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Ein Stück vielleicht Scleroderme citrinum

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pedicularis
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Ein Stück vielleicht Scleroderme citrinum

Beitrag von pedicularis » 12.11.2019, 13:58

Deutschland 02-09-2004; Deutschland 20-09-2003; Deutschland 22-08-2011 und die vermutete Art Scleroderma citrinum Deutschland Düsseldorf Nordpark am 22-09-2010 (Fotos: Patrick Nash)
Leider alle in meinem alten Style von oben. Ich werde es verstehen, wenn nichts zu machen ist. Vielleicht geht es mit Schleroderma citrinum.
Vielen Dank für die Hilfe.
Patrick
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SCLERODERMA CITRINUM 22-09-2019 NORDPARK DÜSSELDORF.JPG
SCLERODERMA CITRINUM 22-09-2019 NORDPARK DÜSSELDORF.JPG (70.86 KiB) 154 mal betrachtet
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abeja
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Re: Ein Stück vielleicht Scleroderme citrinum

Beitrag von abeja » 13.11.2019, 00:10

Hallo Patrick,
oben: das ist kein Kartoffelbovist (Scleroderma), sondern auch ein Stäubling, ich vermute cf. Lycoperdon molle (Weichlicher Stäubling)

Die Oberseite von Kartoffelbovisten sieht gefeldert aus, niemals so kleiig oder stachelig. Siehe Vergleichsbilder
Lycoperdon molle_10-2015.jpg
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Lycoperdon molle_11-2014.jpg
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Scleroderma cf. citrinum_08-2017.jpg
Scleroderma cf. citrinum_08-2017.jpg (228.68 KiB) 142 mal betrachtet
Scleroderma areolatum_08-2014.jpg
Scleroderma areolatum_08-2014.jpg (162.21 KiB) 142 mal betrachtet


Der nächste ist ein Sklerotien-Stielporling, Polyporus tuberaster (sieht Ceriporus/Polyporus squamosus, dem Schuppigen Porling sehr ähnlich).
Die Art wächst auf mitteldicken Totholzästen oder im Boden mit Holzkontakt oder aus einem härteren "Knubbel", dem Sklerotium. Die Schuppen sehen ein bisschen anders als bei Ceriporus squamosus und der Pilz ist normalerweise zentral und nicht exzentrisch gestielt. Er riecht "normal" pilzig und nicht nach "Mehl" bzw. Gurke wie Ceriporus squamosus, das ist in Zweifelsfällen eine sehr gute Unterscheidungsmöglichkeit

Bei der nächsten Gruppe bin ich nicht sicher, ob die Hüte tatsächlich so gelb waren ... Ich meine links außen einen weißlichen Stiel zu sehen und ich halte das für ein Grüppchen von Agaricus spec,... mit Schuppen, z.B. Großer oder Kleiner Waldchampignon oder Riesen-Champignon, die aber alle nicht ganz so gelb wären. Für die Egerlingsbestimmung braucht man zwingend Geruch und Verfärbung außen und im Schnitt (gelblich oder rötlich), Ringbeschaffenheit (aufsteigend, absteigend, doppelt) und eine Seitenansicht mit kompletter Basis. Und auch dann kommt man oft nur in eine Untergruppe. Champignons sind kompliziert.

Unten steht ein Raufuß-Röhrling, man sieht schwarze Schuppen am Stiel. Auch hier habe ich wieder verflixt wenig eigene Funderfahrung. Normalerweise muss man auf die Farbe der Schuppen achten (kann sich bei Alterung verändern), auf die Farbveränderungen im Fleisch (im Längsschnitt) und auf die Begleitbäume.
Er sieht für mich aber wie ein normaler Birkenpilz aus, Leccinum scabrum.
Viele Grüße von abeja

pedicularis
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Re: Ein Stück vielleicht Scleroderme citrinum

Beitrag von pedicularis » 13.11.2019, 11:05

Das ist so eine große Hilfe für mich. Ich kann so viel daraus lernen. Tolle Erklärungen. Ich danke Dir Abeja. Mit S. citrinum muß ich zukünftig gut aufpassen und mit P.tuberaster muß ich immer riechen. Da diese Agaricus so gelblich ist, könnte es so sein, daß Digital-Fotographie etwas damit zu tun hat. Am Ende haben wir Leccinum scabrum. Glaub mir, ich hatte das Foto als genau diese Art in meiner Foto-Sammlung - natürlich nur als Vermutung. Entschuldigung - hätte ich mitteilen sollen.
Ich danke Dir nochmals.
Schöne Grüße aus Golzheim
Patrick

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