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Karottengrün

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Puck
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Karottengrün

Beitrag von Puck » 10.10.2014, 18:20

Hallo! Guten Tag!

Ist Karottengrün essbar, oder ist es sogar giftig? - Großer Streit in meinem Bekanntenkreis.

Wieviel darf man davon essen, ohne Langzeitschäden, wenn überhaupt? Oder ist es, etwa als Salat, uneingeschränkt essbar?

Vielen Dank für eine sinnvolle Antwort.

Puck1

abeja
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Re: Karottengrün

Beitrag von abeja » 22.10.2014, 22:18

Hallo,
die Möhre (auch die im Laden) heißt botanisch ja Daucus carota, die Wildform ist weit verbreitet.
Giftig ist an Daucus carota nichts (wenn man denn die Blätter eindeutig von giftigen Doldenblütern abgrenzen kann).
In diversen Web-Dokumenten findet man Hinweise auf die Verwendung der Blätter (Blätter bei normeler Supermarktware eventuell chem. belastet ?)

http://www.naturparke.at/downl/gruenzeu ... carota.pdf
http://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Wilde-Moehre.html
Viele Grüße von abeja

Puck
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Re: Karottengrün

Beitrag von Puck » 23.10.2014, 22:36

Liebe Abeja (und alle, die es interessiert)!

Vielen Dank für deine ausführliche und gut dokumentierte Antwort.

Es ist erstaunlich, wie viele Leute glauben, dass Karottengrün giftig ist. Wir haben an dem Tag, als ich hier, im Forum nachfragte, also am 10. , zu dritt, und zwei davon ziemlich viel, Karottengrün gegessen, und wir leben alle drei noch. Es war allerding aus dem eigenen Garten ohne Spritzmittel und so. Aber Bekannte haben so schockiert reagiert, dass ich nachfragen musste. Auch in den letzten zehn Tagen bekam ich entsetzte Reaktionen und Bemerkungen über Langzeitschäden. Weiß jemand, woher der Aberglaube kommt?

Nochmals, Abeja, vielen Dank.

Puck

niXda

Re: Karottengrün

Beitrag von niXda » 24.10.2014, 12:57

In "Das Grosse Lexikon der Heilpflanzen" von Andrew Chevallier heißt es zu Daucus carota: "Inhaltsstoffe: ...Möhrenblätter enthalten das Polyin Falcarinol, das in höheren Konzentrationen toxisch ist.".
http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6hre ... iftwirkung
http://de.wikipedia.org/wiki/Falcarinol

abeja
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Re: Karottengrün

Beitrag von abeja » 25.10.2014, 15:28

Hallo,
womit "niXda" wieder seinem Namen gerecht worden ist :P , also mmh "Falcarinol" ... man sollte eben immer erst mal bei Wiki schauen ...
aber dann kann man noch unendlich weiterrecherchieren:

diesem Pflanzenstoff werden ja auch viele positive Wirkungen zugeschrieben (siehe Links von niXda) und es wird sogar versucht, den Gehalt von Falcarinol bei der Zubereitung von Karotten möglichst zu erhalten.

Worin besteht also die Giftigkeit (für den Menschen allg., nicht für böse Pilze und Krebszellen etc.)?
Genannt wird auch eine allergisierende Wirkung bei Hautkontakt (überwiegend jedoch beim ebenfalls diesen Stoff enthaltenen Efeu)
Ein Grenzwert bei der Nahrungsaufnahme wird nirgends (jedenfalls nicht auf Anhieb findbar) genannt.
Karotten (es wird nicht gesagt, ob in der Wurzel deutlich weniger als im Grün) sollen ca. 2 mg/kg Falcarinol enthalten.

Vage ist mir in Erinnerung, dass man z.B. auch nicht pfundweise Petersilie essen sollte (unabhängig von sonstigen positiven Inhaltsstoffen).
Die Vermutung liegt nahe, dass es in vielen Pflanze (in diesem Fall den Vertretern der Apiaceae) Stoffe gibt, die in der einen Dosis nützlich sind und in großen Dosen eher schädlich. Aber ab welcher Dosis schädlich, und schädlich in welcher Hinsicht ???

Neben Falcarinol gibt es noch ähnliche verwandte Stoffe in den Apiaceae (also auch in Gemüse wie Sellerie, Fenchel etc), diese Substanzen werden "Aliphatic C(17)-polyacetylenes of the falcarinol type" genannt.
Aus PubMed:
"Aliphatic C(17)-polyacetylenes of the falcarinol type as potential health promoting compounds in food plants of the Apiaceae family."
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21114468

Sucht man "Aliphatic C(17)-polyacetylene toxicity", in der Erwartung, Näheres zu finden, stößt man u.a. auf u.g. PDF
aus dem
Journal of Pharmaceutical and Biomedical Analysis 41 (2006) 683–693
Review Bioactive polyacetylenes in food plants of the Apiaceae family: Occurrence, bioactivity and analysis
http://www.oresundfood.org/files/b0a3a8 ... 83-693.pdf (11 Seiten)
darin zur Neurotoxizität
The neurotoxicity of falcarinol (1) has been demonstrated upon injection into mice (LD 50 = 100 mg/kg) whereas no acute effects have been demonstrated for the related falcarindiol (2)[32]. The type of neurotoxic symptoms produced by falcarinol is similar to those of oenanthotoxin and cicutoxin, although a much higher dose is required, and no poisoning of mammals has been reported from voluntary ingestion of natural source
darin zur Allergenisierung:
Many plants containing aliphatic C17-polyacetylenes have been reported to cause allergic contact dermatitis (ACD, Type IV allergy) and irritant skin reactions [33] .
It has been shown that falcarinol (1) is responsible for most of the allergic skin reactions caused by plants of the Apiaceae and Araliaceae [33–37] , whereas related polyacetylenes such as falcarindiol (2) and falcarinone (6)(Fig. 1) do not seem to be allergenic [34]. The allergenic properties of falcarinol indicate that it can form a
hapten–protein complex (antigen). This is probably due to its hydrophobicity and its ability to form an extremely stable carbocation with the loss of water, thereby acting as a very reactive alkylating agent towards mercapto and amino groups in proteins and other biomolecules. This mechanism may also explain its anti-inflammatory and antibacterial effect (Section 3.4 ), its cytotoxicity (Section 3.5 ) and perhaps its bioactivity in general. ACD from common vegetables of the Apiaceae is known but rare [36,37] ,probably due to their relatively low concentrations of allergenic polyacetylenes compared to ornamental and wild plant species [33] , or possibly a desensitising effect of oral intake.
Viele Grüße von abeja

Puck
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Re: Karottengrün

Beitrag von Puck » 26.10.2014, 18:46

Lieber niXda und liebe Abeja!

Vielen Dank für eure ausführlichen Hinweise. Ich entnehme dem, dass Karottenwurzeln sehr gesund sind (das habe ich schonvorher angenommen) und dass gegen den Verzehr von Karottengrün auch nichts einzuwenden ist, in Grenzen, und wenn man sich ein bisschen beobachtet, ob man es verträgt. Größte Vorsicht ist allerdings geboten, dass man das Karottengrün nicht mit dem Schierling verwechselt.

Könnt ihr diese Zusammenfassung bestätigen?

Nochmals vilen Dank,

Puck

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Anagallis
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Re: Karottengrün

Beitrag von Anagallis » 27.10.2014, 01:06

Puck hat geschrieben:Ich entnehme dem, dass Karottenwurzeln sehr gesund sind (das habe ich schonvorher angenommen)
Halte ich für unbelegten Aberglauben, siehe z.B. "Pollmer U, Warmuth S: Lexikon der populären Ernährungsirrtümer. Piper, München 2009" oder http://de.wikipedia.org/wiki/Carotine ("Die American Cancer Society verlangt Warnschilder auf β-Carotin-haltigen Waren, um Raucher auf ein möglicherweise gesteigertes Lungenkrebsrisiko hinzuweisen.") oder http://www.deutschlandradiokultur.de/ue ... _id=241441.
abeja hat geschrieben:Aus PubMed:
"Aliphatic C(17)-polyacetylenes of the falcarinol type as potential health promoting compounds in food plants of the Apiaceae family."
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21114468
"Potentiell" gesundheitsfördernd = Wunschdenken? Schon der "abstract" der Publikation ist pures Gesundheitspropagandablabla.
D.

Puck
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Re: Karottengrün

Beitrag von Puck » 27.10.2014, 17:34

Liebe Anagallis, Lieber Nixda, liebe Abeja!

Ich danke euch allen, dass ihr diese Diskussion, ausgelöst durch meine harmlos gemeinte Anfrage, mit wertvollen Informationen bereichert.

Anagallis, ich bitte dich, mich zu korrigieren, wenn ich dich missverstanden habe: Aber deine Warnung bezieht sich doch in erster Linie auf Tabletten. Ich bin informiert, dass es einen großen Unterschied macht, ob man diese Bestandteile in Tablettenform oder als Pflanze isst. Ich freue mich, dass dein Beitrag hoffentlich die Diskussion ankurbelt.

Ich wollte nur für den praktischen Gebrauch wissen, ob Karottengrün aus dem eigenen oder Freundesgarten in größeren oder kleineren Mengen essbar ist.

Ich entnehme euren Beiträgen, dass KarottenWURZELN uneingeschränkt gesund sind; schließlich gibt man sie ja auch Babys nach der Muttermilch. Ihren vollen Nährwert erfahren sie mit Sonnenlicht und etwas Fett, Butter oder Öl, worauf man aber, so denke ich, nicht extra achten muss, dem kommt man ohnehin nicht aus. KarottenGRÜN ist auch essbar. Wenn man aber, aus welchen Gründen immer, Karottengrün in größeren Mengen essen will, sollte man seinen Körper ein bisschen beobachten, ob man es auch verträgt.

Größte Vorsicht ist geboten, das Karottengrün nicht mit dem Schierling zu verwechseln, der ein tödliches Gift ist. Vorsicht ist auch geboten mit Karottengrün aus dem Supermarkt. Da es unüblich ist, Karottengrün zu essen, kann es sein, dass da nicht mit der notwendigen Sorgfalt umgegangen wird.

ICH BITTE ALLE, DIE DAVON WISSEN, MICH ZU KORRIGIEREN ODER ZU ERGÄNZEN.

Puck

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Anagallis
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Re: Karottengrün

Beitrag von Anagallis » 27.10.2014, 20:34

Puck hat geschrieben:Anagallis, ich bitte dich, mich zu korrigieren, wenn ich dich missverstanden habe: Aber deine Warnung bezieht sich doch in erster Linie auf Tabletten.
Das ist keine Warnung, sondern nur der Hinweis darauf, daß alle eßbaren Dinge zwei Seiten haben. Ob die erwähnten Warnungen sinnvollerweise nur für Tabletten zu gelten haben, kann ich nicht beurteilen. Nimm es als bescheidenen Hinweis, daß z.B. für Raucher die Behauptung "Karotten sind Gesund" möglicherweise nicht gilt.
Ich entnehme euren Beiträgen, dass KarottenWURZELN uneingeschränkt gesund sind
Das sind sie ganz sicher nicht uneingeschränkt, denn die Dosis macht das Gift. Es existieren keine seriösen Formeln der Art "Lebensmittel X = gut". Es kommt grundsätzlich auf Umstände, Menge etc. an.
schließlich gibt man sie ja auch Babys nach der Muttermilch.
Es soll ja Leute geben, die füttern Ihre Kleinkinder mit so viel Karotten, daß sich deren Haut gelb verfärbt: http://en.wikipedia.org/wiki/Carotenodermia .

D.
D.

Puck
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Re: Karottengrün

Beitrag von Puck » 30.10.2014, 22:57

Hallo, Anagallis! Und alle Interessierte!

Danke für deinen Beitrag, der vielleicht die Diskussion ankurbeln wird.

Die „rehte maze“ hat man schon vor 800 Jahren als Tugend angesehen.

Aber dass Raucher lungenkrank werden können, dazu braucht es keine Karotte.

Und auch dein Link über das karottengelbe Baby überzeugt mich nicht. Es erklärt mir nur den Spruch „Von Karotten bekommt man eine schöne Haut“. Dass ich die Karottenfarbe ausschwitze, macht die Karotte nicht ungesund. Auch nach dem Genuss von Knoblauch „stinke“ ich einige Stunden.

Eine Ärztin hat mir bestätigt, dass die Karotte auf Grund eines Vitamins gesund für die Augen ist.

Und um dich völlig zu verstören, verweise ich jetzt auf einen Link:
http://inetzwerk.de/mehr-vom-essen-gemu ... verwerten/

Diese Diskussion bringt mich zu einer weiteren Frage: Mein Anliegen, inwieweit ist Karottengrün essbar, wurde für meinen praktischen Gebrauch beantwortet, dazu einige zusätzliche Information über die Karotte. Ich habe abe immer an die rohe Frucht gedacht. Jetzt ist es natürlich so, dass Obst und Gemüse gekocht oft anders reagieren. Was wisst ihr darüber?

Puck

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Re: Karottengrün

Beitrag von Puck » 30.10.2014, 23:08

Liebe Anagallis! Liebe Abeja! Lieber Nixda!

Ganz herzlichen Dank an euch alle für eure Beiträge.

Puck

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Anagallis
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Re: Karottengrün

Beitrag von Anagallis » 31.10.2014, 10:58

Puck hat geschrieben:Aber dass Raucher lungenkrank werden können, dazu braucht es keine Karotte.
Darum geht's auch nicht, sondern um das deutlich erhöhte Krebsrisiko bei Rauchern durch Carotin.
Und auch dein Link über das karottengelbe Baby überzeugt mich nicht.
Niemand hat versucht, Dich von irgendetwas zu überzeugen. Das sind lediglich Hinweise, daß pauschale Formeln über Lebensmitteln durch praktische Befunde gestört werden.
Eine Ärztin hat mir bestätigt, dass die Karotte auf Grund eines Vitamins gesund für die Augen ist.
Wenn Du und Deine Ärztin diese Gerüchte weiterverbreiten möchtest, ist das Deine Sache. Durch Fakten wird das nicht gedeckt (außer in gewissen pathologischen Situationen), wie man leicht nachlesen kann (Stichworte: Radar, zweiter Weltkrieg, Karotten). Du kannst natürlich glauben, was Du willst, aber hier ist nicht der richtige Ort zur unwidersprochenen Verbreitung von Ernährungsmythen.
Danke, das klingt interessant.

D.
D.

Puck
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Re: Karottengrün

Beitrag von Puck » 31.10.2014, 17:42

Liebe Anagallis!
Ich tu mich sehr schwer mit dir zu konversieren, weil ich auf deine Argumente eingehen, aber mich nicht im Detail verlieren oder gar ins Polemische abgleiten will. Erschwert wird mir das, weil du mir manchmal nicht zuzuhören scheinst.
Die Tatsache, dass man nach dem Genuss einer Karotte die Farbe ausschwitzt, macht diese nicht ungesund. Schließlich stinke ich nach dem Genuss von Knoblauch auch für ein paar Stunden.
Raucher interessieren mich eigentlich nicht. Wenn MÖGLICHERWEISE der Genuss einer Karotte sie noch kränker macht, mögen sie das lassen.
Ich habe leider vergessen, welches Vitamin laut dieser Ärztin die Sehkraft stärkt, aber „Karotten ist gut für die Augen“ war mir mein Leben lang bewusst. Was wissen andere darüber?
Ich habe die Ärztin eigentlich zu deinen Argumenten befragt und war ein bisschen gehemmt, weil die Beziehungsebene nicht ganz so gut ist und sie sich kontrolliert fühlte. Deshalb habe ich auch das Vitamin vergessen.
Sie hat deine Aussage bestätigt, dass Karotin nicht ungefährlich ist, dass man aber gar nicht so viele Karotten auf einen Sitz essen kann, um das wirksam werden zu lassen. Nur, wie das ja in den Links sichtbar ist, die du in deinem ersten Beitrag gegeben hast, in Tablettenform.
Nach wie vor würde mich interessieren, was irgendjemand über die gekochte Karotte und deren Grün weiß.
Puck

abeja
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Re: Karottengrün

Beitrag von abeja » 31.10.2014, 19:29

Hallo zusammen,
die ursprüngliche Frage halte ich für geklärt und die weitere Diskussion halte ich nicht für klärbar.
Solche Themen arten oft in eine Art Glaubenskampf aus und zum Glaubenskrieger eigne ich mich nicht, ich hänge auch keiner Ernährungsreligion jedweder Art an, prinzipiell esse ich aber tatsächlich gerne Obst und Gemüse (hatte gerade eine Überdosis Brokkoli, aber auch mit reichlich Gorgonzola ...) und sollte das aus irgendwelchen Gründen, z.B. auf Reisen schon mal weniger "ausgewogen" sein, so meldet sich mein Körper ("Spinat! Spinat!" - wahlweise auch anderes grünes Gemüse, oder "Apfelsine! Apfelsine!" - oder anderes saftiges frisches Obst oder auch "Fleisch! Steak! Salami!" - das ist alles schon dagewesen.)

Solange im Körper alles "rund" läuft, sehe ich auch keinen Anlass Grundsätzliches zu verändern.
Menschen, die aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen verschiedene bei uns übliche Nahrungsmittel weglassen wollen oder müssen, sollten sich eine Menge Wissen aneignen, um sich ausgewogen zu ernähren. Denn einige Vitamine/ Mineralien sind schon relevant. (Stoffwechsel ganz grundsätzlich, bitte Studien alle selbst heraussuchen :evil: , ) Vitamine/ Mineralien/ sek, Pflanzenwirkstoffe: ob jetzt nur im Nahrungsmittel oder auch über Ergänzung ist wieder eine Glaubensfrage... :lol:

Für einen Laien ist es sehr schwierig bis unmöglich, die den Ernährungsrichtungen entsprechenden Studien auf ihre Richtigkeit zu überprüfen, bzw. zu überprüfen, ob sie überhaupt wissenschaftlichen Standards genügen.
Um also die Frage eindeutig zu klären, ob Ernährungsmethode x oder y vor Krankheit a schützt oder nicht oder sogar schadet, müsste man eine sehr große Anzahl von eineiigen Zwillingen (weil genetisch identisch) unter identischen Lebensbedingungen (um Umwelteinflüsse wie Klima, Gifte, Stress, was auch immer möglichst gleich zu haben) für einen sehr langen Zeitraum (Jahre) völlig unterschiedlich ernähren.
Gibt es solche Studien? NEIN.

In-vitro-Versuche oder Tierversuche geben also nur einen Hinweis, wie die Wirkungsweise sein könnte. Ich störe mich da nicht am Wort "könnte".
Wie es im wahren Leben damit aussieht, ist damit nicht hundertprozentig geklärt, weil es ja eben sehr viele andere Einflüsse gibt und der Mensch kein Reagenzglas ist, die Stoffe sich auch wieder gegenseitig hemmen und beeinflussen können.
Ich finde aber Untersuchungen über die möglichen Wirkungsweisen gut.

Ich bin der Meinung, dass die Evolution gezeigt hat, dass der Mensch in den unterschiedlichsten klimatischen Zonen, mit sehr unterschiedlichen zur Verfügung stehenden Nahrungsmitteln und Lebensweisen es geschafft hat, zu existieren und im Idealfall auch gesund zu bleiben.
Es gibt aber epidemiologische Untersuchungen, dass in Land a mit Ernährungsweise b Krankheit x häufig, y seltener ist und z so gut wie nicht vorkommt. In einem anderen Land mit anderen gebräuchlichen Lebensmittel sieht es dann oft andersherum aus. Daraus kann man auch Schlüsse ziehen.
Dass es in diesen Fall nicht an der genetischen Ausstattung lag, wurde statistisch widerlegt: wenn nämlich die Leute in eine andere Kultur abwanderten und die dortige Lebensweise (das sind aber nicht nur Nahrungsmittel !!) übernahmen, so erkrankten sie auch an den "passenden" Krankheiten.

Es ist natürlich immer gut, alles, besonders pauschale Werbeaussagen, möglichst auf den "Gehalt" hin zu untersuchen.
Wollte man aber alles ausdiskutieren, dann wären wir in 100 Jahren noch nicht fertig, und bis dahin sind wir alle .... vermutlich ... äh ... im Recyclingmodus, Möhrchen hin, Zigarettchen her.

PS.
Das mit den Rauchern und Beta-Carotin wird inzwischen auch wieder etwas differenziert, betr. sollen starke, langjährige, Immer-Noch-Raucher sein, nicht Ex-Raucher, bei höherer Einnahme von Beta-Carotin u./o. Vitamin A. Man vermutet, dass schon vorhandene Krebszellen zum Wachstum angeregt werden.
(Theoretisch entstehen aber immer und überall Mutationen/ Krebszellen, die könnten also immer zum Wachstum angeregt werden, vermutlich schafft das Immunsystem aber (meist) da Chef zu bleiben, wenn nicht gleichzeitig Unmengen cancerogenes Gerauch dazukommt. Es ist also hier die Frage, wo die Wurzel des Übels liegt.

Zu gekocht oder roh:
wieder (teils) eine Glaubensfrage: manche Vitamine gehen bei Erhitzen kaputt, durch viel Wasserkontakt wird auch viel ausgeschwemmt - ist ja alles nicht neu. Pure Rohkost ist nicht jedermanns Sache (meine nicht, nur in Maßen), auch für viele Menschen schwer verdaulich, der Körper hat auch mehr Arbeit, alles "aufzuschließen".
Viele Grüße von abeja

Puck
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Re: Karottengrün

Beitrag von Puck » 31.10.2014, 21:52

Liebe Abeja!

Vielen Dank.
Die ursprüngliche Frage ist geklärt.

Puck

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