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Rotklee Mutation?

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Stine
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Rotklee Mutation?

Beitrag von Stine » 05.01.2018, 11:24

Hallo!
Ich habe diesen Rotklee im Sommer 2017 bei uns auf der Wiese entdeckt.
Ich komme aus Mecklenburg Vorpommern. Neben unserer Wiese befindet sich ein Feld das mehrmals im Jahr vom Eigentümer gespritzt wird. Es ist nicht nur der Rotklee betroffen, sondern auch der Weißklee. Besonders viele "mutierte" Pflanzen befinden sich direkt an der Feldgrenze.
Meine Frage ist nun, ist das eine Laune der Natur, oder hat das etwas mit den Spritzmittel zu tun?
DSC_0002.JPG
Rotklee
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jake001
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Re: Rotklee Mutation?

Beitrag von jake001 » 05.01.2018, 14:54

Das ist für Klee nicht besonders typisch. Insofern ist schon davon auszugehen, dass hier ein unnatürlicher Stress auf die Pflanzen gewirkt hat. Und das wird wohl das Pflanzenschutzmittel sein.
Dennoch ist es doch interessant, dass gar nicht so viel verändert werden muss und die Genregulation andere Wege für die Ausprägung von Eigenschaften frei gibt. In diesem Fall sieht das eben auch sehr gesteuert aus und nicht wie eine sehr frische und damit meist ungregulierte Mutation.

Stine
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Re: Rotklee Mutation?

Beitrag von Stine » 05.01.2018, 16:51

Vielen Dank für deine Erklärung.
Ich bin nur neugierig, ob diese Pflanzen sich nun immer so vermehren werden.
Ich habe einige separat gepflanzt.

Manfrid
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Re: Rotklee Mutation?

Beitrag von Manfrid » 05.01.2018, 22:52

Hallo,
so ein vegetatives Durchtreiben von Blütenköpfen dürfte mit der Behandlung des benachbarten Feldes wohl zusammenhängen, aber es kann da auch einfach von einer stickstoffreichen Düngung zur Zeit der Blütenbildung kommen. Eine "Mutation" im Sinne von einer bleibenden Veränderung der Pflanzen wird nicht vorliegen. Der separat gepflanzte Klee wird schon dieses Jahr wieder normal blühen, prophezeie ich mal in der Hoffnung auf Bestätigung oder Korrektur.
Manfrid

jake001
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Re: Rotklee Mutation?

Beitrag von jake001 » 06.01.2018, 09:37

Vielleicht interessiert dich im Zusammenhang damit die molekularbiologische Grundlage: https://de.wikipedia.org/wiki/Sigma-Faktoren

Stine
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Re: Rotklee Mutation?

Beitrag von Stine » 06.01.2018, 09:53

Ich glaube nicht, das es am Dünger liegt. Ich habe die Wiese nicht gedüngt und das Gras und die anderen Pflanzen wachsen in der Nähe vom Klee auch nicht besser.
Der Wikipediaeintrag hat mir leider nicht weitergeholfen, er ist leider zu speziell.

jake001
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Re: Rotklee Mutation?

Beitrag von jake001 » 06.01.2018, 13:22

Stine hat geschrieben:
06.01.2018, 09:53
Ich glaube nicht, das es am Dünger liegt.
Was da nun gespritzt wurde, wissen wir nicht und du sicher auch nicht ... dass hier übermäßig Stickstoff vorhanden gewesen sein könnte, war sicher nur Spekulation oder ein Beispiel.

Manfrid
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Re: Rotklee Mutation?

Beitrag von Manfrid » 06.01.2018, 17:48

jake001 hat geschrieben:
06.01.2018, 09:37
Vielleicht interessiert dich im Zusammenhang damit die molekularbiologische Grundlage: https://de.wikipedia.org/wiki/Sigma-Faktoren
Meines Wissens gehört Klee nicht zu den Bakterien... Im Übrigen sind die "Sigma-Faktoren" als steuernde Proteine Gift für das liebe "zentrale Dogma der Molekularbiologie", Dünger für die "Epigenetik". So rechtfertigen sie es auch nicht gerade, hier im üblichen Sinne von "Mutationen" zu sprechen.
Stine hat geschrieben:
06.01.2018, 09:53
Ich habe die Wiese nicht gedüngt
Ich dachte auch nur an einen Stickstoffeintrag vom Feld her - wegen der Verstärkung des Phänomens in Feldnähe. Aber es muss nicht Stickstoff sein. Herbizide wirken in geringen Konzentrationen wohl auch ähnlich. Eine irreguläre Anregung des Wachstums, wie man sie mit vergleichbarem Ergebnis gerade mit einer Stickstoffdüngung zum Zeitpunkt der schon eingeleiteten Blütenbildung bewirken kann, liegt aber sicherlich vor.

Gruß! - Manfrid

jake001
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Re: Rotklee Mutation?

Beitrag von jake001 » 07.01.2018, 14:02

Manfrid hat geschrieben:
06.01.2018, 17:48
Meines Wissens gehört Klee nicht zu den Bakterien...
Nein, natürlich nicht und rpoN (sigma 54) wird aktiv bei N-Mangel und nicht für N-Überfluss. Aber diese Transkriptionsfaktoren sind sehr gut untersucht und man findet auch sehr gut Abbildungen, wie das mechanistisch am Promotor abläuft.
Es war ja eh müßig, weil der Artikel zu speziell war.

Stine
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Re: Rotklee Mutation?

Beitrag von Stine » 09.01.2018, 19:23

Nochmal danke für deine Mühe mich auf den Artikel aufmerksam zu machen. Ich bin aber kein Biologe, darum ist der Artikel für mich nur schwer zu verstehen.
:)

Stine
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Re: Rotklee Mutation?

Beitrag von Stine » 09.01.2018, 22:05

Nochmals danke das du mich auf den Artikel hingewiesen hast.
Leider habe ich ihn nicht verstanden, weil ich kein Biologe bin.

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