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Aberrationen/Anomalien

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Marlies
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Re: Aberrationen/Anomalien

Beitrag von Marlies » 07.02.2020, 16:31

Nichts wirklich Neues zur Belebung dieses Threads, vielmehr geht es um einen Beitrag von Manfrid vom 16.12.2013 über die beiden Lucas-Folgen-Fälle.
Wovon hängt es eigentlich ab, welche Spiralmuster sichtbar werden? Bei der Walzen-Wolfsmilch sehe ich - ganz im Gegensatz zum Fichtenzapfen - lediglich 7 gleichgerichtete Spiralen. Hängt es vielleicht von der Beschaffenheit des jeweiligen Objekts ab (Länge/Breite, Blattgröße, Blattanzahl...)? Und welchen Sinn macht es, auf dem Boden des Zapfens ein komplettes Gitternetz aufzuspannen? Womöglich kann der Morphologe daraus die Entstehungsfolge der Schuppen ablesen.... Das kann jetzt alles total falsch sein, da selbst zusammengereimt. Eine halbwegs stringente Erklärung habe ich nicht gefunden - aber auch nicht mehr großartig gesucht, nachdem ich auf Auslassungen über Höhere Mathematik gestoßen war.
Marlies

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Anagallis
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Re: Aberrationen/Anomalien

Beitrag von Anagallis » 07.02.2020, 17:12

Den Beitrag darf man aber ruhig zitieren, damit nicht jeder archäologische Ausgrabungen machen muß, worum es geht. (-;
(Der Originalbeitrag enthält uch Bilder; siehe Link.)

Manfrid hat geschrieben:
16.12.2013, 21:38
Und weil ich einmal bei den Pinaceenzapfen bin, gleich noch einer von der Fichte (Picea abies). Nicht ganz so selten wie der vorige, aber doch immernoch so eine Art weiße Krähe. Alexander Braun, einer der Begründer der neueren Blattstellungslehre, sprach angesichts solcher Zapfen von einem "noch unbesiegten, auf den Ruin unseres Systems lauernden Feinde", weil sie sich nicht der Regel mit dem Goldenen Schnitt fügen und statt 5, 8 und 13 Spiralen deren nur 4, 7 und 11 (einige weiß markiert) zeigen. Da geht es also um eine ganz andere "rücklaufende" Zahlenfolge (1, 3, 4, 7, 11...), und der Winkel zwischen zwei aufeinanderfolgenden Schuppen ist deutlich kleiner als der des Goldenen Schnittes - rein rechnerisch ca. 99,65°. Bei der Fichte könnte man sagen, nun ja, ein Ausrutscher. Aber interessanterweise wird diese Ausnahme auch wieder bei anderen Pflanzen zur Regel: beim Felsen-Mauerpfeffer (Sedum rupestre), bei den stärkeren Trieben des Milden Mauerpfeffers (Sedum sexangulare), bei der Walzenwolfsmilch (Euphorbia myrsinites, 2. Bild) und anderen.

Ich denke, man kann diese Relativität des "Abnormen" verallgemeinern.

Manfrid
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Re: Aberrationen/Anomalien

Beitrag von Manfrid » 11.02.2020, 13:53

Marlies hat geschrieben:
07.02.2020, 16:31
welchen Sinn macht es, auf dem Boden des Zapfens ein komplettes Gitternetz aufzuspannen? Womöglich kann der Morphologe daraus die Entstehungsfolge der Schuppen ablesen.
Erstmal ging es nur darum, zu verdeutlichen, dass da tatsächlich eine 4er-, eine 7er- und eine 11er-Serie von Spiralen sichtbar wird. (Weitere Serien - 18er-, 29er- etc. sind auch da, aber nicht mehr deutlich, da die entsprechenden Zapfenschuppen weiter auseinander liegen.)
Die 1er-Serie, also die Entstehungsfolge der Schuppen, die "Grundwendel", lässt sich tatsächlich mit Hilfe des Gitternetzes auch leicht ermitteln: Man kann eine basisnahe Schuppe "1" nennen und dann entlang einer 7er-Spirale (rot) die folgenden mit "8", "15", "22" usw. bezeichnen, also immer +7. Entlang der 4er-Spirale (gelb) käme dann entsprechend nach der "1" die "5", dann die "9" etc. So kann man dann nach und nach entlang der Spiralen alle Schuppen durchnummerieren und findet schließlich auch die Nr. "2", "3" etc., so dass deutlich ist, wie eine Schuppe auf die andere folgt.
Viel Spaß! Ist erstmal keine höhere Mathematik.

Manfrid

Marlies
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Re: Aberrationen/Anomalien

Beitrag von Marlies » 12.02.2020, 13:38

Manfrid hat geschrieben:
11.02.2020, 13:53
Erstmal ging es nur darum, zu verdeutlichen, dass da tatsächlich eine 4er-, eine 7er- und eine 11er-Serie von Spiralen sichtbar wird.
Ja, ich weiß. Allerdings ging es mir eher darum, unter welchen Umständen auch bei der Wolfsmilch solche Serien zu sehen wären. Inzwischen habe ich aber schon eine alles erklärende Computersimulation gefunden (was jetzt das Thema sprengt).
Ach, danke für die Anregung zum Schuppenzählen. ;)
Marlies

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Anagallis
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Re: Aberrationen/Anomalien

Beitrag von Anagallis » 23.02.2020, 22:33

Bringen vierblättrige Schneeglöckchenblüten auch Glück?
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Anagallis
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Re: Aberrationen/Anomalien

Beitrag von Anagallis » 23.02.2020, 22:34

Gefüllte Schneeglöckchenblüten. Das kommt gar nicht mal so selten vor. Ich haber im Verdacht, daß Hybriden von Galanthus nivalis und G. elwesii dazu neigen.
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Re: Aberrationen/Anomalien

Beitrag von jringenbachfr » 24.02.2020, 09:48

Guten Morgen
Auch im Elsass gibt es sowas !
Thurwald 31/1/2018
Jean Marc
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Anagallis
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Re: Aberrationen/Anomalien

Beitrag von Anagallis » 13.03.2020, 19:34

Nicht direkt eine Abweichung, aber eine Saxifraga tridactylites, die so fett ist, daß die Blätter fünf statt drei Lappen ausbilden:
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Re: Aberrationen/Anomalien

Beitrag von Waldschrat » 13.03.2020, 22:24

Hallo Botanikfreunde,
habe in meinem Fotoarchiv eine Anomalie der Gargano-Ragwurz, Ophrys passionis subsp. garganica, mit 3 Lippen gefunden. Das Foto entstand am 18.04.2015 in der Nähe von Grottaglie, Provinz Tarent in der Region Apulien, Italien.

Viele Grüße
Walter
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Aries
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Re: Aberrationen/Anomalien

Beitrag von Aries » 08.04.2020, 13:20

Hallo,
hier eine zweifarbige Vinca minor Blüte. Ich habe mehrere blaue und eine weiße Pflanze.
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LG Aries

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Anagallis
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Re: Aberrationen/Anomalien

Beitrag von Anagallis » 09.04.2020, 23:45

Hier hat sich Primula veris mit bunten P.-vulgaris-Hybriden gepaart (letztere nicht auf dem Bild). Herausgekommen sind diese attraktiven Hingucker. Leider ging kein besseres Bild, weil der Besitzer im zugehörigen Garten saß.
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Re: Aberrationen/Anomalien

Beitrag von Vroni » 18.04.2020, 15:13

Wieder mal so eine multiple Blatt-Persönlichkeit, diesmal an Citrus sulcata:
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LG
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Re: Aberrationen/Anomalien

Beitrag von jake001 » 01.05.2020, 15:39

Der Bergahorn wollte ein Feldahorn werden.
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abeja
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Re: Aberrationen/Anomalien

Beitrag von abeja » 02.05.2020, 23:48

Hallo,
heute habe ich eine sehr komische Knautia arvensis gesehen.
Die ganze Pflanze (Wiese, Wegrand, Hanglage, auf Kalk) war ziemlich fett gewachsen. Aber alle Bereiche, die schon blühten, hatten die Blüte direkt oberhalb der obersten ungeteilten Blätter sitzend. Manchmal war es nur eine einzelne Blüte, teilweise aber auch drei Blüten, die aber nicht zu einem "üblichen" Blütenstand zusammengefasst waren, soweit erkennbar.

Hier gab es schon mal etwas zu Knautia, bei mir sieht das ähnlich aus, aber doch wieder anders 8-) , vielleicht sollte ich mir die Pflanze in ein paar Tagen noch einmal genauer anschauen und den Blütenstand auseinanderpflücken.
viewtopic.php?f=4&t=6965&p=130257&hilit ... is#p130257

Direkt nebenan wuchsen normale Pflanzen, voll aufgeblüht und auch teilweise noch in Knospe.
Übersicht
Knautia arvensis-a_Anomalie_05-2020.jpg
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Anomalie
Knautia arvensis-b_Anomalie_05-2020.jpg
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Knautia arvensis-c_Anomalie_05-2020.jpg
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normale Pflanze, nebenan
Knautia arvensis_normal in Knospe_05-2020.jpg
Knautia arvensis_normal in Knospe_05-2020.jpg (158.68 KiB) 604 mal betrachtet
Viele Grüße von abeja

Manfrid
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Re: Aberrationen/Anomalien

Beitrag von Manfrid » 03.05.2020, 08:31

Hallo abeja,
auf dem ersten Bild sieht man viele abgebissene Sprosse. Also sicherlich Ersatztriebe, die da so "unentschieden" (zwischen eigenem Blütenkopf und in einen Hauptkopf zu integrierender Einzelblüte) blühen. Die wären normalerweise einfach nicht ausgetrieben, sondern hätten eine "Hemmungszone" zwischen den beiden üblichen Formen von Seitensprossen gebildet. Allemal interessant, solche "missing links".

Manfrid

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