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Eine Bergminze?

Wer eine Wildpflanze aus Europa bestimmt haben möchte, kann hier eine Bestimmungsanfrage dazu stellen.

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2. Bitte zu jeder Anfrage einen Fundort (Land,Stadt, Umgebung, Habitat etc.) und Funddatum angeben
3. Bitte nicht mehr als 3 Pflanzen pro Thema anfragen (wird sonst unübersichtlich)
4. Herbarium-Anfragen von Schülern und Studenten werden NUR noch mit eigenen Bestimmungsversuchen akzeptiert - Sonst Löschung des Beitrages

TIPP: Je mehr Detailbilder ihr von einer Pflanze zeigt, also zum Beispiel Gesamtaufnahme der Pflanze, Blatt + Blüte von oben und unten, Stängel unten + oben, Früchte oder weiteres, desto größer ist der Bestimmungserfolg und die Artansprache hier im Forum.
Weiterhin viel Spass im Forum :)
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Jochen943
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Eine Bergminze?

Beitrag von Jochen943 » 01.10.2020, 15:44

Liebe Pflanzenfreunde!

Diese Lamiacea habe ich vor 3 Tagen photographiert. Sie riecht stark nach Minze. Standort: Rand eines Ackerweges bei Zimmern/Rottweil, BaWü. Ich halte sie für eine Art Bergminze. Kann das jemand bestätigen?

Mit Dank im Voraus
Jochen
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Habitus
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Blatt Vorderseite
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Blatt Rückseite
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Flor_alf
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Re: Eine Bergminze?

Beitrag von Flor_alf » 01.10.2020, 21:45

Das sieht stark nach Calamintha menthifolia aus, der Habitus und der Geruch passen. Die ist laut online-Verbereitung BaWü aus dem oberen Neckartal bisher nicht bekannt.
Grüße
Alfred

Kraichgauer
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Re: Eine Bergminze?

Beitrag von Kraichgauer » 01.10.2020, 22:03

Nein, sorry, das ist glaube ich keine C. menthifolia. Diese kenne ich gut, wächst bei mir um die Ecke. Sie wäre großblütiger und nicht so behaart (= fast kahl), außerdem dunkler (siehe Vergleichsbild).
Das ist irgendeine verwilderte Gartenform.

Die Frage "Geruch" stellt sich außerdem: angenehm würzig (C. menthifolia) oder eher unangenehm minzig (Nepeta nepetella)?

Gruß Michael
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abeja
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Re: Eine Bergminze?

Beitrag von abeja » 01.10.2020, 23:04

Hallo,
Calamintha menthifolia kann man ausschließen, wenn man sich die Kelchzähne näher anschaut. Bei der Art sind nämlich die unteren Zähne deutlich länger als die oberen.

Hier hatte ich im Botanikkalender Detailaufnahmen eingestellt.
viewtopic.php?f=7&t=42719&p=170976&hili ... ha#p170976

Schaut man sich das bei Blumen in Schwaben an, dann könnte es die als Kulturpflanze verwendete Calamintha nepeta ssp, glandulosum sein. Vergleiche doch noch mal:
http://www.blumeninschwaben.de/Zweikeim ... ntha.htm#2
Viele Grüße von abeja

Marlies
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Re: Eine Bergminze?

Beitrag von Marlies » 01.10.2020, 23:13

:? Es schien mir eine Parallele zu viewtopic.php?f=2&t=44559&p=169967&hili ... ze#p169967 zu geben. War das dann damals womöglich auch fehlerhaft?
Marlies

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abeja
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Re: Eine Bergminze?

Beitrag von abeja » 02.10.2020, 00:13

Mmmmh, die Parallele ist da ...
die neu eingestellte Pflanze halte ich für die gleiche Art wie die damalige.
Mit Zymen länger als ... und Anzahl der Blüten pro ... Stiellängen usw. habe ich nicht genau nachgemessen/nachgezählt. Es handelt sich vermutlich auch um eine Nachblüte nun.
Ich schaue eigentlich zuerst auf die Kelchzähne und für mich sehen sie damals wie heute ungefähr gleich lang aus. Ein Riesenunterschied zu "meinen" Bergminzen, die ich regelmäßig bei mir in der Wildnis hier habe. Da sind die oberen drei kürzeren Zähne nach oben gebogen und die unteren zwei Zähne nach vorne gestreckt, wie eine Tragkonstruktion für die Blüte - das ist wirklich nicht die gleiche Art, wie die eingestellte.
Meine Bergminze ist auch deutlich weniger behaart (wie auch Michael sagte), die Blätter sind auch etwas anders.
Viele Grüße von abeja

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Re: Eine Bergminze?

Beitrag von Kraichgauer » 02.10.2020, 08:26

Ich würde mal auf Clinopodium einseleanum (Calamintha einseleana) prüfen. Die wird immer mal wieder als Gartenpflanze kultiviert. Auch hier kommt der Geruch ins Spiel: C. nepeta riecht unangenehm, C. einseleanum angenehm minzig.
Auch die wenigen unregelmäßigen Kerbzähne am Blattrand sprechen eher für einseleanum.

Gruß Michael

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