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zwei Pilze in Südtirol

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etonline
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zwei Pilze in Südtirol

Beitrag von etonline » 10.11.2020, 00:15

diese beiden Pilzarten habe ich im September im Passeiertal fotografiert.
Ich bitte um Bestimmungshilfe
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bryotom
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Re: zwei Pilze in Südtirol

Beitrag von bryotom » 10.11.2020, 10:11

Hallo und Guten Tag,
die ersten beiden Bilder sehen nach Riesen-Champignon (Agaricus augustus) aus.
Die zwei Bilder der Röhrlinge zeigen m.E. alte Goldröhrlinge (Suillus grevillei). Der Pilz ist an die Lärche als Partnerbaum gebunden. Waren denn da Lärchen (Larix) in der Nähe?
Beste Grüße
Thomas

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abeja
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Re: zwei Pilze in Südtirol

Beitrag von abeja » 10.11.2020, 20:03

Hallo,
an Suillus grevillei denke ich da auch. Ich denke schon, dass Lärchen in dieser Art von Wald vorkommen. Oft sieht man sie nicht oder beachtet sie nicht. Ähnlich, aber mit deutlich dunklerem Hut, könnte der Butterpilz (Suillus luteus) ausschauen, der bei Kiefern bevorzugt auf sauren Böden wächst.

Beim Champignon vermute ich auch stark Agaricus augustus, die Größe kann ich trotzdem schwer einschätzen. Typisch soll auch der oben stark abgeflachte Hut sein und die (jung vorhandene, später weniger sichtbare) Schuppung unterhalb des Stieles sein.
Ähnlich, jedoch kleiner, könnten jedoch der Kleine und Große Waldchampignon aussehen (Agaricus silvaticus und langei).
Sicherheit gäbe da das Farbverhalten und der Geruch: Agaricus augustus gilbend und nach Anis riechend, die beiden anderen stark bzw. schwach rötend und nach "normalem" Champi riechend.
Viele Grüße von abeja

etonline
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Re: zwei Pilze in Südtirol

Beitrag von etonline » 10.11.2020, 21:50

danke für die Hilfe.
Leider weiß ich nicht, ob Lärchen in der Nähe waren.
VG, Erich

etonline
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Re: zwei Pilze in Südtirol

Beitrag von etonline » 10.11.2020, 21:52

und leider habe ich auch keine Geruchsprobe gemacht. Ich habe die Pilze unversehrt stehen lassen :)

bryotom
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Re: zwei Pilze in Südtirol

Beitrag von bryotom » 11.11.2020, 12:09

zum Champignion:
Ich finde bei Agaricus augustus die Geruchsnote nach Bitternadel/Mazipan am markanstesten, gar nicht so die Aniskomponente, die haben viele andere Champis ja auch.

zum Röhrling:
Die helle Hutfarbe, die Stielfärbung und dort vor allem die weiße Bauchbinde sprechen für mich für S. grevillei.

Letztlich fehlt bei Fotos alleine natürlich fast immer die letzte Gewissheit.
Beste Grüße
Thomas

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abeja
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Re: zwei Pilze in Südtirol

Beitrag von abeja » 11.11.2020, 18:28

Ich muss schon wieder gestehen, dass ich die fraglichen Champis nicht aus eigener Anschauung kenne - den Goldröhrling schon, da bin ich so sicher, wie man nach Bild sein kann.

Zu den Gerüchen Anis oder Bittermandel - ich hatte da keine feinen Unterschiede gemacht, obwohl es die gibt. Man unterscheidet bei den C. eigentlich nur grob nach Geruch wie Kulturchamp./ Anis, Bittermandel/ "Karbol" und eventuell anderen eher unangenehmen Gerüchen.

Die Bittermandel- oder Anisnoten (teilweise wird auch Mandel geschrieben, es ist aber Bittermandel gemeint), werden auch je nach Person unterschiedlich wahrgenommen. Eigentlich liegen eindeutige chemische (unterschiedliche) Stoffe diesen Gerüchen zugrunde. Vermutlich muss man das Riechen auch mit Vergleichsmaterial üben.

Es gab sogar eine Untersuchung dazu 8-) :lol: , weil in der Literatur der Geruch des Pilzes unterschiedlich beschrieben wurde.
https://www.researchgate.net/publicatio ... s_Augustus
Die gefundenen Inhaltsstoffe müssten eigentlich einen Bittermandelgeruch hervorrufen. Man hat eine Gruppe von Personen unterschiedliche Konzentrationen und Mischungen davon riechen lassen. Bittermandel war das mehrheitliche Geruchsempfinden, aber Anisgeruchs-Empfinden war auch deutlich vertreten.
Zuletzt geändert von abeja am 11.11.2020, 19:34, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße von abeja

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Re: zwei Pilze in Südtirol

Beitrag von bryotom » 11.11.2020, 18:53

Danke abeja für den Link zur Publikation.
Ich erkenne an dem lebenden Pilz wie gesagt beides, die Aniskomponente und die für mich sehr eindrückliche "Marzipan"-Komponente.
Die Problematik des Geruchsphänomens und die Auslassungen darüber in der mykologsichen Literatur (zutreffend oder nicht bzw. z.T. übergriffig imperativ gesetzt) werden ja auch in dem (finde ich sehr lesenswerten) Buch "Mein Weg durch die Wälder" von Long Litt Woon, Mai 2017, sehr schön thematisiert.
Nicht alle riechen das gleiche oder würden es auf gleiche Art beschreiben.
LG Thomas

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