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ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

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Anagallis
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von Anagallis » 07.05.2019, 18:09

Na, das ist doch der beste Beweis, daß es sich um ein megagesundes Superfood handeln muß. Da hat die Evolution Millionen Jahre für gebraucht, daß alles was nicht schmeckt "gesund" ist und umgekehrt.

...

Hat den keiner Appetit auf Farnwurzeln mehr? Die sind doch in der Steinzeit verspeist worden - das muß doch gut sein.

[Sarkasmus aus].

AndreasG.
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von AndreasG. » 07.05.2019, 20:03

Man sollte die Leute, die Rezepte mit Vogelmiere veröffentlichen, mal eine Woche lang.....
Obwohl, fairerweise muss man sagen, dass bei den meisten Rezepten nur ein paar Blättchen zur Garnierung verwendet werden, die wohl beim Geschmack keine große Rolle spielen oder dem Essen eine grüne Farbnuance verleihen.

Allerdings, was die Nahrungsmittel der Steinzeit anbelangt, viele unserer heutigen Gemüsesorten waren mal bittere, unangenehm schmeckende Wildarten. Nur hatten die Leute damals keine andere Wahl....

Frankx
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von Frankx » 08.05.2019, 11:17

Ich nehme gern ein paar Blätter Bärlauch, Giersch, Brennnessel und nicht zu vergessen Knoblauchrauke mit in den Kräuterquark, Salate, Suppen, Saucen.

Das wuchert alles im eigenen Garten hinterm Haus, also ohne Hundepi...
Nur Katzen, Fuchs und Waschbär schauen ab und zu mal (letztere beiden sehr selten) vorbei. Aber das Grünzeug wird eh gut gewaschen.
Das kommt auch nicht so regelmäßig auf den Tisch. Die Familie ist da immer etwas skeptisch.

Auch Löwenzahn kenne ich aus der südthüringer Küche als Salat (junge Blätter im Frühjahr). Aus den Blüten haben meine Eltern vor vielen Jahren mal eine Art Honig (-ersatz) gekocht.

Holunderblütensirup wird jedes Jahr angesetzt. Die Blütendolden haben wir auch mal in Bierteig frittiert, aber da schmeckt man am Ende nicht mehr viel von den Holunderblüten.
Für Holunderbeeren kann ich mich dagegen nicht so begeistern. Als Kind hatte ich mal eine Vergiftung, weil wir mit den Nachbarskindern die Beeren roh gekostet haben. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich danach gek..tzt habe.



.

jake001
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von jake001 » 08.05.2019, 11:39

Frankx hat geschrieben:
08.05.2019, 11:17

Für Holunderbeeren kann ich mich dagegen nicht so begeistern. Als Kind hatte ich mal eine Vergiftung, weil wir mit den Nachbarskindern die Beeren roh gekostet haben. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich danach gek..tzt habe.
Mir wurde auch immer recht schlecht, wenn ich die gepult habe und die dann dampfentsaftet wurden ... kann es sein, dass Cyanogene im Dampf aufsteigen und man das Zeug dann über die Lunge aufnimmt? Cyanogene sind ja schon recht potentes Zeug - Bohnen kocht man ja auch nicht nur mal 5 min lang.

AndreasG.
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von AndreasG. » 08.05.2019, 12:25

Ich konnte nach meinem Vogelmierensalat gestern die ganze Nacht nicht richtig schlafen, also genaugenommen gar nicht.
Das hatte ich schon mal nach dem Genuß einer Brennesselsuppe. Irgendwie verträgt mein Körper dieses wilde Kraut nicht besonders.

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Anagallis
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von Anagallis » 08.05.2019, 12:42

Gerüchtepedia hat geschrieben:...
Aufgrund des Saponingehalts sollten jedoch nicht zu große Mengen verspeist werden.

Als Inhaltsstoffe sind Vitamine, Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure, Zink und ätherische Öle bekannt.
...

Frankx
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von Frankx » 08.05.2019, 12:55

Mir wurde auch immer recht schlecht, wenn ich die gepult habe und die dann dampfentsaftet wurden ... kann es sein, dass Cyanogene im Dampf aufsteigen und man das Zeug dann über die Lunge aufnimmt?
Ob das mit der Blausäure zusammenhängt weiß ich nicht. Mir schmeckt der Saft oder auch die Suppe aus den Beeren einfach nicht besonders.

Im Gegensatz dazu finde ich unseren selbstgemachten Holunderblütensirup oder noch besser das Gelee sehr gut, schon der Duft ist herrlich.
Da wird jeder nasskalt-mistige Wintertag beim Frühstück wieder sonnig.


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ina maka
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von ina maka » 26.07.2019, 10:12

Das ist ja lustig. Ich wurde vom Titel dieses threads getriggert ;)
Wir essen nämlich wirklich viel und gerne Wildpflanzen. Meine Kleinen sitzen oft in der Wiese und essen so vor sich hin. Da muss ich immer sehr gut aufpassen, aber irgendwie scheinen sie schon zu wissen, was eßbar ist und was nicht. Da geht es vor allem um Scharfgarbe, Gänseblümchen, Wegerich, Käsepappel und Vogelmiere.
Letztere wuchert uns den Balkon zu und meine Kinder essen da oft ganz viel auf einmal, einfach so, ohne "Rezept". Meine beiden jüngeren Jungs haben mal auf der Bushaltestelle einfach so begonnen, von den Berberitzenblättern zu naschen, von der rotblättrigen Form, die hier überall gepflanzt wird. Ich hab dann gesagt, dass das giftig sei, aber er "die schmecken so gut". Nach ein paar Blättern war ohnehin Schluss. Ich denke, es kommt sehr auf die momentane Verfassung an - und auf die Dosierung!! Berberitzenblätter sind ja wenn dann leicht giftig.
Ich lege viel Wert darauf, dass wir alle wirklich gefährlichen Giftpflanzen kennen. Deshalb ja auch jetzt meine Frage nach Giftlattich ;)
Die meisten Pflanzen in Mitteleuropa sind zwar nicht giftig, aber eher ungenießbar.
Außer den wirklich leckeren eben. Aber auch da - ist nicht für jeden was.... Meine Mutter und meine Schwester kann ich damit jagen.
Dann sollten sie sich auch nicht zwingen, Wildkräuter zu essen!!
Ich denk da immer an die Vergiftung mit bitterer Zucchini. Da war doch sicher einiges an "Überwindung" dabei - ?

Ich esse sehr gerne rohe Brennessel :D
einfach so, zusammengerollt, ohne Rezept

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Anagallis
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von Anagallis » 26.07.2019, 10:21

Fatal im Wortsinne kann die Zubereitung von Smoothies sein, wenn bitteren Pflanzenabfall mit reichlich Zucker verzehrbar gemacht wird.

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