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Neue Cichorium-Arten

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Marlies
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Re: Neue Cichorium-Arten

Beitrag von Marlies » 20.07.2020, 22:18

Anagallis hat geschrieben:
20.07.2020, 21:01
Manfrid hat geschrieben:
20.07.2020, 19:44
Und die Überforderung liegt eben nicht nur darin, wegen Splitterei die Namen von mehr Arten kennen zu sollen, sondern vor allem auch noch unzählige ältere Namen
Wieso muß man das können? Was wovon ein Synonym ist, läßt sich doch heutzutage recht schnell nachschlagen.
Die Lebenswirklichkeit sieht leider anders aus, wir reden ja "echt" miteinander und können in dem Moment nicht nachschlagen.
Irgendwann hatte unsere FG-Interessentin realisiert, dass meine Veronica maritima vom Oderufer von anderen auch Veronica longifolia (mal mit, mal ohne ssp. martima) genannt wird. Manchmal aber auch Pseudolysimachium longifolium oder wahlweise Pseudolysimachion longifolium; das hatten ihr die "Alten" so beigebracht.
Das mit den Synonymen und dem Nachschlagen hatte ich ihr auch gesagt und ihr Michaels Datenbank gezeigt. Vergebens. Unter dem Strich war ihr der Spaß vergangen und sie wird nicht mehr wiederkommen.

abeja hat geschrieben:
20.07.2020, 20:23
... mit basalen Knäueln und mit einem leicht gerieften, leicht rau behaarten Stiel ganz unten (Haare eher fühlbar als sichtbar, jedenfalls nicht mit solch grob abstehenden Haaren).
Sollte ich hier im Nordosten noch weitere Versionen finden, würde ich euch das wissen lassen.

Marlies
Zuletzt geändert von Marlies am 21.07.2020, 15:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Anagallis
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Re: Neue Cichorium-Arten

Beitrag von Anagallis » 20.07.2020, 22:23

Marlies hat geschrieben:
20.07.2020, 22:18
Unter dem Strich war ihr der Spaß vergangen und sie wird nicht mehr wiederkommen.
Ihr ist der Spaß vergangen, weil Taxa von verschiedenen Personen verschieden benannt worden sind?

Manfrid
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Re: Neue Cichorium-Arten

Beitrag von Manfrid » 21.07.2020, 08:54

Marlies hat geschrieben:
20.07.2020, 22:18
Veronica maritima
Gutes Beispiel. Und wenn man z. B. ältere morphologische Literatur liest, wo für die verschiedenen Phänomene zahlreiche Beispiele angeführt werden, und man muss dauernd recherchieren, ob das irgendwas ist, was man unter einem anderen Namen vielleicht doch kennt, dann kann einem schon der Spaß vergehen.

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Re: Neue Cichorium-Arten

Beitrag von Marlies » 24.08.2020, 20:24

Noch einmal zurück zum Thema mit einem kleinen Update aus BB.
Hier überall basale Knäuel und +/- rau behaarte Stängel - alles unauffällig. Mit einer Ausnahme: 1 Ex. mit komplett aalglattem Stängel, in unmittelbarer Nachbarschaft "normale" Pflanzen.
Und was lehrt uns das? Eigentlich nicht viel, außer, dass sowas vorkommen kann.
EDIT: genauer gesagt, dass sowas auch in Brandenburg vorkommen kann
Marlies

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Re: Neue Cichorium-Arten

Beitrag von Marlies » 14.09.2021, 23:52

Ein Fund von heute. Spitzenständige und basale Knäuel an ein und demselben Exemplar. Alle anderen dort hatten nur basale Knäuel.
IMG_20210914_151210089~2-01.jpeg
IMG_20210914_151210089~2-01.jpeg (227.92 KiB) 127 mal betrachtet
Beim Fotografieren musste ich allerdings feststellen, dass die Hauptachse gekappt war. (Die Trennstelle sah aus, als wäre das schon vor geraumer Zeit passiert.) Hat sich diese Pflanze nur deshalb so entwickelt? Dann wäre es nichts Besonderes, aber sicherheitshalber frage ich.

Marlies

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Re: Neue Cichorium-Arten

Beitrag von Kraichgauer » 15.09.2021, 08:59

Ich versteh' den ganzen Thread ehrlich gesagt nicht. Ja natürlich gibt es Varietäten und Formen innerhalb einer Art, so wie hier die "Knäuelstellung". Früher haben die Altvorderen deswegen dann jede Menge "var." und "f." und "ab." benannt, was man gottseidank heute nicht mehr so macht. (Landolt, Bomble, Loos und Kollegen beschreiben dann allerdings immer gleich Arten.)
Also sollte man so was in der allgemeinen Variabilität einordnen. Eine neue Art sollte man wirklich nur noch mit molekulargenetischen und zytologischen Resultaten begründen, oder mit nachgewiesener Barriere (sterile Hybride etc.) zwischen beiden Taxa.

Gruß Michael

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Re: Neue Cichorium-Arten

Beitrag von Marlies » 16.09.2021, 14:38

Danke für die Antwort.
Natürlich dachte ich nicht, eine neue Art entdeckt zu haben und natürlich erkennt man Cichorium intybus auch, ohne auf solche Feinheiten zu achten. Das ist aber bekanntlich nicht immer so. Manchmal sind ganz graduelle morphologische Unterschiede eben doch Indiz für unterschiedliche Arten nach aktueller Lesart. Dadurch stellt sich für Hobbybotaniker eine gewisse Erschöpfung und Überforderung ein.
Aber ok, das ist hier ein Pflanzenbestimmungsforum und wir müssen es nicht weiter vertiefen.

Marlies

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Re: Neue Cichorium-Arten

Beitrag von Anagallis » 16.09.2021, 15:45

Marlies hat geschrieben:
16.09.2021, 14:38
Manchmal sind ganz graduelle morphologische Unterschiede eben doch Indiz für unterschiedliche Arten nach aktueller Lesart.
Oft aber auch nicht. Man muß Lebewesen doch eine gewisse Anpassungsfähigkeit an aktuelle Lebensbedingungen zugestehen, nach vielen hundert millionen Jahren Evolution. Manche Option ist bereits in den Genen angelegt und wird aktiviert, wenn der richtige Trigger eintritt. Ob das der Fall ist, sieht man nicht von außen. Außerdem kann der Genpool einer Art nicht dauerhaft gleich bleiben. Wenn das so wäre, wäre Leben gar nicht erst entstanden.

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Re: Neue Cichorium-Arten

Beitrag von Manfrid » 17.09.2021, 09:48

Marlies hat geschrieben:
14.09.2021, 23:52
Beim Fotografieren musste ich allerdings feststellen, dass die Hauptachse gekappt war. (Die Trennstelle sah aus, als wäre das schon vor geraumer Zeit passiert.) Hat sich diese Pflanze nur deshalb so entwickelt?
Wäre denkbar. Und interessant.

Manfrid

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