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Keine Taphrina an Laurus >Trioza alacris, Lorbeerblattsauger

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Belle
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Keine Taphrina an Laurus >Trioza alacris, Lorbeerblattsauger

Beitrag von Belle » 09.05.2014, 10:18

Hallo,

Pilz oder nicht Pilz, das ist hier die Frage.

Bild
Deformierte Ausblühungen an Laurus-Holz
Lesbos, Griechenland, im April

Mit dem Fotografieren von Orobanchen beschäftigt dachte ich zunächst an einen weiteren Holoparasiten. Doch zuhause angekommen fiel mir die starke Ähnlichkeit mit aufgequollenen, gekräuselten Pfirsichblättern auf. Pilz? Spezifische Taphrina auf Daphne? Arme Daphne! Daphne spielt in diesem Fall auf die entsprechende Nymphe bzw. den griechischen Namen für Lorbeer an; Seidelbast ist nicht gemeint.
Beim Anfassen stellte sich heraus, dass das rote, fleischige Geschwür nässt, was zu einem Pilzbefall passen würde.

Von Fumago lauri gibt es z.Z. keine Fotos im Netz. Ich weiß auch gar nicht, wie "Fumago"-Schäden überhaupt aussehen. Nur so ins Blaue gegoogelt ...

Könnte es evt. auch eine Galle sein?

Wer weiß mehr?

Besten Dank im Voraus für eure Antworten.
Zuletzt geändert von Belle am 11.05.2014, 10:39, insgesamt 3-mal geändert.
Mit freundlichen Grüßen

Belle

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abeja
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Re: Taphrina an Laurus?

Beitrag von abeja » 09.05.2014, 19:53

Hallo Belle,
ich denke, es handelt sich um Pflanzengallen, ich meine auch weiße Tiere zu erkennen.
Einen speziellen Verursacher gibt es da bei Lorbeer: Trioza alacris, eine Art von Blattfloh (Psylloidea). Die weißen Tiere wären demnach pflanzensaftsaugende Larven.
http://de.wikipedia.org/wiki/Blattfl%C3%B6he

http://eol.org/pages/486835/details

Befallsbilder, nicht immer so stark wie bei deinem Beispiel, nicht immer so rot.
https://c1.staticflickr.com/3/2775/5771 ... edb0ca.jpg
http://www.natgeocreative.com/photography/1339540
http://jardin-mundani.com/images0/abolladuralaurel.jpg

Nass wären dann entweder die Larven (beim Zerdrücken) oder man fasst in den austretenden Pflanzensaft, den die Tiere gerade saugen.
Viele Grüße von abeja

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Trioza alacris syn T. lauri Lauritrioza alacris

Beitrag von Belle » 11.05.2014, 09:43

Hallo Abeja,

vielen Dank für deine Hilfe. Ich denke, deine Vermutung stimmt.
Leider war es dort sehr dunkel und die Fotos zerpixeln beim Vergrößern.

Bild Bild Bild
Larven mit Gespinst (und Honigtöpfen? Oder sind das Blattläuse?) und geflügelte Adulte (männlich + weiblich) sind - mehr oder minder - zu erkennen.
Wahrscheinlich haben verschiedene Insektenarten von der Gallbildung profitiert und sich dort eingefunden.

Wenn ich der Idee "Schaden durch saugende Insekten" und deinen Links folge, komme ich zum selben Ergebnis wie du. Vergleichsfotos via google deuten auf einen massiven Befall mit Trioza alacris hin.
Lorbeerblattsauger passt.

Wird als Galle jede geblähte oder deutlich abgesetzte Deformierung bezeichnet, die Insektenlarven hervorrufen, oder muss die Larve in der Geschwulst sitzen und sich entwickeln? Letzteres, oder?
Galle war ja eine Vermutung, und bisher kannte ich nur gleichmäßig geformte, im Innern bewohnte Blattgallen, keine unregelmäßig wurstigen an Triebspitzen, auf denen Larven wie Blattläuse herumkrabblen.

Nochmals besten Dank!
Mit freundlichen Grüßen

Belle

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abeja
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Re: Keine Taphrina an Laurus >Trioza alacris, Lorbeerblattsa

Beitrag von abeja » 11.05.2014, 13:06

Hallo Belle,
so wie ich das sehe, ist der Begriff "Pflanzengalle" nicht eindeutig definiert (siehe Wiki).
Im allgemeinen empfiehlt es sich, bei jeder "seltsamen" Deformation unter der Begriff "Galle" zu suchen, egal, ob die Larve da drin sitzt oder nicht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pflanzengalle
Viele Grüße von abeja

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