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Problem mit Blühstreifen

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Marlies
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Problem mit Blühstreifen

Beitrag von Marlies » 19.08.2019, 19:57

Letztens sollte ich einen mehrjährigen Blühstreifen kartieren. Dabei habe ich festgestellt, dass ein paar Arten aus der Saatmischung auf die benachbarte Wiese "ausgebrochen" sind, bspw. die Wilde Malve. Wenn jetzt jemand die Wiese ganz stur kartiert, dann schreibt der: Malva sylvestris L. subsp. sylvestris, RL Brandenburg Vorwarn. Wirklich sauber wäre das doch aber nicht, oder? Profis bitte nicht lachen, ich bin Hobbybotanikerin.

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Anagallis
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Re: Problem mit Blühstreifen

Beitrag von Anagallis » 19.08.2019, 21:05

Den Naturalisierungsgrad kann man ja mit kartieren. Hier wäre das "nahverwildert" oder ähnlich. In den Mischungen ist übrigens in der Regel Malva sylvestris ssp. mauritania drin; ssp. sylvestris ist meiner (beschränkten) Erfahrung nach fast sicher falsch.

Wozu werden Blühstreifen kartiert?

Marlies
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Re: Problem mit Blühstreifen

Beitrag von Marlies » 19.08.2019, 21:46

Erst mal danke für die prinzipielle Beantwortung meiner Frage. Zu der Malve kann ich nur sagen: verdammte deutsche Artnamen! Die Deklaration des Saatguts sagte einfach nur 'Wilde Malve'. Da die Kronblätter allesamt rosa waren, war der Fall für mich klar.
Tja, der Blühstreifen wird kartiert, weil es mein AG so will (Monitoring).

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botanix
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Re: Problem mit Blühstreifen

Beitrag von botanix » 19.08.2019, 22:56

Hallo,

in den Blühstreifen wird so allerhand ausgebracht. Wildwachsend sind die Pflanzen nicht, sondern der Status muss immer kultiviert (angesät) lauten. Bei Einjährigen kann dann auch auf der Aussaatfläche eine Verwilderung stattfinden, die Frage ist aber, ob unbeständig oder sich selbständig erhaltend und ausbreitend. Beispiel Trifolium incarnatum: wird gerne angesät, oft in großer Menge blühend. Im Folgejahr fehlt der Einjährigen der offene Boden, meist sinkt der Anteil auf unter 10 % vom Vorjahr, im dritten Jahr sieht man höchstens noch einzelne Pflanzen. Folglich unbeständig. Der Inkarnatklee scheint auch keine Samenbank aufzubauen. Andere Ansaatpflanzen sind durchaus in der Lage sich zu halten oder sogar auszubreiten. Die Frage ist immer, ob der Standort passt und sie der Konkurrenz und/oder der Bewirtschaftungsform standhalten.
Das in den Blühstreifen einige Arten angesät werden, die in der freien Landschaft der Umgebung garnicht vorkommen ist eine andere Sache. Ob das, was schön bunt ist auch für die Insekten sinnvoll ist? https://www.botanik-bochum.de/publ/OVBB ... saaten.pdf

Gruß
Peter
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Marlies
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Re: Problem mit Blühstreifen

Beitrag von Marlies » 19.08.2019, 23:54

Hallo botanix,
danke für den Link zur Publikation vom Bochumer Botanischen Verein. Unter Pkt. 3. 'Weitreichende Konsequenzen' wird ja alles abgehandelt, was mir im Feld so durch den Kopf ging! Ich konnte es nur nicht so gut ausdrücken. Morgen werde ich in Ruhe lesen.
Am Rande: Die Seite von Botanik Bochum kann man auch hier in Ostbrandenburg gut benutzen, ich kannte sie schon.
Gruß von Marlies

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