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Schirmlinge, Champignon und??

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sonnenschein
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Schirmlinge, Champignon und??

Beitrag von sonnenschein » 31.10.2020, 16:49

Ich kann mit diesen Pilzen nicht so viel anfangen. Bin mir auch sehr unsicher in der Bestimmung. Ich habe mir die grösste Mühe beim Aufnehmen gegeben. Kann mir jemand bei der Bestimmung helfen?
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abeja
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Re: Schirmlinge, Champignon und??

Beitrag von abeja » 31.10.2020, 18:41

Hallo Sonnenschein,
oben sind Riesenschirmlinge (Macrolepiota) im weiteren Sinn, da Zitzen-Riesenschirmlinge (M. mastoidea s.l.) im weiteren Sinn ;)
Also man sieht Natterung und einen verschiebbaren Ring (= Riesenschirmling) und einen Buckel (= Zitze ...)
Dann wird es aber schwierig (aber auch für Normalpilzgucker nicht so wichtig...)
Wegen der Form und Farben der Hutschuppen könnte das Macrolepiota rickenii (der Schlankstielige ...) oder doch wegen der rel. dunklen Schuppen Macrolepiota konradii (der Dunkelschuppige ...) sein
Siehe hier:
https://www.researchgate.net/profile/Ge ... epiota.pdf

Zum Champignon in der Mitte sage ich nichts, außer dass er mir alt vorkommt.
Ich finde die Huthautbeschaffenheit "komisch", da kann ich nichts mit anfangen.
Ansonsten bei Agaricus spec. neben allg. Größe und Form wichtig (!):
Verfärbungsverhalten beim Kratzen an der Basis und am Hutrand, Verfärbungen beim Längsschnitt, Farbveränderungen der Lamellen von jung bis alt, Ringstruktur (aufsteigend, absteigend, doppelt, vergänglich, mit Zahnradkranz ... und solche Sachen), Geruch (wichtig!) ... und dann kommt man oft nur bis in die Sektion (auch mit makrochemischen Tests) ...
Zusätzlich wird von wilden Egerlingen eher abgeraten: deutlich höherer Agaritin-Gehalt als bei Kultur-Champignons (Agaritin potentiell krebserregend) und die gilbenden, die lecker nach Anis riechen, sammeln recht viel Schwermetalle an (Cadmium vor allem) und zusätzlich sind noch zwei schwer identifizierbare Arten eingewandert, bzw. dabei einzuwandern, die zu den Karbolegerlingen gehören (aber das tarnen !)

Unten sind die gleichen Pilze (sehr wahrscheinlich) wie in der Anfrage von Arolina: Mönchsköpfe (Infundibulicybe geotropa). Es empfiehlt sich nach dem Buckel zu fühlen und sich den Geruch einzuprägen.

Das Geschriebene versteht sich als Bestimmungshilfe und nicht als Verzehrfreigabe, da muss jeder auf eigene Verantwortung handeln oder die Pilze im Original einem Pilzberater vorlegen. Bestimmung per Bild kann oft nicht 100 proz. sicher sein und die Frische kann niemals eindeutig beurteilt werden.

Theoretisch sind alle Riesenschirmlinge, Macrolepiota spec. essbar, aber sie altern und müffeln schnell. Ich nehme nur noch geschlossene oder ganz frisch aufgeschirmte Exemplare mit (Lamellen sollten noch schön weiß sein).
Die Mönchsköpfe sind auch theoretisch essbar, zur Sicherheit neben der Größe und dem Geruch auch auf den Buckel achten (obwohl es auch welche ohne Buckel gibt, aber giftige Verwechslungsarten haben den Buckel nicht). Am besten sind sie ganz klein (noch jünger), die Stiele werden schnell zäh.
In dem Fall könnte man die zarten Hüte verwenden und zähe Stiele könnte man noch trocknen und zu Pilzpulver zermahlen.
Viele Grüße von abeja

sonnenschein
Beiträge: 75
Registriert: 21.03.2008, 12:36

Re: Schirmlinge, Champignon und??

Beitrag von sonnenschein » 31.10.2020, 19:28

Ganz lieben Dank.

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