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Grammatikregeln für Pflanzennamen

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Andreas Melzer
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Re: Grammatikregeln für Pflanzennamen

Beitrag von Andreas Melzer » 21.06.2020, 10:56

Hallo Vroni,
oops, fast übersehen, sorry.
Es sollte mich wundern, wenn es so einfach wäre. Es gibt schließlich Regeln, und die braucht man eigentlich nur zu befolgen. Ursprünglich stand mal meine Grübelei im Raum, ob man mit Vornamen nach diesen Regeln verfahren kann. Ich habe keine gutes Beispiel gefunden, aber
die Welt dreht sich trotzdem weiter.
Beste Grüße,
Andreas

Kraichgauer
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Re: Grammatikregeln für Pflanzennamen

Beitrag von Kraichgauer » 23.06.2020, 16:38

Allein über die Frage, ob es hinten -ii oder -i heißt, haben sich schon ganze Scharen von Taxonomen gestritten.
Normalerweise wird erst der Name lateinisiert, d. h. hinten -ius angehängt, von dem der Genitiv dann -ii ist. Es gibt aber seltene Fälle, in denen der lateinisierte Name nur -us ist. Auf so einen hat mich gerade kürzlich Günter Gottschlich hingewiesen: Bauhin hat sich selber Bauhinus genannt (ob richtig oder falsch, ist egal, weil er es selber war), daher heißt es Pilosella bauhini und nicht bauhinii...
Auch die Arten, die nach meinem paraguayanischen/schweizer Namenskollegen Emile Hassler benannt sind (übrigens einer der fleißigsten und erfolglosesten Botaniker der Weltgeschichte, weil fast alle seine Beschreibungen wieder eingezogen wurden), heißen alle hassleri und nicht hasslerii.

Noch schlimmer ist der Fall von Forskål, ein früher skandinavischer Autor mit der ersten Flora von Ägypten und Jemen (bereits 1763), der auf gefühlt 27 verschiedene und durchweg falsche Arten geschrieben wurde (nach Wikipedia Forsskål, Forskål, Forskåhl, Forsskåhl, Forsskaal, Forskal, Forsskal, Forsskaol) und dann alle wiederum x-mal falsch lateinisiert worden sind. In neuerer Zeit ist nur noch unklar, ob er sich Forskål oder Forsskål schreibt.

Gruß Michael

Andreas Melzer
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Re: Grammatikregeln für Pflanzennamen

Beitrag von Andreas Melzer » 23.06.2020, 18:37

Hallo Michael,
alles sehr verzwickt, wenn man genau hinschaut. Solche kleine Korrekturen gibt es immer mal wieder, auch ganz aktuelle. Und die einschlägige Passage im Code habe ich schon -zig mal gelesen und kann's mir doch nicht merken.
Gibt es eigentlich eine der gefühlt fünfzig Datenbanken, die quasi offiziell ist und an der man sich orientieren kann?
Beste Grüße,
Andreas

Kraichgauer
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Re: Grammatikregeln für Pflanzennamen

Beitrag von Kraichgauer » 21.07.2020, 13:34

Also eigentlich ist der Kew Index und jetzt sein Nachfolger IPNI für die aktuell gültigen Namen selber und ihre Literaturzitate zuständig. Dort findet man aber keine Synonymie, sondern lediglich die Namen und die Zitate selber. Die IPNI-Leute achten normalerweise darauf, dass grobe orthographische Fehler gleich korrigiert werden.

Aaußerdem sind aber alte Namen von vor 1900 im Kew Index bzw. Index Filicum oft stiefmütterlich zitiert worden und noch nicht in allen Fällen auf neuesten Stand gebracht.
Die Literaturzitate zu standardisieren, da bräuchte ich nochmal ein ganzes Leben dafür.

Gruß Michael

Andreas Melzer
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Re: Grammatikregeln für Pflanzennamen

Beitrag von Andreas Melzer » 21.07.2020, 19:47

Hallo Michael,
danke. Hab schon gemerkt, dass man manchmal zwischen den Datenbanken herumzappen muss, um an möglichst viele Infos zu kommem.
Beste Grüße,
Andreas

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