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Efeu-Blütenstände

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Manfrid
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Efeu-Blütenstände

Beitrag von Manfrid » 11.10.2018, 22:59

Hallo,

neulich habe ich u. a. anhand von hier auf der Ostalb (Heidenheim) aufgenommenen Blütenständen des Efeus einem (hoffentlich) entsprechend interessierten Publikum etwas über die "Quantensprünge" beim Übergang von den Seiten-Blütenständen zur Enddolde dargestellt: Erst tragen die Seitenäste ganze Blütendolden, darüber dann plötzlich Einzelblüten (und gelegentlich Mischmaschgebilde aus beidem). Ich wollte empfehlen, sich das auch in natura anzuschauen, musste aber feststellen, dass bei den dort (Nähe Basel) auf die Schnelle erreichbaren Efeus ganz überwiegend die Enddolden, anstatt die Seiten-Blütenstände zu dominieren, völlig verkümmert waren. Dafür waren die Seiten-Blütenstände oft nochmals verzweigt und sehr kräftig. Das obere Bild zeigt den ersteren, das untere den zweiten Typ.
Nun würde mich mal interessieren, wie es sich damit in anderen Gegenden verhält und freue mich auf Rückmeldungen.

Freundliche Grüße! - Manfrid
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abeja
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Re: Efeu-Blütenstände

Beitrag von abeja » 15.10.2018, 23:13

Hallo Manfrid,
heute bin ich an 4 verschiedenen blühenden bzw. fruchtenden Efeupflanzen vorbei gekommen (allerdings auch in der Nähe von Basel).

Die von dir gezeigte SEHR dominante Enddolde habe ich nicht gesehen, aber es gab zwei verschiedene "Formen", die dann jeweils an der ganzen Pflanze zu sehen waren.
Einmal, wie du es beschrieben hast, mit völlig verkümmerter Enddolde (klein, eingetrocknet, manchmal nur 1-2 Blüten gewesen, manchmal sah man nur eine Narbe, wo das Teil abgefallen war. Verzweigte Seitenblütenstände habe ich allerdings nicht gesehen (oder nicht richtig darauf geachtet).
Dann fand ich andere Pflanzen, wo die Enddolde zwar gut ausgeprägt war, aber nicht so deutlich oberhalb der Seitendolden stand. Diese Enddolde war immer deutlich weiter in der Entwicklung.

Efeu 1, Enddolde verkümmert
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Efeu 2, Enddolde ausgeprägt (und eine einzelner Fruchtansatz)
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Efeu 3, Enddolde ausgeprägt
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Efeu 4, Enddolde verkümmert (mit Halyomorpha halys Nymphen, Neozoon, sehr häufig hier gerade, fast eine Plage)
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Viele Grüße von abeja

Manfrid
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Re: Efeu-Blütenstände

Beitrag von Manfrid » 16.10.2018, 14:11

Hallo abeja,

vielen Dank für die Recherche! Mittlerweile habe ich auch hier in Heidenheim Efeu gefunden, an dem die Enddolden zugunsten der Seitendolden ganz verkümmert sind. Es scheint also mehr von der jeweiligen Pflanze als von der Region abzuhängen. Vielleicht auch vom Alter der Pflanze? (Die mit den ganz dominanten Enddolden hier sind noch nicht lange blühreif.)

Viele Grüße! - Manfrid

AndreasG.
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Re: Efeu-Blütenstände

Beitrag von AndreasG. » 17.10.2018, 11:02

Weiß eigentlich jemand, ob die zahlreichen Efeu-Sorten blühfähig sind? Ich habe bisher nur die normale Art in Blüte gesehen, Zuchtsorten noch nie.

jake001
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Re: Efeu-Blütenstände

Beitrag von jake001 » 26.10.2018, 09:40

Mammern, Hochrhein, 20.10.2018
Hedera helix_detail_fruchtstand_01_kl.JPG
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Manfrid
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Re: Efeu-Blütenstände

Beitrag von Manfrid » 27.10.2018, 22:50

Danke, jake! Also auch da dominante Enddolden und einfache Seiten-Blütenstände. Scheint aber ein reich blühendes, älteres Exemplar zu sein, oder?

Gruß! - Manfrid

jake001
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Re: Efeu-Blütenstände

Beitrag von jake001 » 28.10.2018, 09:48

Manfrid hat geschrieben:
27.10.2018, 22:50
Scheint aber ein reich blühendes, älteres Exemplar zu sein, oder?
Jaja.

Manfrid
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Re: Efeu-Blütenstände

Beitrag von Manfrid » 28.10.2018, 19:32

Danke! Also passt meine These nicht. Scheint nicht so einfach zu sein.

Manfrid

Marlies
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Re: Efeu-Blütenstände

Beitrag von Marlies » 06.11.2019, 23:08

Hallo Manfrid,
interessiert dich dieses Thema noch oder hast du es längst abgehakt? Es gibt nämlich noch eine weitere Version: Seitendolden gar nicht vorhanden bzw. so verkümmert, dass man sie kaum sieht. Gesehen in der Frankfurter Innenstadt/BB. Fotografiert habe ich bisher nicht, der Standort ist ein bisschen schwierig. Vielleicht gibt es ja doch einen geografischen Trend....
Gruß von Marlies

Manfrid
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Re: Efeu-Blütenstände

Beitrag von Manfrid » 08.11.2019, 11:14

Hallo Marlies,

immer her mit Bildern, falls machbar! Solche Themen greife ich doch gerne wieder auf, wenn sich Neues bietet. Es wäre z. B. auch interessant, zu schauen, wie da dann der morphologische Ausgleich vor sich geht: Verzweigt sich da vielleicht der belaubte "Unterbau" stärker, so dass mehr solche einzelnen Enddolden produziert werden können?
Interessant ist die Sache ja auch deswegen, weil es unter den mit den Araliaceen (Efeu) nahe verwandten Apiaceen ebenfalls diese Alternative gibt: entweder dominante Enddolde - z. B. Heracleum - oder besonders kümmerliche Enddolde und dafür umso mehr Seitendolden - z. B. Anthriscus sylvestris.

Manfrid

Marlies
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Re: Efeu-Blütenstände

Beitrag von Marlies » 10.11.2019, 18:38

Nachdem das Fotografieren der Seitendoldenlosen in der Innenstadt gescheitert ist (zu hoch, zu dunkel), nun ein sehr altes, ca. 20 m hoch kletterndes Ex. vom Hauptfriedhof FF: Auch hier fast immer nur Enddolden, ganz vereinzelt mal ein völlig verkümmerter Seitenblütenstand, der bei Berührung sofort abfällt.
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DSC_3737_min.jpg
DSC_3737_min.jpg (208.5 KiB) 124 mal betrachtet
Aber:
Manfrid hat geschrieben:
08.11.2019, 11:14
Es wäre z. B. auch interessant, zu schauen, wie da dann der morphologische Ausgleich vor sich geht: Verzweigt sich da vielleicht der belaubte "Unterbau" stärker, so dass mehr solche einzelnen Enddolden produziert werden können?
Es ist mir völlig schleierhaft, wie dieses 'Schauen' vonstatten gehen soll. Dafür müsste man doch systematische vergleichende Betrachtungen anstellen von Exemplaren, die ansonsten (Alter, Standortfaktoren...) völlig identisch sind - oder etwa nicht?
Marlies

Manfrid
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Re: Efeu-Blütenstände

Beitrag von Manfrid » 10.11.2019, 19:48

Besten Dank, Marlies, für Deine Bemühungen! - Schon interessant, so ein kurzer Fruchtstand. Bei den ganz oben gezeigten, noch knospigen Heidenheimer Exemplaren ist es auch so, dass die Seiten-Dolden nach der Blüte (fast) alle absterben und abfallen. Aber es scheinen doch zunächst mehr da zu sein als bei den Frankfurtern.
Was das 'Schauen' nach dem morphologischen Ausgleich anbelangt: der ist ja bei den anderen gezeigten Varianten recht deutlich - ganz unabhängig von der (ungeklärten) Frage, ob da Alters- oder Standort-Unterschiede eine wesentliche Rolle spielen. Aber es stimmt schon: ganz trivial ist die Sache nicht. Man bräuchte etwas Erfahrung mit mehreren Exemplaren von "frankfurtensis" und einen Blick auf einen Bereich mit vielen solchen Blüten- bzw. Fruchtständen, wo z. B. auch Länge und Verzweigungsgrad der vegetativen Unterbaue abschätzbar sind. Ist ja auch nicht gesagt, dass dabei etwas Ausgleichsmäßiges im vermuteten Sinne herauskäme. Vielleicht blühen und fruchten die Exemplare ja insgesamt weniger und wachsen dafür stärker vegetativ oder Ähnliches.

Manfrid

Marlies
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Re: Efeu-Blütenstände

Beitrag von Marlies » 10.11.2019, 22:10

Was das 'Schauen' nach dem morphologischen Ausgleich anbelangt: der ist ja bei den anderen gezeigten Varianten recht deutlich -
Du siehst etwas, was ich nicht sehe - aber das hatten wir hier ja schon öfter. Es ist halt nicht mein Fachgebiet und insofern eigentlich Ende der Diskussion. Aber ich hatte vorhin noch etwas vergessen: In einer hohen, efeubewachsenen Mauer haben hier Waldohreulen ihren Ruheplatz, deswegen war ich unlängst nachsehen. Dort findet man Efeu in verschiedenen Entwicklungsstadien. Der alte ist 'frankfurtensis' in Reinkultur. Der jüngere hingegen hat zwar ausgeprägte Enddolden aber eben auch fruchtende (einfache) Seitendolden.... Eigentlich wird es immer schwieriger, irgendwelche Regeln abzuleiten.
Gruß von Marlies

Manfrid
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Re: Efeu-Blütenstände

Beitrag von Manfrid » 11.11.2019, 09:16

Marlies hat geschrieben:
10.11.2019, 22:10
Eigentlich wird es immer schwieriger, irgendwelche Regeln abzuleiten.
Nicht verzagen! Die Beobachtung, dass ein gewisses Entweder-Oder besteht in Bezug auf End- und Seitendolden, ist doch schon mal was, und viele weitergehende Beobachtungen haben wir ja noch nicht, können sie aber unter dem gewonnenen Gesichtspunkt machen. Zu der Annahme, dass in solchen Sachen Regellosigkeit herrscht, können wir uns ja doch schlecht überreden - so bequem diese Annahme auch wäre.

Manfrid

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