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Kleine rote Hüte

Dieses Forum ist für Flechten- und Pilzfragen aller Art da.

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TIPP: Je mehr Detailbilder ihr von einer Pflanze zeigt, also zum Beispiel Gesamtaufnahme der Pflanze, Blatt + Blüte von oben und unten, Stängel unten + oben, Früchte oder weiteres, desto größer ist der Bestimmungserfolg und die Artansprache hier im Forum.
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Kawi
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Kleine rote Hüte

Beitrag von Kawi » 15.11.2018, 01:32

Hallo,

diese beiden Gesellen hatte ich nur auf die Schnelle von oben fotografiert, ich war so langsam in Eile... Lassen sie sich wenigstens grob einordnen?

Viele Grüße
Karola

Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Essen, Segerothpark, 13. November 2018
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abeja
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Re: Kleine rote Hüte

Beitrag von abeja » 15.11.2018, 18:30

Hallo Karola,

eigentlich nicht ...

Ich vermute fast winzig kleine Fliegenpilze (Amanita muscaria), die im Regen die Tupfen verloren haben (sind da noch Reste am Rand zu sehen?), direkt unter der Huthaut müsste das Fleisch etwas gelblich sein.
Sähe man den Stiel von der Seite, mit Ring und der typischen Basis, hätte man Sicherheit.

Ansonsten gibt es unglaublich viele rötliche Täublinge - aber in dieser Farbe wiederum nicht so häufig.

Zu den Täublingen allg. hatte ich bei der anderen Anfrage etwas geschrieben, aber um Täublinge genauer zu bestimmen (klappt aber auch nicht immer), braucht man ... leider ... bis auf wenige Ausnahmen .... dringend:
Begleitbäume, auch in einigen Metern Entfernung, bis ca. 20 m soll möglich sein (weil es sind Mykorrhizapilze),
wenn möglich Bodenbeschaffenheit (sauer oder basisch, kann man oft an Begleitpflanzen fest machen),
Geruch
Geschmack (sehr wichtig, man kann eine kleine Probe ohne Gefahr kauen, dann aber ausspucken, nicht herunterschlucken - wegen mild oder schärflich bis sau-scharf),
Sporenpulverfarbe (von ganz weiß über creme über verschieden intensive Gelb- bis Ockertöne, da gibt es Listen)
typische Verfärbungen bei Alterung (an den Lamellen, am Stiel)
makroskopische Einschätzung der Huthautbeschaffenheit (am Rand gerieft oder nicht, glänzend oder matt, wie weit abziehbar, wie das Fleisch darunter aussieht), wie fest der Pilz ist (es gibt ganz weiche T, ganz harte T., ob der Stiel leicht zusammendrückbar ist , ob er hohl wird, manchmal ist er auch gekammert hohl usw.)
und oft auch noch chemische Tests mit Reagenzien.

EDIT: und noch ein anderer Pilz könnte eventuell auch von oben betrachtet so aussehen (kenne ich selbst noch nicht):
der Orangerote Träuschling, Leratiomyces ceres (Stropharia aurantiaca) ... aber der sollte +- gebuckelt sein in der Hutmitte.
Viele Grüße von abeja

Kawi
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Re: Kleine rote Hüte

Beitrag von Kawi » 17.11.2018, 10:35

Hallo abeja,

das hatte ich mir schon gedacht, dass es wohl nicht so einfach ist. Fliegenpilz mit verlorenen Tupfen? Hatte ich voriges Jahr mal im Schwarzwald gesehen, wenn mich nicht alles täuscht. Da war die Zuordnung einfacher, es standen auch genügend gepunktete drum rum.
Hier noch mal ein Ausschnitt in Originalauflösung. Diese kleinen Pustelchen auf dem Hut, könnten das die Überreste der Tupfen sein? Ich muss mir unbedingt angewöhnen, Ausschnitte von "interessanten" Stellen mit reinzustellen, wo es möglich ist.
20181113_4120b.jpg
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Viele Grüße
Karola

abeja
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Re: Kleine rote Hüte

Beitrag von abeja » 17.11.2018, 18:47

Hallo Karola,
ich denke schon, dass die "Brösel" (alles, was man auf dem Hut sieht) ursprünglich zum Pilz gehörten und nicht aus dem Umfeld stammen - aber so ganz sicher bin ich natürlich nicht.
Viele Grüße von abeja

Kawi
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Re: Kleine rote Hüte

Beitrag von Kawi » 17.11.2018, 21:42

Hallo abeja,

mal schauen, ob ich in den nächsten Tagen noch mal dort hinkomme, vielleicht sogar "bewaffnet"...

Viele Grüße
Karola

abeja
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Re: Kleine rote Hüte

Beitrag von abeja » 17.11.2018, 23:45

Hallo Karola,
zum "Messereinsatz": das Messer brauche ich häufig auch, um den Pilze mitsamt der Basis besser freizulegen, um den kompletten Pilze entnehmen zu können.
Zur Bestimmung benötigt man oft die Form der Stielbasis (die Farbe auch), manchmal auch die Farbe des Basismyzels, deshalb sollte man in diesem Fall den Pilz nicht direkt über dem Erdboden abschneiden (Speisepilzsammler machen das oft, bei den ihnen bekannten Pilzen).
Ein Messer ist auch immer gut, um die anhaftende Erde ein wenig abzukratzen und bei Bedarf einen Längsschnitt durch den Pilz von oben bis unten (inkl. Stielbasis) zu machen. Da erkennt man die Art des Lamellenansatzes besser - und bei vielen Röhrlingen ist auch die Art der Verfärbung im Stielfleisch wichtig.
Viele Grüße von abeja

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