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Pilze aus dem Reinhardswald 2

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arolina66
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Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von arolina66 » 12.09.2020, 17:36

5.
k-IMG_3179p.JPG
k-IMG_3179p.JPG (88.92 KiB) 667 mal betrachtet
6.
k-IMG_3205p.JPG
k-IMG_3205p.JPG (114.76 KiB) 667 mal betrachtet
7.
k-IMG_3212p.JPG
k-IMG_3212p.JPG (93.16 KiB) 667 mal betrachtet
So, das war's für heute :)

Viele Grüße und vielen Dank, Christine

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abeja
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Re: Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von abeja » 12.09.2020, 19:03

Hallo Christine,
schöne Pilzfotos!
Das ist dann immer wieder Glückssache, ob so ein Foto exakt die typischen Merkmale zeigt, die es zum (groben) Bestimmen braucht oder nicht.

Nr. 5 ein Täubling, Russula spec.
Erwartest du hier weitere Aussagen? Dafür bräuchte es weitere Merkmale (Baumpartner, Geruch, Geschmack, Huthautabziehbarkeit, Sporenpulverfarbe vor allem, eventuell chem. Tests zur Einordnung und oft Sicherheit nur mit Mikro. Aber das habe ich sicher schon häufiger geschrieben.
Ich tippe auf einen milden Täubling mit gelblichem Sporenpulver, aber auch da ist die Auswahl noch groß, wenn weißes Sporenpulver dann könnte er von der Huthaut her R. velutipes sein (hätte aber netzflockigen Stiel).

Nr. 6 rate mal?
Hat der Röhren, hat der ein weißes Netz, wie sieht die Huthaut aus (speckig glänzend mit hellem Rand, oder eher samtig gleichförmig)?

Nr. 7 hattest du mit Sicherheit schon öfter, die kleinen Fl_enst_li_ge sehen ja auch immer wieder hübsch aus.
Zuletzt geändert von abeja am 12.09.2020, 20:22, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße von abeja

arolina66
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Re: Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von arolina66 » 12.09.2020, 20:17

Vielen Dank :)
Der Krempling stand nicht auf Totholz, also eher der Kahle Krempling.
Bei Nummer 6 komme ich zum Sommer-Steinpilz (Boletus reticulatus), kommt das hin?
Beim Täubling dachte ich mir schon, dass es zur Art nicht reicht.
Viele Grüße, Christine

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abeja
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Re: Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von abeja » 12.09.2020, 20:21

Genau, Sommersteinpilz meinte ich ;)
Viele Grüße von abeja

arolina66
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Re: Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von arolina66 » 12.09.2020, 20:25

Danke :)

jake001
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Re: Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von jake001 » 14.09.2020, 07:08

Ach, hier ist der hingekommen.
Ich bin bei 6 für den Kornblumenröhrling.

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abeja
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Re: Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von abeja » 15.09.2020, 00:30

Hallo Jake,
aus welchen Gründen hältst du Nr. 6 für einen Kornblumenröhrling?
Ehrlich gesagt, hatte ich den noch nicht - und bei Bildern von Baby-Pilzen ohne Schnittbild inkl. Basis, Verfärbungen etc. sollte man - das stimmt - immer etwas vorsichtig sein.
Aber ich sehe hier ein weißes Stielnetz und eine leicht matte (ledrig-samtige, aber nicht haarig-filzige) Oberfläche - und die allg. Form spricht für Röhrling. Verfäbungsverhalten sehen wir nicht...
Auf deinen Vorschlag hin habe ich mir Bilder von Gyroporus cyanescens angeschaut.
So was hier sieht schon ähnlich aus, allerdings nur von Weitem:
https://www.123pilzsuche.de/daten/detai ... l-roeh.jpg

Die Beschreibung dort besagt nämlich (und ist auf dem Foto bei 123 auch sichtbar, beim Foto von Christine aber nicht)
Oberseite von Hut und Stiel "feinfilzig "(aber man sieht auf Vergleichsfotos deutliche nahezu wirre Fasern!, die sogar teilweise abstehen.)

@Christine: zur Sicherheit kannst du das sicher noch mal am Originalfoto abgleichen, wie die Oberflächen da aussehen.

EDIT: der Pilz von Christine hat eine Fraßstelle am Hut, die müsste bläulich verfärbt sein, wenn es G.c. sein sollte - die Stelle zeigt aber schöne helles Hutfleisch.
Zuletzt geändert von abeja am 15.09.2020, 22:49, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße von abeja

jake001
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Re: Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von jake001 » 15.09.2020, 15:49

Zuerst: Es ist nur ein Vorschlag, Farbe und Oberflächenbeschaffenheit des Hutes können ja auf Fotos durchaus etwas täuschen. Und mein Gedächtnis mich auch.
abeja hat geschrieben:
15.09.2020, 00:30
Hallo Jake,
aus welchen Gründen hältst du Nr. 6 für einen Kornblumenröhrling?
Der sieht meiner Erinnerung nach in der Dresdner Heide so aus.
abeja hat geschrieben: Aber ich sehe hier ein weißes Stielnetz
ich nicht.
abeja hat geschrieben: und die allg. Form spricht für Röhrling.
Da sind wir uns einig.
abeja hat geschrieben: Verfäbungsverhalten sehen wir nicht...
Leider.
abeja hat geschrieben:So was hier sieht schon ähnlich aus, allerdings nur von Weitem:
https://www.123pilzsuche.de/daten/detai ... l-roeh.jpg
Der sieht meiner Meinung nach überhaupt nicht so aus, weil der Stiel an der Basis beim Kornblumenröhrling meiner Erfahrung nach sehr aufgetrieben und völlig hohl ist.
abeja hat geschrieben: Oberseite von Hut und Stiel "feinfilzig "(aber man sieht auf Vergleichsfotos deutliche nahezu wirre Fasern!, die sogar teilweise abstehen.)
Ist mir damals bei den Exemplaren in der Dresdner Heide nicht aufgefallen.
abeja hat geschrieben:EDIT: der Pilz von Christine hat eine Fraßstelle am Hut, die müsste bläulich verfärbt sein, wenn es G.c. sein sollte - die Stelle zeigt aber schöne helles Hutfleisch.
Das ist bei frischen Schnitten der Fall, bei tagealten Stellen würde ich meine Hand da nicht ins Feuer legen.

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abeja
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Re: Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von abeja » 15.09.2020, 22:49

Huch, sieben Zitate ;)

Betr. Blauung bei einem Pilz. Das ist tatsächlich so, dass das bei Berührung und unter Sauerstoff geschieht und später wieder etwas verblasst.
Das konnte ich jetzt bei Hexenröhrlingen gut feststellen. Es gibt da ja mehr als eine Art und die Gattung Suillellus (Netzhexe und Glattstieliger Hexenröhrling) reagiert amyloid im Fleisch (dunkelblau mit Melzers Reagenz) und die Gattung Neoboletus (Flocki) nicht. Da stellt sich manchem die Frage, wie man das testen soll, wo doch das Fleisch so stark blau anläuft. Das Blaue geht wieder weg, aber so eine komische "schmutzige" Tönung bleibt bestehen (und darauf kann man dann wieder testen).
Zu den chemischen Reaktionen, die bei Boleten die Blaufärbung verursachen:
http://www.fungimag.com/fall-2010-artic ... etesLR.pdf

Betr. Basis, wie dick ist die - Oberfläche, wie ist die (beim Kornblumenröhrling):
die Stielform kann extrem variabel bei Röhrlingen sein, z.B. "meine" Netzhexen sind oft sehr dünnstielig, selten etwas dicker (im Park und im Wald - egal). Im Web werden oft superdicke "Oschis" gezeigt.
Es hat sich inzwischen auch herausgestellt, dass Gyroporus cynanescens und auch wohl G. castaneus Artenaggregate sind, bisher aber sicher nur per Sequenzierung zu unterscheiden. Da ist noch einiges nicht richtig geklärt und geht durcheinander.
https://forum.pilze-bayern.de/index.php ... 742.0.html

Aber hier auf der Seite (dieeee Seite für Boleten) sieht man schon, wie unterschiedlich die (bisher G.cyn. genannten Pilze) ausschauen können, feinfilzig bis faserig (kein Netz)
https://boletales.com/genera/gyroporus/g-cyanescens/

Wir haben hier eben einen sehr jungen Pilz vorliegen, wobei Christine gerne fotografiert und wahrscheinlich nicht so gerne "auseinander nimmt" ...
Daher rührt der Pilzlerspruch, dass man Babies und Leichen am besten links liegen lassen sollte, weil oft sind die wesentlichen Merkmale noch nicht oder nicht mehr sichtbar sind.

Netz oder Nicht-Netz:
ich habe das mal auf 200 Proz. vergrößert. Obwohl das so grobmaschig und unregelmäßig aussieht ist das für mich eher ein Netz als ein Nicht-Netz.
vergößert k-IMG_3205p.JPG
vergößert k-IMG_3205p.JPG (21.52 KiB) 588 mal betrachtet
Standort:
dein Kornblumenröhrling war in der Dresdner Heide, da vermute ich sauren, sandigen Boden (habe nicht nachgeschaut). Das passt auch gut zu G.cyan, der soll zwar bei verschiedenen Laub-u. Nadelbäumen vorkommen können, aber auf saurem, armen Boden.

Wie der Boden im Reinhardswald ist, weiß ich auch nicht genau - nachgelesen: vielgestaltig, da gibt es silikatische Böden neben Kalkböden - aber was Christine bisher gezeigt hat, sieht m.M. nach nicht nach "armen Sand" aus.
Viele Grüße von abeja

jake001
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Re: Pilze aus dem Reinhardswald 2

Beitrag von jake001 » 16.09.2020, 08:08

Ich bedanke mich auf jeden Fall für die ausführlichen Erläuterungen. Deine Zeit war meinetwegen nicht verschwendet.
Wie das der Treadersteller sieht, weiss ich nicht und ich will mich mal vorauseilend entschuldigen, was mein Einspruch mit der Anfrage angerichtet hat.

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