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Euonymus fortunei als Futterpflanze ?

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Schnubbelienchen
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Euonymus fortunei als Futterpflanze ?

Beitrag von Schnubbelienchen » 23.07.2008, 18:51

Hallo an alle Pflanzenkenner !

Ich habe wohl schon herausgefunden, dass es sich bei der gemeinten Pflanze um 'Euonymus fortunei' handelt - bin mir als Laie aber zu unsicher und habe daher noch mal ein Bild eingestellt
Bild
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Nun zum eigentlichen : unsere Ziegen bekommen aus unserem Garten immer den ganzen Schnitt - daher würde ich gerne wissen, ob diese Pflanze gefüttert werden darf.
Habe schon den 'Google' bemüht, aber nicht wirklich etwas stichhaltiges herausgefunden ....

???????????????

es grüßt Schnubbelienchen

arolina66
Beiträge: 735
Registriert: 30.05.2007, 21:24
Wohnort: Schauenburg bei Kassel

Re: Euonymus fortunei als Futterpflanze ?

Beitrag von arolina66 » 22.11.2009, 18:17

Ich hoffe deine Ziegen leben noch...wenn das wirklich dieser Strauch ist (als panaschierte Form) ist er stark giftig!
http://www.baumkunde.de/Euonymus_fortunei/
Viele Grüße, Christine

Murx Pickwick
Beiträge: 76
Registriert: 12.07.2011, 21:09

Re: Euonymus fortunei als Futterpflanze ?

Beitrag von Murx Pickwick » 13.07.2011, 15:27

Was soll die Panikmache?

Unter Baumkunde.de steht nicht mal bei, welcherart die Giftigkeit sein soll und was für den Menschen stark giftig ist, muß für Ziegen noch keinesfalls giftig sein! Weiterhin fehlt die Quelle zu dieser Angabe ...
Solange Ziegen nicht hungern, einseitig ernährt werden oder hauptsächlich mit Industriefutter gefüttert werden, wissen sie sehr genau, was sie wovon wieviel vertragen - die fressen sogar das für uns stark giftige Johannesgreiskraut in geringen Mengen, ohne daß es ihnen schadet!
Ich persönlich würd mich in jedem Fall eher auf die Ziegen verlassen, wie irgendwelche merkwürdigen Angaben im Internet.
Die Ziegen merken nämlich, wenn sie Bauchweh bekommen - die Angaben im Internet sind dagegen teilweise aus Unsicherheit heraus entstanden und basieren nicht auf Wissen und Beobachtung, sondern auf Vermutung und Abschreiben. Kurzum, im Internet wird schnell mal Fakt, was oft genug falsch abgeschrieben wurde ...

Frohne & Pfänder, Giftpflanzen referiert nur über das Pfaffenhütchen genauer und erwähnt nur, daß in anderen Euonymus-Arten unter anderem Cardenolide gefunden wurden ... deshalb interessant, da es unter den Cardenoliden tatsächlich etliche Wirkstoffe gibt, die den meisten unserer Haustiere nicht zuträglich sind.
Den Frohne & Pfänder nutz ich so gern, da er hauptsächlich auf Primärliteratur zurückgreift und damit tatsächlich beobachtbare Phänomene beschreibt. Außerdem ist angegeben, woher was kommt, man kann sich also auch selbst durch die Quellen wursteln und seine eigenen Schlüsse draus ziehen.

Was die Empfindlichkeit auf Wirkstoffe selbst angeht, gibt es enorme Unterschiede zwischen den Arten ... und Ziegen gehören zu den Tieren, die selbst Eisenhut noch in kleinen Mengen fressen, die unsereinen in gleicher Menge locker ins Grab bringen und das ganz ohne, daß der Eisenhut auch nur kleinste Vergiftungssymptömchen bei den Ziegen hervorrufen könnte! Deshalb bezweifel ich, daß dieses panaschierte Gewächs, was auch immer es ist, eine artgerecht ernährte Ziege vergiften kann ...
Klar, mangelernährte, einseitig ernährte oder industriefuttergefütterte Ziegen werden sicherlich sehr viel empfindlicher reagieren, also wer seine Ziege frisch aus nem Massentierstall gerettet hat, sollte hier lieber vorsichtig mit Brombeere und Co die Ziegen an eine artgerechte Speisung heranführen. Aber das sollte einem eigentlich so rein theoretisch schon der eigene, hoffentlich gesunde Menschenverstand sagen ...

Zur artgerechten Ernährung gehören Buschwerk, Stachelgewächse aller Art, Nadelgehölz, Gräser und Kräuter in möglichst hoher Artenanzahl. Ziegen fressen von allem immer nur wenig und "verdünnen" auf die Art und Weise die in ihren Nahrungspflanzen enthaltenen Gifte.

Quellen auf die Schnelle:
Frohne & Pfänder (2004): Giftpflanzen; wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 5. Aufl.
Alpinet GHEEP: Alpung

Gerade im Naturschutzbereich gibt es inzwischen etliche Studien darüber, was Ziegen tatsächlich an Pflanzen fressen - es bleibt so gut wie keine Pflanze, und sei sie noch so giftig, wirklich verschont, man kann hier nur noch sagen, was viel und was wenig gefressen wird ... und die Naturschutzziegen sind trotz des Fressens (oder vielleicht gerade durch das Fressen?) von hochgiftigen Pflanzen deutlich robuster und gesünder, wie ihre auf abgefressenen Weidelgras-Hahnenfußwiesen und mit Pellets gemästeten Artgenossen!

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