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Campingplätze

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Kraichgauer
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Campingplätze

Beitrag von Kraichgauer » 14.10.2021, 11:30

Sehr interessanter "neuer" (2020) Artikel auf der Gorteria-Website zum Herunterladen (172 MB):
Verloove, F., Gonggrijp, S., Van Vooren, P., Mortier, B. & Barendse, R. (2020): Campsites as unexpected hotspots for the unintentional introduction and subsequent naturalization of alien plants in Belgium and the Netherlands. – Gorteria 42: 66 – 107.

Viele überraschende Arten, ein Teil davon dürfte auch in Deutschland vorkommen (Soliva sessilis etc.).

Campingplätze sind eh' gut, ich erinnere an den berühmten in Hegne am Bodensee mit Ranunculus reptans und Myosotis rehsteineri, während im NSG nebendran beide Arten schon längst verschwunden sind.

Gruß Michael

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botanix
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Re: Campingplätze

Beitrag von botanix » 14.10.2021, 22:18

Hallo Michael,
Danke für den Hinweis, war mir entgangen. [Das pdf ist auch nur 7 MB groß, nicht 172 MB]
Allerdings dürften die Bedingungen auf den Campingplätzen an der Küste von BE + NL um einiges günstiger sein als im deutschen Binnenland (Klima + nährstoffarme lückige Sandböden auf den Stellplätzen). Eine Kontrolle von Campingplätzen auf Neophyten erscheint mir trotzdem durchaus lohnenswert, es werden bestimmt auch hier einige Sippen aus anderen Ländern mit den Wohnmobilen / Wohnwagen verschleppt. Wird aber von der Platzbeschaffenheit abhängen, ob er den überwiegend südlicheren Arten zusagt, also sonnig ist mit lückigen, sandig-kiesig-steinigen Stellflächen.
In unserem Kartierungsgebiet gibt es zwei Campingplätze, ist schon mal als Vorschlag für 2022 notiert :)
Gruß
Peter
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Anagallis
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Re: Campingplätze

Beitrag von Anagallis » 14.10.2021, 22:24

Ich war heute gleich am Campingplatz bei Rheinmünster (W Rastatt). Der Boden besteht aber aus Lehm, wenn auch stellenweise Sand und Kies aufgeschüttet sind. Nun gut, das meiste hätte man im Oktober sowieso nicht finden können, d.h. es war erfolglos was Neophyten angeht.
botanix hat geschrieben:
14.10.2021, 22:18
In unserem Kartierungsgebiet gibt es zwei Campingplätze, ist schon mal als Vorschlag für 2022 notiert :)
Sag' mal Bescheid, wenn's soweit ist.

Garibaldi
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Re: Campingplätze

Beitrag von Garibaldi » 15.10.2021, 08:52

Der Artikel ist interessant, aber ich teile die Einschätzung, dass die Campingplätze im Westen vermutlich artenreicher sind. Hier im Osten (Berlin/Brandenburg) liegen Campingplätze öfters in sandigen Kiefernwäldern. Es gibt aber Ausnahmen und die sind dann doch interessant, weil hier die Trittbelastung durch Gäste die Beweidung ersetzt. Das gilt für Seeufer, übrigens auch an Badestellen. Hier sind in der Vergangenheit immer mal Arten gefunden worden, die sehr selten oder sogar ausgestorben waren in der Region, wo sie plötzlich wiedergefunden wurden (z.B. Blysmus compressus).

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Anagallis
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Re: Campingplätze

Beitrag von Anagallis » 15.10.2021, 10:48

Auf der Karte im Papier sieht man, daß viel öfter an der Küste etwas gefunden wurde. Ob das jetzt an den Standortbedingungen dort liegt, an der menge der Besucher oder einfach an der Menge der Campingplätze ...

Kraichgauer
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Re: Campingplätze

Beitrag von Kraichgauer » 15.10.2021, 23:16

Es ist auch kein Zufall, dass die belgischen/holländischen Botaniker auf Campingplätze müssen. Ansonsten sind die besten Biotope in Belgien die Sand- und Schotterbrachen in den Häfen (die sind aber klasse, wie ich von Oenothera-Exkursionen weiß. Nur gerät man gelegentlich in Gefahr, verhaftet zu werden). Die belgische Küste ist so was von betoniert...

Die Sanddünen rund um Zandvoort in Holland sind klasse, auch diejenigen im Rhein-Maas-Mündungsgebiet. Da ist auch die Hölle los wg. Erythrosperma.

Gruß Michael

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