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Pilze am Wegesrand - Update vom 07.11.20

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Waldschrat
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Pilze am Wegesrand - Update vom 07.11.20

Beitrag von Waldschrat » 06.11.2020, 22:24

Hallo Pilzfreunde,
gerade jüngst in den vergangenen Tagen (31.10. bis 05.11.) wachsen diese Pilze gesellig (ca. 10 Stück) im Gras neben einem Feldweg in der Rheinniederung am südlichen Stadtrand von Karlsruhe. In der Nähe stehen einige alte Obstbäume. Leider kann ich die Pilzart nicht bestimmen. Typisch ist der kleine Buckel in der Mitte auf dem Hut. Kann mir bitte jemand bei der Bestimmung helfen?

Viele Grüße
Walter
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abeja
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Re: Pilze am Wegesrand

Beitrag von abeja » 06.11.2020, 23:54

Hallo Walter,
hier empfiehlt es sich, mal vorsichtig einen Pilz komplett (!) zu entnehmen, inkl. Basis ... da sollte nämlich eine häutige Scheide sein (Volva).
Dann könntest du dir den Lamellenansatz anschauen, ich vermute, dass der "frei" ist, d.h. zwischen Lamellen und Stiel ist eine kleine Lücke.
Die Sporenpulverfarbe gäbe auch noch einen guten Hinweis: Hut leicht abgedeckt über Nacht oder so auf eine Glasscheibe legen (zur Not auf weißes glattes Papier). Die Farbe wäre höchstwahrscheinlich "mykologen-rosa", d.h. ein rötliches Mittelbraun.

Also ich vermute hier stark den Größten Scheidling/ Ackerscheidling (Volvariella gloiocephala), wobei die nicht immer so gebuckelt sein müssen. Meine (wenigen) Funde waren nicht so deutlich gebuckelt.

Falls aber keine Scheide da wäre, die Lamellen aber frei und die Sporenpulverfarbe rosa-braun - und der Wuchs irgendwie auf Holzresten, dann wäre es ein Dachpilz, Pluteus spec. (was ich aber nicht glaube).
Falls keine Scheide da wäre, die Lamellen NICHT frei und die Sporenpulverfarbe rosa-braun, dann wäre es eventuell ein Rötling (Entoloma spec.), die gibt es auch mit Buckel. Gefällt mir aber vom Gesamterscheinungsbild (so langstielig) an dem Ort auch nicht.
Viele Grüße von abeja

Waldschrat
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Re: Pilze am Wegesrand

Beitrag von Waldschrat » 07.11.2020, 09:59

Hallo Abeja,
vielen Dank für Deine wertvollen Hinweise. Ich werde schauen, ob ich da noch etwas mehr ermitteln kann.

Viele Grüße
Walter

Waldschrat
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Re: Pilze am Wegesrand - Update mit neuen Fotos

Beitrag von Waldschrat » 07.11.2020, 22:44

Hallo abeja,
hallo Pilzfreunde,

heute habe ich den Fundort noch einmal aufgesucht und musste feststellen, dass die wenigen verbliebenen Fruchtkörper in keinem guten Zustand sind. Ich habe trotzdem einige Fotos angefertigt und kann bestätigen, dass der Stiehl an seiner Basis von einer häutigen Scheide umgeben ist. Die Lamellen sind frei. Leider kann man in dem Zustand keine Sporenfarbe bestimmen. Es ist mit großer Wahrscheinlichkeit der Größte Scheidling, Volvariella gloiocephala, wie Du schon vermutet hattest.

Viele Grüße
Walter
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Re: Pilze am Wegesrand - Update vom 07.11.20

Beitrag von abeja » 08.11.2020, 17:42

Hallo Walter,
prima Fotos, das ist "100-pro" der Größte Scheidling.
Im Prinzip ist das hier schon klar, wenn man die Größe + die Volva sieht. Die anderen Merkmale dienen nur dazu, sich überhaupt die Merkmale der Scheidlinge zu merken. Die Sporenpulverfarbe sieht man hier auch gut an der Lamellenverfärbung des älteren Exemplares (nicht immer ist Lamellenfarbe=Sporenpulverfarbe, aber meist doch ein guter Hinweis). Der jüngere Pilz hätte wahrscheinlich ausgesport.

Übrigens, wenn man die Pilze nicht entnehmen möchte ... manche möchten auch nur schöne Fotos machen und nicht die Pilze auseinanderpflücken oder - schneiden (das kann man machen, nur die Bestimmung ist dann nicht immer möglich) - dann kann man auch vorsichtig mit einem Messer (o.k. ich habe immer ein "Adventure-Knife" vom Discounter dabei) um die Basis "herumpopeln" und den Ansatz der Scheide freilegen. Lamellenansätze und Farbe kann man zur Not auch mit einem Taschenspiegel beobachten oder mit der (Kompakt)-Kamera oder Smartphone "im Blindmodus" von unten fotografieren.

Bei meinem ersten Größten Scheidling (am grasigen Wegrand im Wald mit allerlei Holzresten) hatte ich Probleme ... nur daran "gezupft", da war der Stiel abgebrochen. Die Volva hatte ich nicht gesehen und mich dann über den langen Stiel und die (feucht) sehr glitschige Oberfläche gewundert. Aber einen solchen Dachpilz gibt es nicht - und "Nachbohren" brachte den Volvarest zu Tage.

Der Pilz ist übrigens essbar (noch nicht probiert), aber man sollte auf den Fundort achten - z.B. wenn er an/auf Äckern wächst, ob diese nicht durch Spritzmittel belastet sein könnten.
Viele Grüße von abeja

Waldschrat
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Re: Pilze am Wegesrand - Update vom 07.11.20

Beitrag von Waldschrat » 08.11.2020, 18:37

Hallo Abeja,
vielen Dank für Deine ausführliche Antwort und das Lob für meine Fotos. Jetzt ist alles klar.

Viele Grüße
Walter

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