stängel unten + oben, Früchte oder weiteres, desto größer ist der Bestimmungserfolg und die Artansprache hier im Forum.
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Khalni Hydra
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Wild aufgegangen 3

Beitrag von Khalni Hydra » 10.06.2021, 20:48

Moin,

Alle guten Dinge sind 3, also auch nun wieder 3 potenzielle Kanditaten für mein Staudenbeet. Diesmal bin ich optimistischer.

Die Letzte hat sich auch sehr gewehrt, als ich sie berühren wollte.
Die ersten beiden Bilder sind die gleiche Pflanze.

Standort: Garten in WHV

LG Khalni Hydra
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botanix
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Re: Wild aufgegangen 3

Beitrag von botanix » 10.06.2021, 23:15

Hallo,
1+2 sind Crepis biennis
3+4 Epilobiun tetragonum agg.
5 Potentilla recta s.l.
6 Cirsium vulgare
Bei mir hätte nur Potentilla recta eine Anwartschaft auf einen Platz im Garten. Wer will schon Disteln und Weidenröschen. Crepis biennis, wenn du magst.
Aber du solltest dir schon im Klaren sein, in welche Richtung dein Garten gehen soll.
Gruß
Peter
PS: und übrigens sind es vier 😉 und trotz Garten noch Wildpflanzen.
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Anagallis
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Re: Wild aufgegangen 3

Beitrag von Anagallis » 10.06.2021, 23:22

botanix hat geschrieben:
10.06.2021, 23:15
3+4 Epilobiun tetragonum agg.
Das "agg." kann man weglassen. E. lamyi hat keine so dichte Blattzähnung. Könnte aber wie immer auch ein Hybrid sein. Das ist bei den beiden Arten sehr lästig, denn neben Übergangsformen der sowieso schon schlecht zu unterscheidenden Arten, bilden gibt es auch noch E. tetragonum x lamyi.
Wer will schon Disteln und Weidenröschen.
Ich; macht aber beides viel Arbeit durch die üppige Samenproduktion und die lange Blütezeit. Die Kratzdistel ist bei den Hummeln sehr beliebt. Sie erzeugt aber sehr viel und sehr stacheligen Nachwuchs, der nur mühsam zu jäten ist. Carduus nutans ist da pflegeleichter.

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Re: Wild aufgegangen 3

Beitrag von Khalni Hydra » 10.06.2021, 23:24

Moin Botanix,

Stimmt, es sind 4, wollte gerade korrigieren, aber egal.

Joa, Wiesen Pippau und die Distel fallen weg, da zweijährig. Tendenziell kann alles in die Staudenbeete bei mir, was entweder hübsch ausschaut, botanisch interessant ist oder ökologisch wertvoll ist oder alle 3 zusammen (Und es muss ausdauernd und winterhart sein). Die Potentilla erfüllt wahrscheinlich Punkt 1 und 3, während das Weidenrösschen mit seinen Millimeter Blütchen, die es so 4-5 bei riesiger Blattmasse trägt, leider noch uninteressanter als Rainkohl ausschaut.

Da es auch die anderen Punkte kaum erfüllt, werde ich es wohl nicht nehmen, außerdem habe ich schon Epilobium dodonaei und Epilobium angustifolium, also genug Weidenrösschen. Oder ist die Art selten?

Also immerhin diesmal eine Staude, das freut mich, ich bedanke mich.

LG Khalni Hydra

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Re: Wild aufgegangen 3

Beitrag von Anagallis » 10.06.2021, 23:26

Du hast E. dodonaei? Das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Wo liegt dieser Garten denn?

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Re: Wild aufgegangen 3

Beitrag von Khalni Hydra » 10.06.2021, 23:29

Moin Anagalis,

Nein, nein, als kleines Pflänzchen im Topf und gekauft, hier gibt es eigentlich nur noch ein anderes Weidenrösschen (wild), was ich auch mal zeigen kann, was so 200cm wird, aber auch sehr kleine Blüten trägt.

Und der Garten liegt in WHV, also weit weg von der Heimat von Epilobium dodonaei.

LG Khalni Hydra

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Re: Wild aufgegangen 3

Beitrag von Anagallis » 10.06.2021, 23:41

Ein Tiefwurzler im Topf? Und das funktioniert?

@200 cm: Die richtigen Monster sind eigentlich nur E. angustifolium und E. hirsutum.

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Re: Wild aufgegangen 3

Beitrag von Khalni Hydra » 10.06.2021, 23:47

Werde ich schauen müssen, die Pflanze habe ich seit einem Monat und noch ist sie grün :D . Wahrscheinlich sollte ich sie wohl eher direkt in den Gartenboden setzen, habe ja noch Platz in den Beeten. Es ist ja aktuell recht schön und trocken, so dass die wahrscheinlich noch nicht direkt vond en Gastropoden aufgefressen wird.

Aber ich glaube, ich werde noch viel in diesem Forum lernen und das ist schön, da ich Pflanzen recht interessant finde, auch wenn ich in einem botanisch wohl eher tristen Gelände lebe. (Im Vergleich zum Süden DEs)

LG Khalni Hydra

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Re: Wild aufgegangen 3

Beitrag von Anagallis » 10.06.2021, 23:57

Khalni Hydra hat geschrieben:
10.06.2021, 23:47
Werde ich schauen müssen, die Pflanze habe ich seit einem Monat und noch ist sie grün :D . Wahrscheinlich sollte ich sie wohl eher direkt in den Gartenboden setzen, habe ja noch Platz in den Beeten. Es ist ja aktuell recht schön und trocken, so dass die wahrscheinlich noch nicht direkt vond en Gastropoden aufgefressen wird.
Die wächst eigentlich gerne in sandigem Flußkies und braucht es unterwärts vermutlich feucht. Hab' sie aber auch schon am Weinberg gesehen, und das Umpflanzen aus der Wildnis in den Lehmboden am Gartenteich hat sie knapp überlebt und wächst jetzt nach zwei Jahren einigermaßen normal.

auch wenn ich in einem botanisch wohl eher tristen Gelände lebe. (Im Vergleich zum Süden DEs)
Ach, das darf man auch nicht übrschätzen. Der Süden ist genau so eine Kulturwüste wie alles andere, bis auf ein paar winzige Naturschutzgebiete. Von intakter Natur kann hier überhaupt keine Rede sein - die liegt eher in den letzten Röchlern.

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Re: Wild aufgegangen 3

Beitrag von botanix » 11.06.2021, 06:51

Hallo,
[quote="Khalni Hydra" post_id=180930 time=1623360569 user_id= …hier gibt es eigentlich nur noch ein anderes Weidenrösschen (wild), was ich auch mal zeigen kann, was so 200cm wird, aber auch sehr kleine Blüten trägt.
[/quote]

Das klingt nach Epilobium brachycarpum, das erreicht unter optimalen Bedingen Höhen über 1,5 Meter, wäre dann extrem sparrig mit sehr schmalen Blättern und kurzen Früchten, aber auch nur einjährig.
Anagallis hat geschrieben:
10.06.2021, 23:22
[quote=botanix post_id=180924 time=<a href="tel:1623359716">1623359716</a> user_id=247]
Wer will schon Disteln und Weidenröschen.
Ich; macht aber beides viel Arbeit durch die üppige Samenproduktion und die lange Blütezeit. Die Kratzdistel ist bei den Hummeln sehr beliebt. Sie erzeugt aber sehr viel und sehr stacheligen Nachwuchs, der nur mühsam zu jäten ist. Carduus nutans ist da pflegeleichter.
Gut, das war jetzt auf die gefragten Arten bezogen, das es durchaus Garten würdige Arten gibt, will ich nicht abstreiten. Bin übrigens gerade dabei hunderte Distelsämlinge zwischen Rosen zu entfernen… und den wild aufgehenden Weidenröschen und den Arabidopsis, Cardamine hirsuta, Cerastium glomeratum, Bellis, Heracleum, Oxalis, Stellaria Media, Poa annua, Mahonia, Prunus laurocerasus, Bryonia, Cotoneaster usw. Dann sind da noch die Ausläufer treibenden Arten aus dem Rasen, Poa angustifolia, Pilosella officinarum, Potentilla reptans, Glechoma hederacea, der Geliebte Efeu ☹️ der Vorbesitzer uam. Und es hört nicht auf, meine Knie, mein Rücken, Zeit die ich gerne anders verbringen würde.
Gruß
Peter
alte Botanikerweisheit: man sieht nur was man kennt

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Re: Wild aufgegangen 3

Beitrag von Khalni Hydra » 11.06.2021, 10:53

Moin Botanix/Peter,

Ja, so langsam verstehe ich, wieso ihr von gewissen Stauden abratet, mein größtes Problem in den Beeten sind neben den Gastropoden immer die Gräser, die ich versuche, komplett herauszuhalten. Ist irgendwie lustig, dass dem Bambus immer sein Ausbreitungsdrang vorgeworfen wird, aber fast alle Gräser bei mir sich viel stärker durchsetzen und vermehren und teilweise einfach aus dem nix. Aber da hilft wohl nur zupfen.

LG Khalni Hydra

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Re: Wild aufgegangen 3

Beitrag von botanix » 11.06.2021, 11:37

Hallo,
es gibt nicht „einen Bambus“, es kommt sehr wohl darauf an welche Art man sich in den Garten holt. Zuwachs gibt es bei allen Arten, mal mehr, mal weniger.
Deshalb sollte man sich genau überlegen, welche Pflanzen zur Last werden könnten und ob man sich die ständigen Kontrollmaßnahmen zumuten möchte bzw. ob das mit den anderen Pflanzen in einen Verdrängungswettbewerb ausartet.
Bei uns hat der Vorbesitzer überall Efeu hochgezogen, Gottseidank nicht an den Hauswänden, aber an den Treppenaufgängen, Geländern, Garagen, die hohe untere Stützmauer. Vögel fressen die Beeren und verteilen die Samen, überall wuchert mittlerweile Efeu raus. Dasselbe mit Mahonia, Cotoneaster, Kirschlorbeer… Zweimal im Jahr hunderte Quadratmeter Efeu zurückstutzen, mit Leiter auf Treppe um bis zum Dach der Nachbargarage hoch zu kommen, dann alles zusammenräumen und entsorgen, sind etwa 4-5 volle Tage Arbeit. Dazu kommt die normale Gartenpflege.
Da wir noch am renovieren sind, wurde erst ein Treppenaufgang einseitig freigestellt, Unterarm dicke Efeustränge. Die Treppe wurde gleich 25 cm breiter 😀
Ich wollte nur mal am Beispiel Efeu aufzeigen, mit welchen Folgen man langfristig rechnen muss. Wir möchten aber unseren Garten genießen und nicht nur darin arbeiten.
Stark wuchernde Arten deshalb gleich Grenzen geben, Samenstände rechtzeitig abschneiden. Vielleicht eine abgegrenzte Experimentierecke, damit Problempflanzen nicht außer Kontrolle geraten.
Gruß
Peter
alte Botanikerweisheit: man sieht nur was man kennt

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