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Wieder Pilze aus dem Reinhardswald 2

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arolina66
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Wieder Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von arolina66 » 05.10.2020, 20:24

4.
IMG_3553p klein.JPG
IMG_3553p klein.JPG (98.77 KiB) 431 mal betrachtet
auf Laubtotholz, sehr klein

5.
IMG_3587p klein.JPG
IMG_3587p klein.JPG (102.88 KiB) 431 mal betrachtet
auch auf Laubtotholz

6.
IMG_3669p klein.JPG
IMG_3669p klein.JPG (103.13 KiB) 431 mal betrachtet

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abeja
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Re: Wieder Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von abeja » 05.10.2020, 20:53

Hallo Christine,
das oberste Bild zeigt einen Helmling, jetzt müsste man weitere Merkmale haben wie Geruch (eventuell) ... und hat er geblutet?
Auf Laubholz finde ich am ähnlichsten (und kenne selbst sehr gut), den Großen Bluthelmling, farblich würde das passen, auch die gefärbten Lamellenschneiden. Der Hutrand ist aber normalerweise zipfeliger - ich bin da unsicher - und so extrem klein ist er nicht im ausgewachsenen Zustand.
Alternativ: Rotschneidiger Helmling, Mycena rubromarginata (passt glaube ich VIEL besser, vom Stiel und vom Rand her), las gerade was von Nadelholz (sicher Laubholz? ).
Bei mycena.no "On fallen branches and decaying wood of both conifers and deciduous trees" (wäre also o.k.)
dort auch die Verwechslungskandidaten.
https://www.mycena.no/rubromarginata.htm

Nr. 2 sind ältere Grünblättrige Schwefelköpfe, Hypholoma fasciculare

Nr. 3 ist ein Täubling, Russula spec. (wie immer ohne Geruch, Geschmack, Sporenpulver, Begleitbäume, Bodenverhältnisse schwierig, muss man sich die gelben T. anschauen, ob was besonders gut passen könnte ... vielleicht R. fellea ...???)
Viele Grüße von abeja

arolina66
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Re: Wieder Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von arolina66 » 06.10.2020, 15:37

Von den Pilzen Nummer 4 habe ich noch eine andere Perspektive:
IMG_3624p klein.JPG
IMG_3624p klein.JPG (88.07 KiB) 408 mal betrachtet
Viele Grüße, Christine

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abeja
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Re: Wieder Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von abeja » 06.10.2020, 22:57

Hallo Christine,
meine beste Annäherung bleibt Mycena rubromarginata (den großen Blutmilchhelmling schließe ich inzwischen aus, der hat normalerweise farblich auch einen etwas stärker zum Hut kontrastierenden dunkleren Stiel und jung ein "Spitzenröckchen" an. Da gibt es zwar gefärbte Lamellenschneiden, aber nicht immer. Wie gesagt: mehr Sicherheit durch Anritzen eines Pilzes, ob "Blut" kommt. Oft sieht man es auch bei älteren Pilzen als Flecken irgendwo.)

Das Bild hier bei den Norwegern finde ich ziemlich passend (und auf der Seite sind die Bilder auch verlässlich, das ist dieeee Mycena-Seite):
https://www.mycena.no/rubromarginata6.htm
Viele Grüße von abeja

arolina66
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Re: Wieder Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von arolina66 » 08.10.2020, 14:08

Vielen Dank :)
Viele Grüße, Christine

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Re: Wieder Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von bryotom » 09.10.2020, 10:26

Hallo Chrisitine,
den gelben Täubling vergleiche mal mit Russula ochroleuca, der demnächst in vielen Wäldern Massenbestände bilden sollte. Gegen R. fellea (der wäre übrigens richtig scharf!) spricht m.E der deutliche Kontrast zwischen Hutrandfarbe und Lamellen / Stielfarbe und der Umstand, dass der Hutrand auch nicht andeutungsweise gerieft ist (nach deinem Bild). Aber wie bereits zu lesen, ohne zusätzliche Merkmale (insbesondere auch Geruch und Geschmack) immer spekulativ. Beste Grüße
Thomas

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abeja
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Re: Wieder Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von abeja » 09.10.2020, 14:52

Hallo,
das kann natürlich auch sehr gut sein.
Auf meinem Monitor erschienen mir Stiel und Lamellen nicht so rein weiß und ich hatte mich (etwas vorschnell) an dem Buchenlaub orientiert.
Bei mir sind beide Arten relativ selten, keine Massenaspekte (wegen überwiegend Buche auf Kalk, höchstens oberflächensauer).
R. ochroleuca habe ich bisher nur in Fichtenwald auf oberflächlich saurem Boden gefunden (was er in D. auch bevorzugt, aber Laubwald soll auch möglich sein.) Hier wäre dann wieder die Bodenbeschaffenheit interessant (z.B. Zeigerpflanzen oder Begleitpilze).

In den "Russularum Icones" (von Helga Marxmüller) werden die beiden Arten wie folgt beschrieben (über "Russula Tintling" ist ein DOC verfügbar)
Russula ochroleuca Pers. (S. 240)
Dieser Täubling ist auf sauren Silikatböden und auch auf trockenen Böden stark verbreitet und tritt ebenso häufig unter Nadel- als auch Laubbäumen auf.
Es besteht hier unbestreitbar eine Ähnlichkeit mit fellea, erklärbar durch die mit einem roströtlichen Farbton vermischten, ockerlichen, hellgelben, selten schwach olivlichen Hutfarben, den glatten Rand sowie durch die weißen Lamellen und den gleichfarbigen Stiel. Doch von fellea ist R. ochroleuca weit entfernt und steht eigentlich der Untergattung (UG) Incrustatula näher als der UG Ingratula. Man unterscheidet ochroleuca von fellea durch die fehlende Gelbfärbung, das geruchlose Fleisch und den zumeist weniger scharfen Geschmack. Bei Feuchtigkeit neigt der Stiel sich grau zu verfärben. Das Sporenpulver ist weiß.
Sporen 8-10,5 x 6,7-8,2 µm, meist mit starken Stacheln, sowie deutlich retikuliert verbunden. Hymenialzystiden 60-107 x 6-11,5 µm. Hutdeckschicht homogen, ohne Pileozystiden; strichweise sind die Haare durch ein membranäres Pigment intensiv gelb gefärbt (keine Primordialhyphen!)
Russula fellea (Fr.) Fr. (S. 238)
Allgemein verbreitet, typisch für ausgedehnte Buchenwälder; obwohl man auch R. fellea manchmal in kleineren Privatwäldern findet, wo dieser Täubling wohl in der Vergangenheit existierte. Einige Autoren sagen, dass fellea auch im Nadelwald vorkommt. Dieser Täubling braucht mehr Feuchtigkeit zum Fruktifizieren als ochroleuca.
Die fellea-Gruppe differiert innerhalb der Stinktäublinge durch den lange erhalten bleibenden glatten Hutrand, der manchmal im Alter dann sehr kurz kanneliert ist, den nicht gelatinierenden Hutrand, die wenig klebrige Huthaut, den weniger hohlen Stiel sowie den fehlenden auffällig widerlichen Duft und Geschmack. Die besonderen Eigenschaften von R. fellea sind: ein ziemlich robuster Pilz mit einer aus Rostrot und Ocker gemischten Hutfarbe. Dieses Hauptmerkmal, also der ocker- bis blass honigfarbene Ton erfasst nach und nach den ganzen Pilz, mit der Folge, dass er ein fast einfarbiges Aussehen erhält; aber im Initialstadium sind der Stiel und die Lamellen weiß oder weißlich. Zum anderen typisch ist für diesen Pilz sein sehr starker Duft nach Apfelkompott und sein sehr scharfer Geschmack.
Sporen 7,5-9 x 6-8 µm, elliptisch, mit ziemlich starken Warzen, stark netzig verbunden. Hymenialzystiden 55-115 x 5,7-8,5-(10) µm. Huthaut mit dünnen, stumpfen Haaren sowie mit zahlreichen septierten voluminösen Pileozystiden. Einige hauptsächlich in tiefen Lagen liegende Zellen haben stellenweise eine Membran, die mit einer intensiv gelben glasartigen Substanz angefärbt ist.
Viele Grüße von abeja

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