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Strauch- oder Blattflechte?

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Jule
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Strauch- oder Blattflechte?

Beitrag von Jule » 18.04.2007, 19:10

Hi!

Fundort: Frankreich, Les Alpilles, Provence /St.-Remy auf Felsen. Sommer, letztes Jahr

Um was könnte es sich hierbei handeln?

mfg Jule
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Gregor
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Beitrag von Gregor » 18.04.2007, 19:38

Hallo Jule,

also hier musst du mir schon etwas genauere Angaben machen (Breite und Länge der Lobenenden in mm und auf was für einer Gesteinsart wuchs die Flechte - wahrscheinlich nicht direkt auf dem Stein sondern in und auf einer kleinen Erdschicht, die sich in den Gesteinslöchern angesammelt hatte, oder?) damit ich entscheiden kann, ob es sich um die Blattflechte Cladonia foliacea (Hudson) Willdenow oder um die Blattflechte Cladonia convoluta (Lamarck) Anders handelt.
War es eher kalkhaltiges Gestein oder kalkhaltige Erde oder eher silikatische, sandige Erde?

Schöne Grüße aus Kiel

Gregor

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Beitrag von Jule » 18.04.2007, 19:43

Hi!

Eher silkatische Erde. Was genau soll ich denn vermessen? Ich verstehe noch nicht genau von wo bis wo die Lobenden gehen? Das sind die Lappen, oder?

Ich hänge dir am besten noch ein Bild der Unterseite an.

mfg Jule
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Gregor
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Beitrag von Gregor » 18.04.2007, 20:00

Hallo Jule,

ja, das sind die Lappen oder Blätter, wenn du so willst. Am wichtigsten ist dabei die Breite der Loben am äußeren Ende.
Im Mittelmeergebiet ist ansich die Blattflechte Cladonia convoluta (Lamarck) Anders häufiger aber ohne genauere Maßangaben kann ich das wirklich nicht entscheiden, denn auch Cladonia foliacea (Hudson) Willdenow kommt dort durchaus vor. Wenn du von deiner schon gezeigten und bestimmten Cladonia foliacea ein Exsikkat besitzt und auch von dieser Cladonia hier eins hast, kannst du auch einen rein optischen Größenvergleich anstellen. Bei C. foliacea sind die Lobenenden schmaler und kleiner, bei C. convoluta breiter und größer.

Schöne Grüße aus Kiel

Gregor

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Beitrag von Jule » 18.04.2007, 20:10

Hi!

Den Größenvergleich kann ich leider nicht machen. Aber ich werde mal eben messen.

Die Lappen haben immer so kleine Einschnürungen. Soll ich diese "Einzelllappen" messen, oder einen gesamten Lappen?

mfg Jule

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Beitrag von Gregor » 18.04.2007, 20:13

Jule hat geschrieben:Den Größenvergleich kann ich leider nicht machen. Aber ich werde mal eben messen.

Die Lappen haben immer so kleine Einschnürungen. Soll ich diese "Einzelllappen" messen, oder einen gesamten Lappen?
Hallo Jule,

bitte den gesamten Lappen messen (und nicht die Einschnürungen).

Schöne Grüße aus Kiel

Gregor

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Beitrag von Jule » 18.04.2007, 20:20

Hi Gregor!

Die Lappen sind zwischen 2-5mm breit.

mfg Jule

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Beitrag von Gregor » 18.04.2007, 20:24

Jule hat geschrieben:Die Lappen sind zwischen 2-5mm breit.
Hallo Jule,

also aufgrund dieser Maße und des silikatischen Bodens würde ich sagen es ist Cladonia foliacea (Hudson) Willdenow

Schöne Grüße aus Kiel

Gregor

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Beitrag von Gregor » 19.04.2007, 10:59

Hallo Jule,

du könntest nochmal gucken ob du Haare an den Rändern der Loben (= Lappen) dieser Flechte findest (mit der Lupe absuchen!). Diese Haare bezeichnet man in diesem Fall fachlich als Fibrillen. Wenn ja, sind diese Haare dann weißlich oder sind sie schwärzlich gefärbt?

Schöne Grüße aus Kiel

Gregor

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Beitrag von Jule » 20.04.2007, 08:09

Hi!

Ja, es sind Haare da und sie sind weißlich.

mfg Jule

Gregor
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Beitrag von Gregor » 20.04.2007, 08:45

Jule hat geschrieben:Ja, es sind Haare da und sie sind weißlich.
Hallo Jule,

dann muss eine Korrektur erfolgen: es handelt sich doch um Cladonia convoluta (Lamarck) Anders!
Diese Art hat sehr große, blattflechtenartige Schuppen von 15-40 x 2-10 mm Größe mit meist sehr zerstreuten (manchmal auch fehlenden) weißlichen Fibrillen am Rand und bildet meist lockere Rasen. Dies ist am Mittelmeer auch die häufigere Art und sie wächst auf Kalkgestein oder kalkhaltigen Böden (bei der Angabe der Bodenbeschaffenheit musst du dich also wohl geirrt haben).
Bei Cladonia foliacea (Hudson) Willdenow wären die Schuppen ziemlich groß, 4-15 x 1-3 mm, am Rande bisweilen mit schwärzlichen Fibrillen und diese Art würde eher gedrängte Rasen bilden. Sie würde auch nur selten auf Kalkböden (schwach kalkhaltig) übergehen (Leider überlappen sich die ökologischen Amplituden dieser beiden Arten etwas aber die ökologischen Optima sind doch deutlich verschieden).

Schöne Grüße aus Kiel

Gregor

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