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ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

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wall2000
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ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von wall2000 » 13.06.2009, 23:12

Hallo ?

Wollte mal fragen, ob hier eigentlich niemand Wildpflanzen ist.

Ich hab zwei Fragen reingestellt und würde das gerne mal diskutieren.
Im Unterforum "welche Pflanze ist das " kommt innerhalb eines Tages 5 Antworten.
Doch hier krieg ich noch keine Antwort, obwohl soviel Leute den Beitrag angeklickt haben.

Ißt hier denn niemand Wildpflanzen, oder hat Erfahrung damit gemacht ?

samy
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von samy » 24.07.2010, 22:15

Jo ich esse gerne Wildpflanzen. Habe gestern eine Löwenzahn-Brenessel-Girsch-Suppe gegessen war Lecker... gibt auch gute Bücher zu diesem Thema..

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Rhincodon_typus
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von Rhincodon_typus » 25.07.2010, 13:38

Ich trinke hauptsächlich Tees, z.B. Lindenblüten, Odermennig, Thymian, Kamille, Johanniskraut. Im Frühjahr kochen wir Brennesselsuppe. Ansonsten nutze ich Pflanzen als Gewürze z.B. Majoran, Thymian, Minze, Giersch, Gänseblümchen, Gundermann, Bohenkraut oder Kerbel. Da ich mitten in der Stadt wohne, kommt es allerdings nicht oft vor, dass ich Kräuter sammle oder frisch verwende. Giersch wächst noch vor der Tür, für andere Pflanzen muss ich schonmal etwas weiter fahren. Wenn hier niemand Erfahrungen mit Wildkräutern hat, könntest du ja mit den Pflanzenteilen und -mengen experimentieren und das geschmackliche Ergebnis an uns weitergeben. Wenn du Bücher nutzt und dich nicht zwingst eklige oder bittere Pflanzenteile zu essen, bloß weil sie gesund sein sollen kommen sicherlich auch keine Vergiftungen vor (Gerüchten zufolge wurde schon Bärlauch mit Maiglöckchen verwechselt).

Sabine
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von Sabine » 31.07.2010, 08:02

Hallo
Wir kochen öfters Sauerampfersuppe und dekorieren den Salat mit Blüten von Nachtkerze und Gänseblümchen.
Junger Löwenzahn und Scharbockskraut würzen einen gekauften Salat und er schmeckt gleich besser.
Viele Grüße
Sabine

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huey
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von huey » 01.05.2011, 22:03

Da ich im Garten viel Giersch habe, habe ich einfach angefangen ihn aufzuessen. Geht super als....Gierschsuppe.

greenthumb
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von greenthumb » 20.05.2011, 19:39

ich hab früher oft wildpflanzen gegessen.
hatte vor einigen jahren mit ein paar freunden ne wildwuchernde kleine hanfplantage.
dazwischen wuchs löwenzahn und scharbockskraut. wenn wir hanfsamen geerntet hatten und ein bißchen übermütig wurden, sind wir ziemlich darauf abgegangen.
hatte es total vergessen. mir schmeckte es eigentlich immer gut. sollte mich vielleicht nochmal damit beschäftigen, was man bei mir so finden kann.

niXda

Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von niXda » 03.06.2011, 15:27

greenthumb hat geschrieben:...
hatte vor einigen jahren mit ein paar freunden ne wildwuchernde kleine hanfplantage.
...
Na soo wild kann die hierzulande nicht gewesen sein.. :wink: :lol:

Sus-anne
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von Sus-anne » 05.06.2011, 09:10

Ich esse regelmäßig Wildpflanzen, sie stehen fast täglich auf meinem Speisplan. Zur Zeit liebe ich Platterbsen, Lindenblätter, Brennnesselbätter und Walderdbeeren. Ich esse alles direkt aus der Natur, d.h. jede Pflanze für sich und bereite sie auch nicht zu. Schmeckt einfach am besten und man läuft nicht Gefahr, sich mit einer unbekannten Pflanze zu vergiften. Falls eine Pflanze sich als ungenießbar erweist, kann man sie direkt wieder ausspucken. :D

Liebe Grüße
Susanne

apatride
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von apatride » 25.06.2011, 09:03

Hier in Frankreich isst man viel Wildpflanzen, man sieht häufig Menschen suchend durch die Botanic wandern. Häufigster Salat ist "Piss en Lit" = Bettseicher (südd.) oder Löwenzahn. Kann man auch auf Märkten kaufen. Auf einer geführten Wanderung lernte ich Nombreil du Venus kennen. Der Nabel der Venus ( Umbilicus rupestris) findet sich häfig an Trockenmauern, er erinnert etwas an Kresse, aber nicht so schcharf. Rucola und Feldsalat finden sich auch wild, mit dem Nabel der Venus gemischt, ein paar körnchen Mersalz, etwas Olivenöl und Pamesan drübergehobelt, köstlich.
Apatride

babuschka
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von babuschka » 26.06.2011, 12:48

Auch ich gehöre zu denen, die regelmäßig ihren Garten und die nähere Umgebung "abgrasen". So habe ich im Frühjahr jeden Tag meinen abendlichen Salat statt mit Eisbergsalat einfach mit Löwenzahn gemacht und dann noch eine Tomate mit reingeschnippelt. Meiner Familie schmeckt auch ein Kräutersüppchen aus Giersch, Gänsefingerkraut, Brennnesseln, Spitzwegerich und einen kleinen Blättchen
Liebstöckel sehr gut. Das Rezept gebe ich gern weiter. Im Moment habe ich Spitzwegerichsirup angesetzt. Und gegen kleine oder größere Wehwehchen Johanniskrautöl und Johanniskrauttinktur.
Die Natur bietet auf jeden Fall ein reiches Betätigungsfeld und es wird einem nie langweilig. Fast hatte ich noch vergessen, dass ich jetzt bald wieder Heidelbeeren sammeln gehe und im Herbst Schlehen.
Wie gesagt, es gibt immer was zu Sammeln.

Pflanzenfreundin
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von Pflanzenfreundin » 03.07.2011, 23:47

Für gemischte Salate eignen sich viele Wildkräuter als Zugabe in kleinen Mengen, wie z. B. die Blüten der Nachtkerze oder des Wiesenklees, die Vogelmiere, Blätter und Samen von Spitz- und Breitwegerich.
Für Tees kann man Blätter von Himbeere und Brombeere, Brennessel, Spitzwegerich, Schargarbe frisch oder getrocknet verwenden, ebenso Johanniskraut, Lindenblüten und Blätter, Holunderblüten.
Holunderblüten sind besonders lecker in Pfannkuchenteig gebacken oder als Sirup oder Gelee zubereitet.
Zur Information:
http://www.kaesekessel.de/kraeuter/sammelkalender.htm
http://www.kraeuter-verzeichnis.de/wirkung/index.html
Mitunter werden auch Kräuterwanderungen angeboten, wo man sich genauer über die Verwendung von Wildkräutern informieren kann.
Viele Grüße
Pflanzenfreundin

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dragis
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von dragis » 20.07.2011, 15:42

Hallo,

mein highlight bei den Wildpflanzen ist der Bärlauch, auf den warten wir im Frühling immer schon sehnsüchtig, er wird auch zu Pesto verarbeitet.
Und wir sammeln auch Holunderbeeren, wilde Brombeeren und Himbeeren (wenn wir welche finden :wink: ), die werden zu Marmelade verarbeitet oder zu Hollerröster.
Bei den anderen Kräutern bin ich schon sehr vorsichtig geworden, es ist ja nicht leicht, irgendwo Naturräume zu finden, die nicht verschmutzt sind.

lg, dragis

Murx Pickwick
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von Murx Pickwick » 20.07.2011, 20:35

Naja ... das Problem ist nur, woher bekommst du dann noch dein Essen?
Gibts denn noch sowas, wie unbelastetes Essen?

Das, was du an der Gemüsetheke oder Obsttheke holst, ist genauso verschmutzt, selbst dann, wenn es Bio ist.
Da gibts nur noch den Unterschied zwischen noch zusätzlich ordentlich mit Pestiziden und Kunstdüngern angereichert und der Version mit sehr wenig Pestiziden und Kunstdünger ... was da draußen auf den Feldern wächst, auch Bio, ist genauso mit Dieselabgasen, Schmierölen und ähnlichem belastet, wie an Waldwegen, auf Wiesen oder auf Weiden.

Ich mach mir da langsam keine Gedanken mehr, zumal Wildpflanzen noch deutlich mehr sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, welche dem Körper helfen, mit den Umweltgiften fertigzuwerden, wie Kulturpflanzen.

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dragis
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von dragis » 24.07.2011, 10:12

Hallo Murx Pickwick (witziger Name)!

Du hast natürlich recht, aber viele Wildpflanzen finden sich halt an den Wegrändern, die Wiesen sind überdüngt und geben nicht viel her, und Garten habe ich keinen.
Und das sind auch meist die Spazierwege der Menschen mit und ohne Hund... :roll:

lg, dragis

Murx Pickwick
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Re: ißt hier denn niemand Wildpflanzen ?

Beitrag von Murx Pickwick » 27.07.2011, 12:48

Ich seh hier (und nicht nur hier) ja, was alles so auf den Gemüsefeldern an Hinterlassenschaften landet ... Gülle in Reinstform von Rind und Schwein - bäh!
Da wird sich teils nicht mal die Mühe gemacht, das Zeug unterzubuddeln, sondern es wird direkt über die Pflanzen gesprüht.
Ich muß ganz ehrlich sagen, bevor ich am Gemüsefeldrand sammeln geh, geh ich lieber auf dem Hauptwanderweg von Hundebesitzern sammeln - das Hundeglück sieht man wenigstens und kann weiträumig drumrum die Pflanzen stehenlassen.

Allerdings versteh ich es schon, wenn dann die Wegränder eh schon mit Hundeglück gepflastert sind, daß einem da der Appetit vergeht, schließlich gehts mir genauso ... man darf echt nicht mehr drüber nachdenken, was man ißt.

Wohnst du in der Stadt?
Da finden sich einige wirklich unbelastete Stellen, wo man tatsächlich noch für den eigenen Kochtopf sammeln gehen kann:
Alte Friedhöfe beispielsweise haben meist einen Bereich, der nur ab und an gemäht wird, sonst wächst das alles dort sehr naturbelassen und wird im Gegensatz zu den Gräbern auch weder gedüngt noch gespritzt. Das, was man da findet, ist oft unbelasteter, wie das, was man auf dem Lande auf den Wiesen findet. Es lohnt sich hier mit den Friedhofswärtern zu reden.
Dann sind einige Hinterhöfe wahre Paradiese für Stachellattich und Co, einfach weil sie kaum mehr genutzt werden und dort auch keine Hunde unterwegs sind. Manchmal bekommt man sogar Geld dafür, daß man sich dort sein Mittagessen zusammenpflückt :D
Zumindest in Berlin nehmen die Dachgärten zu - auch hier finden sich relativ unbelastete Wildpflanzen, allerdings muß man wissen, wer für den Dachgarten verantwortlich ist - und das ist oft recht schwierig herauszufinden.
In vielen Städten hat der NABU oder ähnliche Vereine Bereiche abgesperrt, die nur noch für die Wildtiere da sind - die müssen gepflegt werden, sonst wächst da über kurz oder lang irgendwann nur noch Buchenmischwald oder ähnlich artenarme Pflanzengesellschaften. Wenn man sich da mit den Leuten gutstellt, darf man ab und an mit und pflücken ... zumindest, wenn man sich mustergültig benimmt.

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