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Albinos

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Manfrid
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Re: Albinos

Beitrag von Manfrid » 18.04.2019, 21:00

... So ähnlich wie bei der hier (Schachbrettblume, Fritillaria meleagris):
Fritillaria.JPG
Fritillaria.JPG (259.46 KiB) 216 mal betrachtet
Ich habe beim Lerchensporn und der Schachbrettblume (und anderem, exotischerem) den Verdacht, dass sich die beiden Farbvarianten irgendwie gegenseitig bedingen/fördern - so schön gemischt, wie die gewöhnlich auftreten.
Gruß! - Manfrid

jake001
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Re: Albinos

Beitrag von jake001 » 18.04.2019, 23:25

Ich schau da mal aus molekularbiologischer und lainehafter populationsbiologischer Sicht drauf ...

Die Mutation ist sicher eine recht "einfache", z.B eine Punktmutation in einem Strukturgen (evtl. Anthocyan).
Dass solche gemischten Populationen dauerhaft vorkommen, könnte jetzt aus dem Bauch heraus zwei Ursachen haben ...
Erstens: keine der beiden Phänotypen hat Nachteile. Allerdings muss man da grundsätzlich noch so viele Generationen weit denken, dass selbst die Bildung des Farbstoffes schon als minimaler Nachteil gelten muss, weil dafür Ressourcen aufgewendet werden. Das müssten dann entsprechend wieder durch einen minimalen Selektionsvorteil auf Seiten der gefärbten Exemplare ausgeglichen werden.

Zweitens: Eine Heterozygotie für dieses Merkmal hat einen entscheidenden Vorteil.
Ein Exkurs dazu aus dem humanen Genom: ein Paradebeispiel dafür ist Sichelzellanämie. Dieser Gen"defekt" ist -homozygot auftretend- ein offensichtlicher Nachteil. Ich führe das nicht weiter aus. Heterozygot vorkommend, scheint es ein deutlicher Vorteil zu sein, wenn man in Malaria-Gebieten lebt. Zweites Beispiel: Mukoviszidose. Tuberkulose ist auf Ionenkanäle angewiesen, die bei Mukoviszidose verändert sind. Deshalb wurde das fehlerhafte CFTR-Gen positiv selektiert.
Die Vorlesungen sind schon eine Weile her, sollte sich an der Lehrmeinung etwas geändert haben, man berichtige mich bitte.

Weitere Einflussfaktoren müssten bedacht werden: ich möchte dazu nur in die Richtung Cheater (Bestäubungsökologie) verweisen. Dazu jetzt ein plakatives Beispiel, welches für diesen Fall reine Fiktion ist, aber durchaus in Systemen denkbar ist. Es gibt die Theorie, dass eine gewisse Anzahl von Betrügern in einer Population auch mit Merkmalen, die nachteilig sind mit durchgeschleppt werden. Wenn der spezialisierte Bestäuber von den violetten Blüten einmal angelockt wurde, dann wird er auch noch ein paar weiße bestäuben - weil er schon einmal da ist. Wenn die Mutation in der Population allerdings einen bestimmten Prozentsatz überschreitet (im Extremfall alle weiß sind), wird ggf ein spezialisierter Bestäuber die Population nicht mehr anfliegen.

Vlt hat das dem ein oder anderen einen Anstoß gegeben, mal noch ein wenig in das Thema hineinzulesen.
Zuletzt geändert von jake001 am 19.04.2019, 09:53, insgesamt 2-mal geändert.

Garibaldi
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Re: Albinos

Beitrag von Garibaldi » 19.04.2019, 06:25

Eine Gruppe Albinos der Roten Taubnessel in einer großen Population normal entwickelter Pflanzen, aber an einer Stelle gab es eine Häufung der Albino-Variante, die ich bisher nur als Einzelpflanze gesehen habe. Fundort Berlin April 2019.
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Garibaldi
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Re: Albinos

Beitrag von Garibaldi » 12.05.2019, 22:04

Geranium pyrenaicum aus Storkow (Brandenburg). (korrigiert)
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Zuletzt geändert von Garibaldi am 13.05.2019, 08:06, insgesamt 1-mal geändert.

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Anagallis
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Re: Albinos

Beitrag von Anagallis » 13.05.2019, 01:13

Sieht mir eher nach G. pyrenaicum aus (lange Kronblätter).

Jochen943
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Re: Albinos

Beitrag von Jochen943 » 16.05.2019, 21:14

Heute habe ich in einer Gruppe von Viola tricolor ein weißes Exemplar gefunden. Ich weiß nicht, ob man es als Albino bezeichnen darf, weil der Blütengrund noch gelb gefärbt ist. Fundort: Wiese bei Peterzell/St. Georgen, Krs. Villingen-Schwenningen, BaWü.

Mit freundlichem Gruß
Jochen
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Garibaldi
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Re: Albinos

Beitrag von Garibaldi » 04.06.2019, 22:57

Silene dioica Rote Lichtnelke aus der Nähe von Oberammergau Juni 2019.
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Silene dioica Rote Lichtnelke 2.JPG
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Garibaldi
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Re: Albinos

Beitrag von Garibaldi » 12.06.2019, 19:58

Pedicularis palustris Sumpf-Läusekraut (Ettaler Moos bei Oberammergau Juni 2019)
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