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Albinos

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Kruemelkoenig
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Re: Albinos

Beitrag von Kruemelkoenig » 10.12.2013, 00:05

witziger Thread :D
Hier ein paar Albinos, die ich gefunden habe. Entschuldigt die teils lausigen Fotos, bin einfach nicht zu Pflanzen-fotographieren geboren.

Serratula tinctoria aus Adnet/ Salzburg, Österreich im Jahr 2011.
Myosotis sylvatica aus der Stadt Salzburg im Jahr 2012. Es waren gleich mehrere Individuen in einem kleinen Bestand.
Dateianhänge
Myosotis_sylvatica.jpg
Myosotis_sylvatica.jpg (358.88 KiB) 6064 mal betrachtet
Serratula_tinctoria.JPG
Serratula tinctoria
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Re: Albinos

Beitrag von Kruemelkoenig » 10.12.2013, 00:10

Hier noch ein Foto eines weißblühenden Rot-Klees (nicht die ssp. nivale, sondern s.str.). Ich bin aber trotzdem nicht sicher, ob es ein Albino oder ein Polymorphismus ist. Gefunden 2010 in der Stadt Salzburg.
Außerdem ein heuriger (=diesjähriger :mrgreen: ) Fund von Senecio cacaliaster x ovatus mit weißen Strahlenblüten. Gefunden im Rauriser Tal im Salzburger Land.
Dateianhänge
Senecio_ovatus_x_cacaliaster.JPG
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Re: Albinos

Beitrag von botanix » 13.07.2014, 12:55

Gestern bei einer Exkursion mit niXda und King Arthur gesehen:
(jeweils Einzelpflanze von Cirsium arvense und Geranium pratense)
IMG_2057 Cirsium arvense Albino Heuchelheim.jpg
IMG_2057 Cirsium arvense Albino Heuchelheim.jpg (376.11 KiB) 5903 mal betrachtet
IMG_2058 Cirsium arvense Albino Heuchelheim.jpg
IMG_2058 Cirsium arvense Albino Heuchelheim.jpg (376.39 KiB) 5903 mal betrachtet
IMG_2065 Geranium pratense Albino Heuchelheim.jpg
IMG_2065 Geranium pratense Albino Heuchelheim.jpg (265.94 KiB) 5903 mal betrachtet
Den Albino von Geranium pratense konnte ich Anfang Juni auch bei Schwäbisch Gmünd in Baden Württemberg beobachten.
alte Botanikerweisheit: man sieht nur was man kennt

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Anagallis
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Re: Albinos

Beitrag von Anagallis » 23.08.2014, 00:00

Aus diesem Thema: http://forum.pflanzenbestimmung.de/view ... hp?t=24693
Zahlreiche Geranium-pratense-Albinos an der B10 bei Pforzheim (13.8.2014) über eine Strecke von ca. 1 km verteilt, im Wechsel mit ähnlich vielen Normalformen:

Bild
Bild

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Re: Albinos

Beitrag von Anagallis » 13.05.2015, 00:12

Hyacinthoides non-scripta aus einem Garten im Ruhrgebiet (ursprünglich England); Bild von Anfang Mai 2015.

Ganz weiß:

Bild
http://s12.postimg.org/cn9zskkqz/hyacinthoides.jpg

Und in rosa:

Bild
http://s1.postimg.org/x446yx3jh/hyacinthoides2.jpg

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Re: Albinos

Beitrag von chea » 18.07.2015, 17:27

Hi

Ich habe auch einen Albino-Beitrag: Verbascum nigrum album

lg chea
Verbascum nigrum album - 03.jpg
Verbascum nigrum album - 03.jpg (391.13 KiB) 4924 mal betrachtet
Verbascum nigrum album - 02.jpg
Verbascum nigrum album - 02.jpg (216.5 KiB) 4924 mal betrachtet
Verbascum nigrum album - 01.jpg
Verbascum nigrum album - 01.jpg (368.87 KiB) 4924 mal betrachtet

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Re: Albinos

Beitrag von Anagallis » 08.09.2015, 23:34

Hm, und so sieht das aus, wenn eine eigentlich rote Odontites vulgaris, Gewöhnlicher Zahntrost, an Farbstoffmangel leidet: Sie bleibt grün. Eigentlich ganz praktisch, dann kann man endlich mal alle Blütenstandsteile gut erkennen. :)

Scheint für so einen Halbschmarotzer eine relativ ungefährliche Mutation zu sein. Mal gedanklich durchgespielt: Wie wäre es für einen Vollparasiten, der normalerweise auch selbst Chlorophyll bildet, wenn er durch Albinismus diese Fähigkeit verliert. Er bleibt ja dann überlebensfähig.

(Fund: BW, 8.9.2015; Bahngelände)
Bild
http://s9.postimg.org/6bpehaz19/odontit ... lbino1.jpg

Bild
http://s22.postimg.org/thy9anfin/odonti ... lbino2.jpg

D.
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Re: Albinos

Beitrag von jake001 » 09.09.2015, 09:52

Anagallis hat geschrieben:Mal gedanklich durchgespielt: Wie wäre es für einen Vollparasiten, der normalerweise auch selbst Chlorophyll bildet, wenn er durch Albinismus diese Fähigkeit verliert. Er bleibt ja dann überlebensfähig.
Ich glaube Misteln werden auch als Vollschmarotzer bezeichnet ... aber so wie ich das mehrfach mitbekommen habe holt sich die Mistel nur Wasser und Nährsalze vom Wirt. Da wäre Chlorophyllmangel wohl auch nicht so einfach zu verkraften.

Manfrid
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Re: Albinos

Beitrag von Manfrid » 09.09.2015, 21:19

Hallo,

unsere Mistel ist gerade das beliebteste Beispiel für einen Halbschmarotzer (siehe z. B. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Halbschmarotzer). Laut Definition ist eine grüne, assimilierende Pflanze eben nie ein Vollparasit.
Es können aber Pflanzen, die sonst gar nicht als Parasiten gelten, durch Chlorophylllosigkeit zu Vollparasiten werden. Entsprechende Bilder finden sich ja hier: viewtopic.php?f=4&t=6965&start=15 (Paris, Epipactis, gezeigt von 'botanix'). Sie "parasitieren" dann, wenn nicht Pilze, mit denen sie normalerweise in Symbiose stehen, unter Umständen die grünen Sprosse ihres eigenen, durch Wurzeln oder Rhizome verbundenen Klons. Eindrucksvollstes mir bekanntes Beispiel: der Küsten-Mammutbaum, Sequoia sempervirens. "Aus Wurzelausschlägen können auch ‚weiße Redwoods‘ hervorgehen, Bäume, die über kein Chlorophyll verfügen und vollständig vom Mutterbaum versorgt werden. Sie werden selten über drei Meter hoch, können jedoch 20 Meter erreichen." (wikipedia).

Gruß! - Manfrid

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Re: Albinos

Beitrag von Manfrid » 11.09.2015, 21:39

P. s.: Zum Glück habe ich geschrieben: "unsere Mistel...". Also Viscum album. Laut wikipedia-Artikel gibt es nämlich unter den Misteln auch einen Voll-(Holo-)Parasiten: Viscum minimum. Ich glaube zwar, dass das eher ein ungeprüfter Schluss aus den weitestgehend unter der Wirtshaut liegenden vegetativen Teilen der Pflanze ist, und dass er unzutreffend ist, weil doch auch kräftig grüne, wenn auch winzige Blättchen und Kelchblättchen außerhalb liegen und die starke Sonnenstrahlung Afrikas obendrein zu den grünen Teilen der Pflanze im Wirtsinneren vordringt. Aber sei's drum.

Ich kenne keinen Halbparasiten, der bei Chlorophyllverlust einfach zum Vollschmarotzer werden könnte. Seine Haustorien müssten dann ja ganz anderes Gewebe (nämlich Phloem) des Wirtes "anzapfen" als normalerweise (Xylem). Also, wie 'jake001' schon schrieb: "Da wäre Chlorophyllmangel auch nicht so einfach zu verkraften." Wäre es anders, würde man wohl häufiger chlorophylllose Exemplare sonst halbparasitischer Pflanzen finden. Interessant wären entsprechende Beobachtungen aber natürlich. Und da z. B. unter den Orobanchaceae neben vielen Halbschmarotzern auch Nicht- und Vollparasiten vorkommen, scheint die Möglichkeit des Vollparasitismus jedenfalls auch den Halbparasiten nicht so ganz fernzuliegen.

Ein Halbschmarotzer wie Odontites hat es aber mit weißer Blütenfarbe (Anthocyanmangel) nicht leichter oder schwerer als irgendeine andere der vielen hier gezeigten m.o.w. ausnahmsweise weiß blühenden Pflanzen. Denn Anthocyanmangel wirkt sich auf die Photosyntheseleistung nicht stark aus. Weiße Blüten sind kein Schritt in Richtung Holoparasitismus. Das kräftige Rot oder Violett der Blüten von Holoparasiten wie Phelypaea oder Phelipanche spricht ja auch dagegen.

Freundliche Grüße! - Manfrid

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Anagallis
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Re: Albinos

Beitrag von Anagallis » 11.09.2015, 23:09

Manfrid hat geschrieben:Ein Halbschmarotzer wie Odontites hat es aber mit weißer Blütenfarbe (Anthocyanmangel) nicht leichter oder schwerer als irgendeine andere der vielen hier gezeigten m.o.w. ausnahmsweise weiß blühenden Pflanzen. Denn Anthocyanmangel wirkt sich auf die Photosyntheseleistung nicht stark aus. Weiße Blüten sind kein Schritt in Richtung Holoparasitismus.
Ja, das ist klar; es ist nur besonders verblüffend, wenn eine nichtgrüne Pflanze durch den fehlenden Farbstoff dann auf einmal grün ist, jededenfalls für mich. Die Farbe des Zahntrost wird wohl einen ähnlichen Nutzen haben wie bei anderen Blütenpflanzen - mit Parasitismus oder nicht wird sie wohl wenig bis nichts zu tun haben.

Hm, gab's nicht bei Epipactis atrorubens Pflanzen mit und ohne Chlorophyll?

D.
D.

jake001
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Re: Albinos

Beitrag von jake001 » 11.09.2015, 23:13

Na, aber wie Änderungen des Sekundärstoffwechsels, also auch Anthocyansynthese, zu besserer Anpassung beiträgt z.B. durch die Möglichkeit besser mit Radikalen umzugehen, die bei Photosynthese immer entstehen, sollte trotzdem grundsätzlich unstrittig sein ...

Außerdem hab ich schon im Kopf, dass auch andere Farbstoffe Photonen sammeln. Aber ob das nun Carotinoide oder Anthocyane waren .... ich weiß es nicht mehr.
Das dürfte aber wirklich nur ein geringer Beitrag sein und ob ein Elektronentransfer ohne Chlorophyll funktioniert weiß ich auch nicht mehr. Biochemie ist zu lang her. Hat jmd. grad die Biochemischen Verknüpfiungsstellen zur Hand?

So, mal kurz in wiki reingelesen ...
es waren Carotinoide und ohne zwei spezielle Chlorophyll-Moleküle (P680) gehts nicht. Also nix allgemein verbreitetes, alternatives Leck zur Umwandlung von Licht zu Chemischer Energie.

jake001
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Re: Albinos

Beitrag von jake001 » 11.09.2015, 23:17

Anagallis hat geschrieben:Ja, das ist klar; es ist nur besonders verblüffend, wenn eine nichtgrüne Pflanze durch den fehlenden Farbstoff dann auf einmal grün ist, jededenfalls für mich.
Na, das liegt doch nur dran, dass die Farbe die grüne Farbe überdeckt ... oder besser gesagt: Der Farbstoff noch weitere Lichtwellenlängen absorbiert, sodass die Überlagerung der verbliebenen Strahlen uns dann andersfarbig erscheinen.
Anagallis hat geschrieben:Die Farbe des Zahntrost wird wohl einen ähnlichen Nutzen haben wie bei anderen Blütenpflanzen - mit Parasitismus oder nicht wird sie wohl wenig bis nichts zu tun haben.
Radikalfänger und Attraktion?!?

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Re: Albinos

Beitrag von Manfrid » 12.09.2015, 10:53

Anagallis hat geschrieben:Hm, gab's nicht bei Epipactis atrorubens Pflanzen mit und ohne Chlorophyll?
Wie schon gesagt: "Sie (diejenigen ohne Chlorophyll) 'parasitieren' dann, wenn nicht Pilze, mit denen sie normalerweise in Symbiose stehen, unter Umständen die grünen Sprosse ihres eigenen, durch Wurzeln oder Rhizome verbundenen Klons." Ich halte die zuletzt genannte Variante (also die 'Sequoia-Variante') für die wahrscheinlichere, fände aber Nachweise der ersteren deshalb nur umso interessanter. Immerhin ist der 'Saprophyt' Vogelnestwurz, Neottia nidus-avis, ja wohl auch m. o. w. ein Vollschmarotzer auf den mit ihm verbundenen Pilzen und steht den grünen Zweiblättern, Listera, systematisch sehr nahe. Eine Umstellung auf "Vollversorgung" auch durch andersartige Lebewesen scheint also jedenfalls bei den Orchideen nicht ausgeschlossen zu sein.

Gruß! - Manfrid

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Origanum vulgare

Beitrag von dragis » 15.09.2016, 11:15

Hallo,

hier ein Foto von Origanum vulgare und seinem weißen Geschwisterchen.

LG, dragis
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