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Epilobium montanum

Wer eine Wildpflanze aus Europa bestimmt haben möchte, kann hier eine Bestimmungsanfrage dazu stellen.

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Forumsregeln
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2. Bitte zu jeder Anfrage einen Fundort (Land,Stadt, Umgebung, Habitat etc.) und Funddatum angeben
3. Bitte nicht mehr als 3 Pflanzen pro Thema anfragen (wird sonst unübersichtlich)
4. Herbarium-Anfragen von Schülern und Studenten werden NUR noch mit eigenen Bestimmungsversuchen akzeptiert - Sonst Löschung des Beitrages

TIPP: Je mehr Detailbilder ihr von einer Pflanze zeigt, also zum Beispiel Gesamtaufnahme der Pflanze, Blatt + Blüte von oben und unten, Stängel unten + oben, Früchte oder weiteres, desto größer ist der Bestimmungserfolg und die Artansprache hier im Forum.
Weiterhin viel Spass im Forum :)
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jake001
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Epilobium montanum

Beitrag von jake001 » 05.07.2019, 15:27

Ich habe mich bei Blumen in Schwaben bis zu Epilobium montanum durchbestimmt.
Haut das hin?
Kein Ausläufer, Sproß unterseits nicht verzweigt, junge Früchte behaart.

Gefunden am 23.06.2019 am Planggenstock, Glarus, CH
Standort: Waldweg
Epilobium montanum_detail_bluete_frontal_01_4forum.JPG
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Anagallis
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Re: Epilobium montanum

Beitrag von Anagallis » 05.07.2019, 19:08

Die Blüte sieht für die genannte Art extrem klein aus. Aus dem Blick auf ein einziges Blattpaar unbekannter Höhe am Stengel mag ich keine Bestimmung ableiten. Die Früchte sehen vertrocknet aus. Habitusbild? Stengelbehaarung? Höhe ü. NN?

jake001
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Re: Epilobium montanum

Beitrag von jake001 » 06.07.2019, 06:49

Fehlanzeige ...
Höhe ü NN kann ich schon noch nachliefern mit 600 oder 700m.
Ja, der Beleg ist ne Woche alt. Aber die Behaarung der Früchte kann man zumindest ordentlich erkennen.

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Anagallis
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Re: Epilobium montanum

Beitrag von Anagallis » 06.07.2019, 17:17

Wenn Du einen Beleg hast, dann rück doch mal raus mit der Sprache oder besser Fotos, die folgendes zeigen:
* Form und Ansatz der unteren Blattpaare.
* Stengelbehaarung unter dem Blütenstand.
* Wenn's da ist, gerne auch vom Wurzelsystem.

Ich frage danach ja nicht aus Jux, sondern weil das wichtige Merkmale in einer schwierigen Gattung sind.

jake001
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Re: Epilobium montanum

Beitrag von jake001 » 07.07.2019, 12:44

Hm, diese Merkmale hatte ich für den Bestimmungsgang gar nicht mehr im Kopf.
Nach welchem Schlüssel bestimmst du denn?
Ja, die Blätter bröseln mir hier unter den Fingern weg, weil leider nicht gepresst ...

Also:
Wurzel: keine Ausläufer.
Frucht: zur Blütezeit samtig kurz behaart
Sproß unter der Blüte: samtig kurz behaart, etwas weniger als die Frucht.

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Anagallis
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Re: Epilobium montanum

Beitrag von Anagallis » 07.07.2019, 13:38

jake001 hat geschrieben:
07.07.2019, 12:44
Nach welchem Schlüssel bestimmst du denn?
Ich benutze keinen Schlüssel mehr sondern nach einer Tabelle mit allen Merkmalen aus der mir verfügbaren Literatur. Die wichtigsten Merkmale (je nach in Frage kommenden Arten) sind Stengelbehaarung unter dem Blütenstand, Form der Narbe (keulig, gespalten, teilweise gespalten), Form der Blätter, Größe der Blätter, Blattrand (Drüsen, Kräuselhaare), Größe, Form und Farbe der Kronblätter, Stellung des Blütenstandes, Stengelform, Größe der Pflanze, Textur der Samen, Samenhals unter dem Pappus, Prozentsatz fruchtbarer Samen, Wurzelsystem (Rhizom, einfach, mit oder ohne Ausläufern, Ausläufer ober- oder unterirdisch, Ausläuferknospen, Dicke und Beblätterung der Ausläufer) und noch einiges mehr.
Ja, die Blätter bröseln mir hier unter den Fingern weg, weil leider nicht gepresst ...
Na ja, aber vielleicht kann man sagen, ob alle unteren Blätter diese breit eilanzettliche Form mit kurzem Stiel und die dunkelgrüne Farbe haben?
Wurzel: keine Ausläufer.
Auch keine Rosettenknospen? Rhizom oder einfaches Wurzelsystem?
Sproß unter der Blüte: samtig kurz behaart, etwas weniger als die Frucht.
Sind das bogig zum Stengel zurückgekrümmte Haare? Finden sich bei sorgfältiger Untersuchung auch sehr kurze Drüsenhaare?

--

Auf Fotos sind die Weidenröschen leider sehr schwer bestimmbar, daher all die Fragen. Mit der Pflanze vor der Nase wäre es in einem Fingerschnippen entschieden, zumindest ob es E. montanum ist oder ein Hybrid.

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Re: Epilobium montanum

Beitrag von jake001 » 07.07.2019, 17:14

P1210008.JPG
P1210008.JPG (131.24 KiB) 111 mal betrachtet
Na ja, aber vielleicht kann man sagen, ob alle unteren Blätter diese breit eilanzettliche Form mit kurzem Stiel und die dunkelgrüne Farbe haben
Na, die ganz unten sind bräunlich und klein.
Auch keine Rosettenknospen? Rhizom oder einfaches Wurzelsystem?
Ich denke einfach.
Sind das bogig zum Stengel zurückgekrümmte Haare? Finden sich bei sorgfältiger Untersuchung auch sehr kurze Drüsenhaare?
Ich glaube, da ist wirklich kaum mehr was zu machen, ich seh nur einen einheitlichen samtigen Belag, keine Zurückkrümmung, Drüsen erst recht nicht.

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Re: Epilobium montanum

Beitrag von Anagallis » 08.07.2019, 00:01

Okay, wenn das so stimmt wie beschrieben (keine bogig zurückgekrümmten Haare am Stengel, keine Drüsen im oberen Stengelbereich, obere Pflanze auf dem letzten Bild aus einem Ausläufer > 5 cm entstanden), dann ist das trotz der Blattform sicher kein E. montanum. Es könnte E. lanceolatum sein oder eventuell E. parviflorum oder ein Hybrid.

Für eine weitere Diagnose wären hilfreich:

* Ist der Stengel im Blütenstand (dicht) drüsenhaarig?
* Spitze der Kelchblätter spitz/stump/stumpflich?
* Sind die Frühte abstehend drüsenhaarig, zersteut drüsenhaarig oder ohne Drüsen bzw. mit feinen, bis 0,3 mm langen Drüsenhaaren?

* Sind die Papillen auf den Samen unrgelmäßig angeordnet oder in Längsreihen?
* Sind die Samen unter dem Pappus abgerundet (Pappus sitzend) oder geschnäbelt?
* Ist ein auffälliger Prozentsatz der Samen verkümmert?

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Re: Epilobium montanum

Beitrag von jake001 » 08.07.2019, 08:50

Ich bin sicher die Wochen noch hin und wieder oben in der montanen, subalpinen und alpinen Stufe unterwegs ... Ich leg die Bilder mal weg als nicht bestimmbar. Schade. Vor allem schade um deine Mühe, aber zumindest kannst du dir dessen sicher sein, dass ein Lerneffekt bei mir eintritt. Das nächste Mal, werde ich möglichst viele dieser Merkmale gleich an der Pflanze prüfen ...

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Re: Epilobium montanum

Beitrag von Anagallis » 08.07.2019, 09:35

Am besten auch einen Beleg inklusive Wurzel mitnehmen und richtig zu pressen. Das Wurzelsystem gibt sehr wertvolle Hinweise. Gut wäre auch, an der noch frischen Pflanze die Staubbeutel, Staubfäden und Griffel zu vermessen - nicht in absoluten Zahlen, sondern relativ zueinander.

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Re: Epilobium montanum

Beitrag von Anagallis » 11.07.2019, 00:45

Hab' heute im Schwarzwald zahlreiche Weidenröschen gesichtet. Bei E. montanum ist die ganze Pflanze ganz fein behaart. Die Früchte auf den Bildern sehen viel zu pelzig aus. Die Drüsenhaare im oberen Bereich und an der Frucht sind auch so fein, daß man schon eine sehr gute Lupe braucht.

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