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Pflanzen zum Bestimmen besser fotografieren

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Wolfgang
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Pflanzen zum Bestimmen besser fotografieren

Beitrag von Wolfgang » 06.07.2007, 19:37

Hallo,

ich bin mit meinen Fotoaufnahmen von Pflanzen mehr als unzufrieden. Wenn ich hier im Forum einzelne Aufnahmen betrachte, fällt einem der Unterschied recht deutlich auf. Da ich es Euch zukünftig leichter mit dem Bestimmen von meinen Pflanzen machen möchte und selbstverständlich auch für mein eigenes Archiv, suche ich nach Tips für eine geeignete Fotoausrüstung bzw. nach Tips um meine Aufnahmen von Pflanzen zu verbessern. Für Eure Hilfe wäre ich Euch dankbar.

Schöne Grüße aus dem Schwarzwald

Wolfgang

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botanix
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Beitrag von botanix » 09.07.2007, 19:23

Hallo Wolfgang,
wer digital fotografiert und keine Spiegelreflex mit Makroobjektiv benutzt
sollte immer auf die Naheinstellgrenze der Kamera achten.
Der minimale Abstand zwischen Pflanze und Frontlinse Objektiv ist bei Weitwinkel-Einstellung kürzer, bei maximaler (Tele-)Brennweite größer !
Wird der Abstand unterschritten gibts kein scharfes Bild mehr. Eine möglichst große Frontlinse bringt viel Licht (kleine Blendenzahl) auf den Chip. Abblenden (entweder manuell) oder über entsprechendes Programm zur Schärfenoptimierung verbessert die Tiefenschärfe des Bildes. Aber auch auf eine möglichst kurze Belichtungszeit ist zu achten, frei Hand ohne Blitz (der ist bei geringem Abstand meist nicht einsetzbar) mindestens eine 1/125 Sekunde, sicherer ist es ein Stativ zu benutzen (und Windstille!!). Ein weiteres Problem der digitalen Kompaktkameras ist der Autofokus. Immer darauf achten das bei Nahaufnahmen der Makromodus eingeschaltet ist. Die Kontrolle der Schärfe des Bildes (Lupenfunktion nutzen) via Monitor nach der Aufnahme ist Pflicht, ein Kameramonitor sollte deshalb auch möglichst groß sein und mehr als 200000 Pixel haben. Ob das Bild gelungen ist zeigt sich aber mit letzter Sicherheit erst zuhause auf dem großen Monitor!
Bei schlechten Lichtverhältnissen bzw. feinen Strukturen hat so mancher Autofokus Probleme mit dem Scharfstellen. Hier hilft eine manuelle Fokussierung. Für einige Kameras gibt es auch Makrovorsatzlinsen.
Wir haben eine schon 5 Jahre alte Canon G2 mit 4 Megapixel-Chip. So richtig nah ran kommt man trotz Makrolinse nicht, deshalb liebäugl ich mit dem Kauf einer digitalen Spiegelreflex, da ist die Auswahl an Makro- wie Teleobjektiven groß. Zusätzlich können Balgengeräte, Zwischenringe eingesetzt werden, Ringblitz, etc. Allerdings kostet ein gutes Einsteigermodell + Makroobjektiv +Stativ schon 1000 Euro.
Aber auch so manche Kompaktdigitale ist gut. Ältere Coolpix-Modelle von Nikon mit schwenkbarem Objektiv und Naheinstellgrenze von 1 cm haben bei Moos- und Flechtenkundlern schon Kultstatus. Durch einen Forumsbeitrag bin ich auf folgende Seite gekommen http://www.gregor-jonas.de/urlaube/naha ... /index.htm
Die benutzte Panasonic Lumix + Makrolinse scheint brauchbar für die Makrofotografie.
Vorteil der digitalen Kompaktkamera ist die wegen der kleinen Objektivbrennweite größere Schärfentiefe, geringe Staubempfindlichkeit, weil kein Objektivwechsel nötig. Nachteil größeres Bildrauschen wegen kleinerem Chip bei höheren ISO-Einstellungen (ab 400).
Sollte es am Geld (und höherem Gewicht / Größe!) nicht scheitern, würde ich eine digitale Spiegelreflex empfehlen (Canon, Nikon haben gute Kameras und große Objektiv- und Zubehörauswahl). Die Naturfotografenprofis nutzen nur (digitale) Spiegelreflexkameras.

Gruß botanix
alte Botanikerweisheit: man sieht nur was man kennt

Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang » 10.07.2007, 09:26

Hallo Botanix,

vielen Dank für die so ausführliche Beantwortung meiner Frage.

Schöne Grüße aus dem Schwarzwald

Wolfgang

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Wal
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Beitrag von Wal » 11.07.2007, 13:32

Hallo Wolfgang,

noch ein kleiner praktischer Tipp.
Falls du eine Digi-Cam kaufst, achte auf ein ausklappbares Display (mit 360 Grad Drehung).
Die Gelenke und Sehnen deines Körpers, werden es dir (auf Dauer) danken.
Vielleicht wäre auch ein (zusammenklappbares) Stativ ganz interessant.
Grüsse Kevin

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Dornenschrecke
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Beitrag von Dornenschrecke » 11.07.2007, 15:55

... außerdem bleibt auch die Kleidung sauber (beim auskl. Display)... :lol:

Ich habe auch wie Botanix eine Canon (A620) und bekomme auch ganz passable Bilder mit der hin, obwohl ich überhaupt keine Ahnung davon habe.
z.B.:
Gänseblümchen oder Kuhblume:
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Gruß Dorni

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Jule
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Beitrag von Jule » 11.07.2007, 17:11

Hallo ihr!

Ich habe fast nix was ihr da sagt. Ich habe keine Spiegelreflex, keinen manuellen Fokus, keinen manuellen Weißabgleich und auch keinen ausklappbaren Display.

Dafür war meine Kamera verhältnismäßig billig (hab ja eh kaum Geld).

mfg Jule
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Dornenschrecke
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Beitrag von Dornenschrecke » 11.07.2007, 17:47

Hi Julia!


Deine Olympus ist doch auch nicht schlecht.

Bei den Digi-Cam`s ist es wie beim PC. Der Computer ist nur so intelligent, wie der Anwender... :shock:
Übrigens hatte ich "deine" Kamera auch im letzten Jahr im Visier, letztendlich hatte ich mich doch für die Canon entschieden, ja nur aus einen Grund, dem ausklappbaren Display... :lol: (und dem Makroabstand von 1cm)

Noch eins, davor hatte ich eine Kodak (4MP,70€) ohne optischen Zoom. Ich hielt nur einfach eine Lupe (10x) vor die Linse und finde teilweise die Bilder heute noch besser, als bei meiner neuen Canon... :cry:

Mist Wetter draußen. In meinem Urlaub, hatte ich mich auf meine Pflanzen-Tour gefreut. Morgenvormittag ist es zwar trocken, aber verdammt windig (4bft). :evil: :evil: :evil:
Gruß Dorni

niXda

Beitrag von niXda » 12.07.2007, 00:24

tztztz...der Comp. so wie? was? intel. oder eher gent als sein Anwender...? Verdrehung falscher Tatsachen! ...oder geht hier etwa einer von euch ins Internet um Pflanzen zu fotographieren?:lol: Also ich geh da lieber auf die Wiese oder in den Wald...auch wenn der Wald mal mitten in einer Stadt wächst...hier auf dem Montagekasten wächst nix was ich da fotographieren kann :D Oh hab mich verschreibselt es ist heute ja noch Donnerstagekasten...Montag gibts ja nur im Science Fiction Roman oder Film. ...wer will schon in einen Comp total put einsteigen? ...was machte mancher schon alles durch um nicht nuhur der "Technik" (sondern sich selbst?!) auf die Sprünge zu helfen? ...unmögliche Möglichkeiten(?) abwägen! Oder können Menschen etwa denken das putter denken...totaal caput...oder wie hieß das Satieremagazien neben dem deutschen MAD der 70er ...? ...tztztz und das am Sonntag...:D

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Rhincodon_typus
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Beitrag von Rhincodon_typus » 15.07.2007, 13:37

Ich benutze eine Canon PowerShot S3 IS. Dazu habe ich mir noch einen Adapter (LAH-DC20) und eine Nahlinse gekauft (500D). Das war insgesamt nicht so teuer, wie eine Spiegelreflexkamera, eignet sich aber dennoch hervorragend zum Pflanzen fotografieren. Entweder schraube ich die Kamera auf ein Stativ, oder bei niedrig wachsenden Arten lege ich sie auf einen selbst genähten Reissack. Bei mittleren Höhen lege ich einfach noch Gegenstände unter den Sack, um eine ausreichende Höhe zu erreichen (mein Bestimmungsbuch, die Dose zum Sammeln von Pflanzenteilen, die Aufbewahrungsdose für die Nahlinse). Die besten Bedingungen zum Fotografieren bietet natürlich ein windstiller und sonniger Tag. Je nach Belichtung wähle ich Kompromisse zwischen Öffnung der Blende und Belichtungszeit. Ansonsten leistet auch die Auslösungsverzögerung gute Dienste, um ein unverwackeltes Bild zu bekommen.

Bei Pflanzendetails habe ich auch tatsächlich schon mal eine 10x Lupe zusätzlich zwischen Objekt und Nahlinse gebracht.

Bild

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Wal
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Beitrag von Wal » 15.07.2007, 15:13

Rhincodon_typus hat geschrieben: Die besten Bedingungen zum Fotografieren bietet natürlich ein windstiller und sonniger Tag.
Hallo,

derzeit ist es hier sehr windig (mind. 3 Bft). Da macht das "Knipsen" keinen Spaß.
:cry:

Gibt es da irgendwie Tipps und Tricks, oder sollte man lieber einen windstillen Tag (max. 2 Bft) abwarten?

Ab wann (Bilderanzahl), ist eine Digi-Cam (bzw. Linse) eigentlich "verbraucht" ?
Kann man es so pauschal sagen?
Grüsse Kevin

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botanix
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Beitrag von botanix » 15.07.2007, 18:26

Hallo Kevin,

bei Canon werden für die digitalen Spiegelreflex 100.000, bei der neuen 1D Mark III 300.000 Auslösungen angegeben !! Das hängt weniger mit dem "Verbrauch" des Chips zusammen, sondern mit dem Verschluß, der ja für die eingestellte Zeit blitzschnell öffnen und schließen muß. Die Mechanik ist also nicht verschleißfrei. Gleiches gilt für die Objective (fokussieren - ob manuell oder Autofokus, Blende).
Bei der derzeitigen Geschwindigkeit der Weiterentwicklung der Digitalen wird man aber eher eine Neue kaufen, als das 100.000 Auslösungen erreicht werden (>27 Fotos pro Tag in 10 Jahren!!)
Trotzdem sollte man seine Ausrüstung pfleglich behandeln - Hightech !!!

Windschutz:
am besten halt bei Windstille fotografieren, bei mäßigem Wind kann man kleine Blumen mit dem Rucksack in den Windschatten bringen, oder Pergamentpapier links und rechts an zwei Bambusstäbe geklebt, kann man aufwickeln für Transport, gibt Windschutz und diffuses Seitenlicht, oder halt Blütenstängel mit Stöckchen und Draht außerhalb Bild befestigen. Bei Orkanstärke natürlich sinnlos ...
Generell natürlich kurze Zeit einstellen, auch wenn dadurch die Blendenöffnung größer wird, also die Tiefenschärfe geringer wird.

Gruß botanix
alte Botanikerweisheit: man sieht nur was man kennt

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Beitrag von Wal » 15.07.2007, 22:00

Danke Botanix für die guten Tipps!
Grüsse Kevin

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Dornenschrecke
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Re:

Beitrag von Dornenschrecke » 02.02.2008, 14:18

botanix hat geschrieben:
Windschutz:
am besten halt bei Windstille fotografieren, bei mäßigem Wind kann man kleine Blumen mit dem Rucksack in den Windschatten bringen, oder Pergamentpapier links und rechts an zwei Bambusstäbe geklebt, kann man aufwickeln für Transport, gibt Windschutz und diffuses Seitenlicht, oder halt Blütenstängel mit Stöckchen und Draht außerhalb Bild befestigen. Bei Orkanstärke natürlich sinnlos ...
Hallo Botanix,


aber welcher Windstärke (BFT) würdest du es lassen, draussen etwas zu fotografieren? Ab 3 BFT?

Wetter.com gibt ja auch immer die Windstärke mit an. Oder gibt es eine Webseite, die zuverlässiger bei der Angabe der Windstärke ist?
Gruß Dorni

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botanix
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Re: Pflanzen zum Bestimmen besser fotografieren

Beitrag von botanix » 02.02.2008, 18:38

Hallo Tino,
die Frage ist nicht allgemeingültig zu beantworten, denn die Verwacklungsgefahr ist von mehreren Faktoren abhängig:
Bewegung des Objects durch den Wind, kann hier keinen Grenzwert für Windgeschwindigkeit angeben (die unterliegt ja auch Schwankungen), aber manches Kraut wächst im Windschatten oder kann fixiert werden - relativ windstillen Moment abwarten.
Eigenbewegung des Fotografen ("verwackeln"), über Zeiteinstellung der Kamera abzumildern - Zeitformel allgemein 1 / Brennweite (KB-Äquivalent) oder kürzer, also Telebrennweite ist verwacklungsempfindlicher (braucht kürzere Zeit) als Weitwinkel. Kann man über ISO-Einstellung auf höheren Wert natürlich positiv beeinflussen. Hier gilt es aber zu beachten: die höchste Auflösung ,den besten Kontrast und das geringste Bildrauschen hat die Kamera (besonders die Kompakten!!) bei niedrigster ISO-Zahl.
Vergrößerungsmaßstab, je näher man 1:1 kommt desto mehr macht sich jedes Zittern bemerkbar (Stativ (oder Auflegen z.B. auf "Bohnensack") statt Freihand dann auch nötig).
Also: möglichst kurze Zeit einstellen, 1/125 Minimum, sobald etwas Wind die Pflanze bewegt entsprechend kürzere Zeit wählen. Sobald die Pflanze sich ständig leicht bewegt und mehr als 1-2 mm im Monitor wackelt werden knackscharfe Fotos unmöglich. Dann nur noch für Dokumentationszwecke.
So als "Pi mal Daumen" Wert: die durch Wind verursachte Bewegung sollte nicht größer sein als das Verwackeln durch den Fotografen.

Gruß botanix

PS:
für ein scharfes Bild ist auch die gewählte Blende sehr wichtig. Allgemein bilden die Kompaktkameras einen größeren Bereich scharf ab (wegen der kleineren wirklichen Brennweite). Allerdings ist der sogenannte Pixelpitch zu beachten, d. h. nur bis zu einem bestimmten Blendewert verbessert Abblenden das Bild. Link:
http://www.olypedia.de/Beugungsunsch%C3%A4rfe
Am besten macht man mal unter gleichbleibenden Bedingungen (Licht und Stativ) eine Blendenreihe und betrachtet sich das bei 100 % auf dem Monitor, besonders die Randbereiche des Bildes zeigen auch die anderen Eigenschaften des Objectivs am deutlichsten (Vignettierung = dunklere Ecken, chromatische Aberation = Farbsäume an Motivkanten, Verzeichnung = unscharfes Abbilden). Dann sieht man, welcher Blendenwert das beste Ergebnis bringt.
alte Botanikerweisheit: man sieht nur was man kennt

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Re: Pflanzen zum Bestimmen besser fotografieren

Beitrag von Dornenschrecke » 02.02.2008, 18:43

Hallo Botanix,


vielen Dank für die Menge Input, auf einen Schlag!

Ich krame mal das Handbuch von meiner Kamera heraus und stelle den geringsten ISO-Wert ein.
Gruß Dorni

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