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Akutes Problem: Wie gefährlich ist Ritterstern??

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GwendaSelvana
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Akutes Problem: Wie gefährlich ist Ritterstern??

Beitrag von GwendaSelvana » 12.11.2019, 00:39

Hallo, ich habe ein akutes Problem.
Ich habe meinen Ritterstern (Hippeastrum) gerade zum ersten Mal umgetopft, dabei sind einige Stückchen "Haut" der Knolle auf den Boden gefallen. Ich habe sie aufgesaugt, kann aber nicht mit Sicherheit sagen, dass sich keine winzigen Fetzen in der Wohnung verteilt haben. Nun habe ich Wellensittiche, die täglich Freiflug haben und dabei auch mal am Boden herumpicken. Ritterstern ist ja hochgiftig, weshalb ich ihn eigentlich unter einer Glashaube halte. Und ich frage mich, ob auch solch winzige Teile der abgestorbenen Rinde schon gefährlich sein können. Wenn ja müsste ich meine Wohnung extrem gründlich putzen, um eine tödliche Gefahr für meine Vögel auszuschließen. Wozu ich eigentlich momentan im größten Stress keine Zeit habe... deshalb stresst mich die Aussicht darauf sehr. Ist es nötig?

AndreasG.
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Re: Akutes Problem: Wie gefährlich ist Ritterstern??

Beitrag von AndreasG. » 12.11.2019, 07:57

GwendaSelvana hat geschrieben:
12.11.2019, 00:39
Ist es nötig?
Nein

GwendaSelvana
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Re: Akutes Problem: Wie gefährlich ist Ritterstern??

Beitrag von GwendaSelvana » 12.11.2019, 12:57

Also gehört die Haut nicht zu den giftigen Teilen?

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Anagallis
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Re: Akutes Problem: Wie gefährlich ist Ritterstern??

Beitrag von Anagallis » 12.11.2019, 13:42

Sicher nicht bei Dosierungen im Nanogrammbereich.

GwendaSelvana
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Re: Akutes Problem: Wie gefährlich ist Ritterstern??

Beitrag von GwendaSelvana » 12.11.2019, 19:52

Nun, 1-2 Gramm der Knolle sind für ein Kleinkind lebensgefährlich und ein Wellensittich wiegt nur 40 g. Außerdem kann ich nicht ausschließen dass nicht auch Hautfetzchen im sichtbaren Bereich irgendwo rumfliegen und ich sie einfach übersehe. Deshalb habe ich die Sittiche bisher im Käfig gelassen, da ich keine Zeit zum übergründlichen Wohnungsputz hatte. (Was die nächsten zwei Wochen auch sehr schwierig wäre, da müsste ich mir extra einen Tag freinehmen.) Aber wenn ihr sagt, dass das nicht nötig sei und keine Gefahr besteht, vertraue ich euch da und lasse sie morgen Abend ohne zu putzen wieder raus. (Falls ihr doch Bedenken habt teilt sie mir bis dahin bitte mit. ^^)

Danke für eure Antworten ^^

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Anagallis
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Re: Akutes Problem: Wie gefährlich ist Ritterstern??

Beitrag von Anagallis » 12.11.2019, 20:24

Ein Gramm organischen Materials ist so um ein massiver Kubikzentimeter. Einen Kubikmillimeter, also etwa ein Mikrogramm, ist noch gut zu sehen. Irgendwelche abgeriebenen Reste abgefallener und aufgesaugter Häutchen, die mit bloßem Augen nicht mal mehr sichtbar sind, liegen weit unterhalb letaler Dosen irgendwelchen Säugetiere oder Vögel. (Mit 40 Gramm ist etwa ein Zweitausendstel eines Menschen.)

GwendaSelvana
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Re: Akutes Problem: Wie gefährlich ist Ritterstern??

Beitrag von GwendaSelvana » 13.11.2019, 12:45

Also auch winzige Stückchen, die man zwar schon noch mit bloßem Auge sieht, aber leicht mit Staub oder der Schale eines Hirsekorns verwechseln könnte, liegen von der Masse unterhalb des gefährlichen Bereichs? Denn vor solchen habe ich Sorge.

AndreasG.
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Re: Akutes Problem: Wie gefährlich ist Ritterstern??

Beitrag von AndreasG. » 13.11.2019, 13:22

Ich kenne aktuell keine Studien zur letalen Wirkung von Hippeastrum bei Wellensittichen, aber mit Sicherheit wird kein Massensterben deiner Vögel einsetzen, nur weil da ein kleines Stück der alten Zwiebelschale herumliegt. Ich glaube, dass haben wir versucht zu erklären. Aber wenn du immer noch beunruhigt bist, kannst du ja den alten Teppichboden rausreißen und neuen verlegen. Problem gelöst. (Klingt vielleicht etwas flapsig, aber deine Sorgen sind übertrieben.)

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abeja
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Re: Akutes Problem: Wie gefährlich ist Ritterstern??

Beitrag von abeja » 13.11.2019, 21:11

Hallo,
ein Versuch, systematisch vorzugehen.
Der Giftstoff heißt Lycorin.
LD50 Wert für Lycorin im Tierversuch (sind aber Mäuse und Ratten), bei oraler Aufnahme 344mg pro kg Körpergewicht.
Angenommen, man könnte den Wellensittich-Stoffwechsel mit Mäuse-Stoffwechsel ungefähr gleichsetzen, dann wären das ungefähr 14 mg Lycorin bei einem 40 gr. schweren Wellensittich.
Lycorin-Gehalt bei Narzissenzwiebeln ungefähr 1 Prozent (zu Amaryllis müsste man noch mal suchen), d.h. eine Gruppe von Wellensittichen müsste jeweils ca. 1400 mg Substanz zu sich nehmen, dann würden 50 Prozent der Wellensittiche sterben.
Unterhalb der lethalen Dosis gibt es dann "Unwohlsein".

https://www.transgen.de/lexikon/1775.ld50-wert.html
http://ul.qucosa.de/api/qucosa%3A12234/ ... ent/ATT-1/
"Untersuchungen zur Pharmakokinetik und emetischen Wirkung des Amaryllidaceen-Alkaloids Lycorin beim Hund: Beeinflussung durch etablierte Antiemetika"

https://books.google.de/books?id=DyIlwr ... 50&f=false
Viele Grüße von abeja

GwendaSelvana
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Re: Akutes Problem: Wie gefährlich ist Ritterstern??

Beitrag von GwendaSelvana » 14.11.2019, 12:30

Ok, ihr habt mich beruhigt dass meine Sorge unbegründet ist und ich habe die Tiere gestern wieder aus der Voliere gelassen. :) Ich wollte mich auch nicht anstellen, aber sicher ist sicher und zum Großputz hätte ich mir momentan wirklich freinehmen müssen was bei den wenigen Urlaubstagen die ich noch übrig habe ärgerlich wäre. Danke für die Hilfe. :)

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