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Salvia nemorosa

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AndreasG.
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Salvia nemorosa

Beitrag von AndreasG. » 10.09.2017, 19:06

Hab da mal 'ne Frage.
Weiß jemand, ob Salvia nemorosa nach der Samenbildung oberirdisch komplett zurücktrocknet?
Meiner macht das nämlich gerade.

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Anagallis
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Re: Salvia nemorosa

Beitrag von Anagallis » 11.09.2017, 00:41

Der überwintert jedenfalls laut Rotmaler als Pfahlwurzelpleiokorm. Also ja, der zieht sich in die Wurzel zurück.

D.

AndreasG.
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Re: Salvia nemorosa

Beitrag von AndreasG. » 11.09.2017, 07:44

Danke schön. Auf den Seiten mit Pflegehinweisen wird das nicht erwähnt bzw. es ist unklar.
Ich hatte schon befürchtet, die Pflanze würde absterben.

AndreasG.
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Re: Salvia nemorosa

Beitrag von AndreasG. » 24.09.2017, 14:06

Nochmal eine Frage. Die Pflanze hat reichlich Samen gebildet.
Ist es sinnvoll, diese Samen in eine bestehende Wildblumenwiese einzusäen?
Diese Wiese wird zweimal im Jahr gemäht.
Der Grund wäre, blütenbesuchenden Insekten ein zusätzliches Angebot zu schaffen.
Ich könnte natürlich auch einen anderen Standort suchen, wo sie vielleicht ungemäht zur Blüte kommen können.

jake001
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Re: Salvia nemorosa

Beitrag von jake001 » 24.09.2017, 14:53

Das ist eine Glaubensfrage ... sollte man ortsfremde Samen ausbringen und so zur Florenverfälschung beitragen?
Sollte man Insekten, die bei uns sowieso einen schwierigen Stand genießen sollen, unterstützen?

AndreasG.
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Re: Salvia nemorosa

Beitrag von AndreasG. » 24.09.2017, 15:01

Neulich hat es eine Meldung über den Rückgang von Insekten sogar bis in die Tagesschau geschafft. Die Lage scheint durchaus angespannt zu sein.
Zum Punkt Faunenverfälschung: Die Wiese befindet sich mitten in der Stand und wird von einer Wohnungsbaugesellschaft betreut. Ringsum gibt es reichlich Neophyten. Ich weiß aber nicht, wie sehr Salvia nemorosa zur Verwilderung tendiert und ob sich Bestände halten können.

jake001
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Re: Salvia nemorosa

Beitrag von jake001 » 24.09.2017, 15:53

Flora - nicht Fauna.
Aber sonst bist du ja scheinbar schon auf eine Antwort festgelegt, was ich ok finde.

AndreasG.
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Re: Salvia nemorosa

Beitrag von AndreasG. » 24.09.2017, 16:02

Naja, ich habe halt ziemlich viele Samen herumliegen und da ist mir diese Idee gekommen.

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Anagallis
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Re: Salvia nemorosa

Beitrag von Anagallis » 24.09.2017, 17:18

AndreasG. hat geschrieben:
24.09.2017, 15:01
Neulich hat es eine Meldung über den Rückgang von Insekten sogar bis in die Tagesschau geschafft.
Was die Meldung nicht seriöser macht. Die Meßmethode dieser Untersuchung ist unseriös.

D.

jake001
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Re: Salvia nemorosa

Beitrag von jake001 » 24.09.2017, 19:41

Ich kann mich auch erinnern, dass ein Artikel (weiß nicht mal mehr, ob (virtuell) print oder tv) eingeleitet wurde durch die Erfahrung, dass so in den 90ern die Scheiben immer verklebt waren mit Flugtier nach spätestens 50 km. Heute fährt man 2000 km ohne an der Tankstelle mal die Scheiben zu reinigen. Das stimmt wirklich. Ob das an weniger Insekten, anderer Verkehrsplanung oder besseren Scheibenwischern liegt, weiß ich nicht zu beurteilen.

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Re: Salvia nemorosa

Beitrag von AndreasG. » 24.09.2017, 19:55

https://www.zdf.de/dokumentation/planet ... d-100.html

Ich würde gerne wissen, weshalb die Untersuchung nicht seriös war. Der Rückgang ist doch offensichtlich.

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Re: Salvia nemorosa

Beitrag von Anagallis » 24.09.2017, 21:21


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Re: Salvia nemorosa

Beitrag von AndreasG. » 25.09.2017, 09:26

Das ist ein ziemlich polemischer Artikel und der Autor ist nicht gerade dafür bekannt, sachlich zu sein.
Das kann ich deshalb nicht gelten lassen.
Die erwähnten Massenvermehrungen einzelner Arten in jeweils günstigen Jahren sind auch kein Beweis gegen das allgemeine Artensterben bzw. den Rückgang anderer Arten. Wenn sich Arten, die das normalerweise nicht tun, plötzlich explosionsartig vermehren, ist etwas im Gefüge verrutscht. Das können z.B. natürliche Regulatoren sein.
Bei mir im knapp 1 qm großen Gartentümpel gab es reichlich Molche und Wasserläufer. Resultat: nicht eine einzige Mücke hat es geschafft, dort zu schlüpfen. Im Wasserkübel, in dem ich das Regenwasser gesammelt habe, fehlten diese Arten und dort gab es entsprechend reichlich Mücken.
Dieses Jahr gab es bei mir massenhaft Junikäfer, um noch ein weiteres Beispiel anzuführen. Einige Tage schwirrten sie abends durch die Luft und tagsüber haben sie an meinen Balkonpflanzen die Blätter abgefressen. Ein Massenauftreten in manchen Jahren entspricht bei dieser Art dem natürlichen Zyklus. Danach leben sie wieder einige Jahre als Larven im Boden.

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Re: Salvia nemorosa

Beitrag von Anagallis » 25.09.2017, 09:51

Sogar der Nabu räumt ein, daß diese offensiv verbreitete "Nachricht" nicht durch Daten gedeckt ist:
Nabu hat geschrieben:Die von manchen getroffene Aussage „80 Prozent weniger Insekten in Deutschland“ kann so nicht gemacht werden. Korrekt ist hier als Aussage: „Bis zu 80 Prozent Biomasseverluste bei Fluginsekten in den vergangenen 15 Jahren in NRW“.
(https://blogs.nabu.de/naturschaetze-ret ... ensterben/)
Und selbst das ist eine Übertreibung, da in der Studie anscheinend nur der Fluginsektenbestand im NSG Orbroicher Bruch erhoben wurde.
http://80.153.81.79/%7Epubl/mitt-evk-2013-1.pdf
AndreasG. hat geschrieben:
25.09.2017, 09:26
Das ist ein ziemlich polemischer Artikel und der Autor ist nicht gerade dafür bekannt, sachlich zu sein.
Doch, genau dafür ist der bekannt, es paßt eben nur nicht jedem, wenn eine offiziell verkündete "Medienwahrheit" angezweifelt und verspottet wird. Unter jedem Artikel sind Quellen und Literatur angegeben. Diese kann man einfach prüfen.
Die erwähnten Massenvermehrungen einzelner Arten in jeweils günstigen Jahren sind auch kein Beweis gegen das allgemeine Artensterben bzw. den Rückgang anderer Arten.
Eine nicht mit brauchbaren Daten unterfütterte Behauptung kann man nicht dadurch untermauern, daß man darauf hinweist, daß diejenigen, die auf die mangelnde Datenlage hinweisen, auch keine besseren Daten haben. Das beliebte Argumentationsmuster "Du kann meine Behauptung nicht widerlegen, also habe ich Recht," ist Quatsch. Derjenige, der eine Tatsachenbehauptung aufstellt, ist in der Pflicht, sie mit Daten zu stützen.
Dieses Jahr gab es bei mir massenhaft Junikäfer, um noch ein weiteres Beispiel anzuführen. ...
Der "Beweis per Anekdote" ist immer schon beliebt gewesen, beweist allerdings überhaupt nichts.

D.

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Re: Salvia nemorosa

Beitrag von Anagallis » 25.09.2017, 10:28

Und um die Kritik auch auf die Studie auszudehnen:

* Es ist völlig unklar, welche Auswirkungen die Abtropfmethode bei der Gewichtsmessung auf die ermittelten Daten hat. Der prozentuale Anteil des Alkohols an der Gesamtmasse kann durchaus von der Menge, Größe und Arten in der Fangbox enthaltener Insekten abhängen. Daß diese Erhebungsmethode legitim ist, ist nachzuweisen. Es wird kein Versuch gemacht, den Alkoholanteil aus der ermittelten Biomasse herauszurechnen.

* Es wurden nur in den Jahren 1989 und 2013 Daten ermittelt. In diesem Zusammenhang von einer Bestandsentwicklung zu sprechen ist kühn. Die natürlichen Fluktuationen im Bestand sind unbekannt; ob die Daten für '89 oder '13 in irgendeiner Weise durchschnittlich oder repräsentativ sind, ist unbekannt.

* Die Verallgemeinerung von "Biomasse der gefangenen Insekten" auf "Biomasse der mit der verwendeten Falle fangbaren Insektenarten" und von dort zu "Biomasse flugaktiver Insekten" wird nicht begründet und ist damit vorerst unzulässig.

* Die "Diskussion" läßt jegliches mathematische und statistische Fachwissen vermissen. Aus unbekannten Gründen werden nur die erhobenen maximalen "Rückgänge" zur Diskussion herangezogen. Mittelwerte und Minima werden ignoriert.

* Die Autoren entblöden sich nicht einmal, aus den erhobenen zwei Stichproben, einen Trend über Jahrzehnte "abzuleiten". Zitat: "Abbildung 9: ... Unten: Zusatzeintrag eines potentiell möglichen Trends in den Standortbereichen über mehrere Jahrzehnte."

Die Erhebungsmethoden sind verbesserungsfähig und nicht ausreichend begründet; die statistische Auswertung allerdings ist indiskutabel. Ich möchte den Forschern nichts unterstellen, aber die Forschungsergebnisse wurden für unseriöse politische Meinungsmache mißbraucht (das Schicksal aller Zahlen, die bis in die Politik vordringen).

D.

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