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Brennessel und/oder Juckbohne in Terrarium züchten

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roman89
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Brennessel und/oder Juckbohne in Terrarium züchten

Beitrag von roman89 » 09.02.2020, 00:38

Guten Tag,

mein Name ist Roman, ich bin 30 Jahre alt und ich habe schwere Gicht. Ich kenn mich leider absolut nicht mit Pflanzen aus und bitte euch um Hilfe.

Da ich nicht noch mehr Tabletten schlucken möchte, wollt ich es mal auf die pflanzliche Schiene versuchen und Brennesseln sowie Juckbohnen in einem Terrarium anbauen.

Meine Frage:
Ist es möglich, dass Brennesseln/Juckbohnen ganzjährig blühen, wenn das Terrarium optimale Bedingungen dafür liefert?

Brennesseln sind ja von April bis November (bis zum erster Frost) glaube ich in der Natur anzutreffen. Kann man diese Wachstumsperiode imitieren (Temperatur/Bodenbeschaffenheit/Licht uvm.), sodass die Pflanzen ganzjährig im Terrarium wachsen?

Noch mehr würde es mich freuen, wenn das mit der Juckbohne ginge, da diese keine HAUTRÖTUNGEN/QUADDELN verursachen. Ich will ja auch noch unter die Leute gehen.





Aber anders als die Brennessel trägt diese Pflanze (Juckbohne) ja Früchte. Diese Früchte kann man bestimmt nicht ganzjährig "am Leben halten" bzw. heranwachsen lassen oder?

Insofern wären Brennesseln schon praktischer, da auch deren Stiele diese Widerhaken enthalten, welche für den Juckreiz (in meinem Fall rheumatische Linderung) sorgen, richtig? Bei den Juckbohnen wäre das ja vorbei, sobald keine Früchte mehr am Gewächs vorhanden sind.

Weiterhin würde mich interessieren, ob ich die Brennesseln/Juckbohnenfrüchte "reisetauglich" machen kann, sodass ich diese auch außerhalb meiner Wohnung im Bedarfsfall verwenden kann. Kann man diese kühlen oder ähnliches?

Entschuldigung, falls ich um den heißen Brei herum rede, aber ich interessiere mich für das Thema und erhoffe mir Linderung der Gicht. (Bei einem Mitpatienten, wirken Brennesseln wahre Wunder).

Danke für kommende Antworten und dafür, dass ihr euch Zeit nehmt.

Liebe Grüße,
Roman.

AndreasG.
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Re: Brennessel und/oder Juckbohne in Terrarium züchten

Beitrag von AndreasG. » 09.02.2020, 08:58

Brennesseln in einer warmen Wohnung zu halten, dürfte schwierig werden. Zwar wachsen die praktisch überall, aber halt nicht im Winter und nicht in geheizten Zimmern. Eventuell, ausprobiert habe ich das noch nicht, kann man sie in Töpfen an hellen Südfenstern in ungeheizten Räumen ziehen. Oder du verwendest eine Pflanzenlampe. Da gibt es mittlerweile LED Panelle, die nur wenig Strom verbrauchen. Da ich bezweifle, dass viele Foristen Erfahrungen damit haben, Brennesseln über den Winter zu bringen, sind das halt nur allgemeine Ratschläge. Da kannst du vermutlich Pionierarbeit leisten.

Brennesseln sind Langtagspflanzen, die erst im Juni blühen. Die Tageslänge dürfte der entscheidende Faktor für die Blütenbildung sein.
Allerdings brennen die auch ohne Blüten. Ob die Brennhaare aktiv bleiben, wenn die Pflanzen einfach getrocknet werden, wage ich zu bezweifeln. Aber auch da habe ich keine Erfahrung. Ggf. muss man sie einfrieren.

Von der Juckbohne habe ich bisher noch nie etwas gehört, aber auch hier dürfte das Licht der entscheidende Faktor sein. Dazu kommt, dass man bei Indoor-Zucht ständig mit Blattläusen ect. zu kämpfen hat.
Pflanzen können übrigens mit normalem Licht von Lampen nichts anfangen. Dafür braucht man das Spektrum der Sonne, dass nur in Pflanzenleuchten vorhanden ist. Kurz gesagt, in normalen Wohnungen ohne Zusatzausrüstung schwer bis unmöglich.

PS Vor Jahren habe ich mal gehört, dass Kastanien gegen Gicht helfen, wenn man ein paar in der Hosentasche am Körper trägt. Ob das stimmt, kann ich auch nicht sagen. Aber die gibt es derzeit ohnehin nicht.

roman89
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Re: Brennessel und/oder Juckbohne in Terrarium züchten

Beitrag von roman89 » 09.02.2020, 09:39

Im Terrarium kann ich doch auch eine kühle Temperatur bereitstellen für Brennesseln oder nicht?

Danke für die Hilfe!

AndreasG.
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Re: Brennessel und/oder Juckbohne in Terrarium züchten

Beitrag von AndreasG. » 09.02.2020, 09:56

Ich weiß nicht, über welche technischen Möglichkeiten dein Terrarium verfügt. Licht dürfte der bestimmende Faktor sein, aber wie gesagt, viele Erfahrungen dürften nicht vorliegen, weil das an und für sich recht ungewöhnlich wäre. Außerdem werden Brennesseln recht groß und da braucht man ein gewaltiges Terrarium.
Brennesseln wachsen (ganz langsam) draußen auch im Winter, wenn das Wetter es zulässt. In einem Gewächshaus hätte man vermutlich mehr Erfolg.
Ich habe in meiner Wohnung am Fenster etliche andere Pflanzen und die pfeifen jetzt im Februar nach der langen Dunkelheit und den kurzen Tagen im Winter auf dem letzten Loch.

Da Brennesseln häufig auf Brachflächen wachsen, benötigen sie, wie gesagt, viel Licht.
Wenn du das bieten kannst, käme es auf einen Versuch an. Aber, wie ebenfalls bereits erwähnt, die Zusatzbeleuchtung muss eine Pflanzenlampe sein.

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abeja
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Re: Brennessel und/oder Juckbohne in Terrarium züchten

Beitrag von abeja » 09.02.2020, 17:59

Hallo,
dass Juckbohnen keine Hautrötungen/Quaddeln machen halte ich für ein Gerücht. Wer sagt denn so etwas???

https://de.wikipedia.org/wiki/Juckbohne

Ich kenne Mucuna pruriens aus der Karibik - und der Kontakt damit ist ziemlich grauenhaft.
Arbeiter, die die wild gewachsenen Pflanzen zurückschneiden/eindämmen sollen tragen stabile Overalls, gehen zum "Entjucken" ins Salzwasser oder behandeln die Haut mit Essigwasser (ob das gut hilft, weiß ich nicht ... ist halt so ein Hausmittel). Die Härchen fliegen im Wind, verhaken sich in der zum Trocknen aufgehängten Bettwäsche (z.B.), dann juckt es gut im Bett.
Einmal habe ich versehentlich eine Frucht berührt, das war aber Brennnessel hoch 3...
Viele Grüße von abeja

hebi19
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Re: Brennessel und/oder Juckbohne in Terrarium züchten

Beitrag von hebi19 » 30.03.2020, 21:26

Hallo Roman

Neben der bei uns weit verbreiteten "Großen Brennessel" - Urtica dioica - gibt es auch die aus dem Mittelmeerraum stammende "Pillenbrennesse" oder "Römische Nessel" - Urtica pilulifera.
Da diese aus eher milderen Gegenden kommt halte ich sie besser geeignet für Zimmerhaltung. Es gibt neben der Normalform mit gezahnten Blättern auch eine glattrandige Form. Man kann mit beiden Formen Vererbungsversuche zur dominanten Vererbung des Zahnrands durchführen. Da ich das in meiner Jugend gemacht habe weiß ich, dass sie, obwohl offiziell sommeranuell, am sonnigen Zimmerfenster ganzjährig gut gedeiht. Von der Brennwirkung habe ich keine Unterschiede zur dioica feststellen können.
Samen habe ich von IPK Gatersleben.

bleibt gesund
Martin

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