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Nachdenken über Taraxacum

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Marlies
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Nachdenken über Taraxacum

Beitrag von Marlies » 23.02.2021, 18:16

Der Löwenzahn Taraxacum ist ja eine Ganzrosettenpflanze mit extremer Internodienstauchung der Sprossachse. Früher dachte ich immer, das letzte Internodium vor dem Blütenstand streckt sich schlussendlich doch noch und stellt dann den Blütenstandsschaft dar. Das kann aber gar nicht sein, denn die Pflanzen haben oft mehrere dieser Blütenstandsschäfte. Sind diese dann also als Seitensprosse der gestaucht bleibenden Hauptachse aufzufassen? Explizit steht das nirgends, aber wie sollte es sonst sein ...

Marlies

Manfrid
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Re: Nachdenken über Taraxacum

Beitrag von Manfrid » 23.02.2021, 22:26

Marlies hat geschrieben:
23.02.2021, 18:16
wie sollte es sonst sein ...
Man findet es ja öfter, dass eine kompensatorische Beziehung besteht zwischen der Streckung bzw. Stauchung eines Achsenabschnitts bzw. einer Achse und der Stauchung/Streckung eines/einer anderen. Z. B. Primula: entweder eine verlängerte Blütenstands-Hauptachse und oben ein "Schlüsselbund" mit vielen kurzen Blütenstielen oder eine kurze Hauptachse und lange Blütenstiele (wobei dann auch die Tragblätter dieser Einzelblüten große Rosettenblätter bleiben im Gegensatz zu den Hochblattschüppchen am gestreckten Schaft). Letzteres sehr hübsch auch bei Verbascum acaule. So würde ich bei Taraxacum mal zum Vergleich irgendein Hieracium oder was ähnliches Verwandtes heranziehen und mir vorstellen, dass da der lange Schaft ganz gestaucht bleibt und dafür die zu den Einzelköpfen führenden Achsen sich strecken. Diese DYCs haben gewöhnlich einen Kopf als Ende der Hauptachse. Den würde ich bei Taraxacum auch vermuten. Aber er dominiert halt die Seitenköpfe nicht sonderlich. Vermutlich geht da die Rosettenfortsetzung nach der Blütezeit auch aus der Achsel eines solchen "unten bleibenden Hochblattes" hervor und nicht, wie sonst, aus einer Achsel unterhalb des ganzen verzweigten Blütenstandes. Aber diese Rosettenpflanzen machen es einem oft ziemlich schwer, noch zwischen monopodialen Achsen mit Seitenblüten(ständen) und Sympodien zu unterscheiden - zumal, wenn bei letzteren die Tochterachsen immer die Blattstellung der Mutterachsen genau fortsetzen.

Manfrid

Marlies
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Re: Nachdenken über Taraxacum

Beitrag von Marlies » 24.02.2021, 20:20

Vielen Dank, Manfrid, für deine Sicht der Dinge. Hat ein bisschen gedauert, zu kapieren, was du mir eigentlich sagen willst und warum ich ein Hieracium zusammenstauchen soll.
Tja, meine Sicht der Dinge war wohl ziemlich naiv: Taraxacum genommen, Sprossachse auseinandergezogen, Blütenstandsschäfte in den Achseln von Laubblättern platziert, Pflanze wieder zusammengeschoben - fertig, kein Köpfchen am Ende der Hauptschse. Auf die entscheidende Idee, Parallelen zu einem verwandten Korbblütler zu ziehen, war ich überhaupt nicht gekommen! Dabei liebe ich eigentlich morphologische Parallelen. Jedenfalls dann, wenn es gilt, eine unbekannte Pflanze zu entschlüsseln.

Marlies

Manfrid
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Re: Nachdenken über Taraxacum

Beitrag von Manfrid » 25.02.2021, 09:05

Ja, es ging mir wesentlich um das Endköpfchen und um Beruhigung Deiner diesbezüglichen Bedenken:
Marlies hat geschrieben:
23.02.2021, 18:16
Das kann aber gar nicht sein,...
Manfrid

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