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Flechte auf Esche 1: Pleurosticta acetabulum (steril) ? --> Ja

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abeja
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Flechte auf Esche 1: Pleurosticta acetabulum (steril) ? --> Ja

Beitrag von abeja » 11.08.2018, 00:38

Hallo,
vor kurzem habe ich noch mal ein paar Flechten fotografiert, die mir aber teilweise schon in den Vorjahren aufgefallen sind und denen ich jetzt noch mal mit Chemie (KOH und Natriumhypochlorid) näher gerückt bin.

Die Fotos habe ich teilweise auch in größeren Dimensionen (per Rechtsklick einzeln anwählbar) in einem gemischten Beitrag im Pilzforum eingestellt.
https://www.pilzforum.eu/board/thread/4 ... -ein-ende/

Fundort:
Bettingen (bei Basel, Schweiz),
St. Chrischona, ca. 500 m Höhe auf glattrindiger noch junger Esche, offener Standort, nach Süden und Westen exponiert.

Die Flechten sind groß, haben auffallend breite Lappen, sind in feuchtem Zustand besonders "salatgrün".
Ich weiß, dass man Flechten im trockenen Zustand beurteilen soll, deshalb gibt es mehrere Fotos.

Keine Apothecien, keine Isidien, keine Sorale, keine Pseudocyphellen, eventuell ganz kleine schwarze Pünktchen (Pyknidien), im trockenen Zustand wie bereift.
Die Flechte erinnerte mich an Pleurosticta acetabulum (Farbe und Form würde passen, die hatte ich aber erst einmal, mit Apothecien, auf grober Eschenborke), aber beim ERSTEN VERSUCH stimmten die chemischen Reaktionen nicht.
Da hatte ich mit C auf Mark rötlich (C+), KC auch rötlich (KC+) ...

Aus diesem Grund bin ich auf die Idee Melanelia glabra verfallen (diese sollte aber Härchen am Rand haben, sollte Apothecien haben, sollte meist eher bräunlich sein und thermophil sein bzw. bei uns nur im Alpenvorland vorkommen ... das könnte man so interpretieren. Und sie wird als Verwechslungsart genannt.)

Ich habe dann eine zweite Probe geholt, auch wg. Unterseitenbetrachtung, es sind keine Härchen am Rand zu finden (seltsamerweise sieht man immer so einen ganz dünnen Streifen vom Mark am Rand?) , und beim zweiten Versuch (Flechte kurz angefeuchtet, dann wieder abtrocknen lassen) da stimmt die Chemie für Pleurosticta acetabulum (wie geht so etwas, Chemie einmal so, einmal so???)

Also K+ (gelb) auf Rinde und Mark, C- (keine Verfärbung) auf Mark.

Ist die Bestimmung dieser sterilen Flechten als Pleurosticta acetabulum richtig?

Nass
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Nass
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Trocken
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Zuletzt geändert von abeja am 18.10.2018, 18:44, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße von abeja

Paip
Beiträge: 342
Registriert: 14.04.2008, 22:39

Re: Flechte auf Esche 1: Pleurosticta acetabulum (steril) ?

Beitrag von Paip » 18.10.2018, 17:54

Hallo abeja,

Chemie einmal so und dann anders sollte wirklich nicht sein... Vielleicht war ein leichter Belag auf der Flechte, der die Chemikalien verändert hat? So etwas ist mir noch nicht aufgefallen... :?

Aber die Pleurosticta ist fast nicht zu verwechseln, die essigspangrüne Farben v.a. in trockenem Zustand ist einzigartig - sie heißt ja auch Essig-Schüsselflechte.

Bei der Melanelia glabra fand ich immer einen zumindest leichten Braunstich, auch bei Schattenformen.

Aber auch hier - super Fotos und alles dabei! Wäre in dem Fall gar nicht nötig gewesen :)

Viele Grüße,
Paip

abeja
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Re: Flechte auf Esche 1: Pleurosticta acetabulum (steril) ?

Beitrag von abeja » 18.10.2018, 18:44

Hallo Paip,
danke für die Bestätigung :)
Viele Grüße von abeja

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