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Ferkelkraut

Wer eine Wildpflanze aus Europa bestimmt haben möchte, kann hier eine Bestimmungsanfrage dazu stellen.

Moderatoren: akw, Jule

Forumsregeln
1. Bildanhänge für Themen und neue Beiträge dürfen nicht größer als 800 x 600 sein, ansonsten funktioniert der Upload nicht!

2. Bitte zu jeder Anfrage einen Fundort (Land,Stadt, Umgebung, Habitat etc.) und Funddatum angeben
3. Bitte nicht mehr als 3 Pflanzen pro Thema anfragen (wird sonst unübersichtlich)
4. Herbarium-Anfragen von Schülern und Studenten werden NUR noch mit eigenen Bestimmungsversuchen akzeptiert - Sonst Löschung des Beitrages

TIPP: Je mehr Detailbilder ihr von einer Pflanze zeigt, also zum Beispiel Gesamtaufnahme der Pflanze, Blatt + Blüte von oben und unten, Stängel unten + oben, Früchte oder weiteres, desto größer ist der Bestimmungserfolg und die Artansprache hier im Forum.
Weiterhin viel Spass im Forum :)
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Moewi
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Ferkelkraut

Beitrag von Moewi » 02.08.2020, 23:15

Ist da Ferkelkraut..was für Pferde giftig ist dabei..??ich werden noch bekloppt..😔
Dateianhänge
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Kraichgauer
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Re: Ferkelkraut

Beitrag von Kraichgauer » 02.08.2020, 23:26

Tja. Die einigermaßen scharfen Photos von oben mit den Blättern zeigen vermutlich einen Leontodon autumnalis (sieht man nicht so genau), die unscharfen sind zur Bestimmung ungeeignet. Könnten aber Hypochoeris zeigen, wenn man's denn sehen täte... Das Weltraumteleskop, mit dem das photographiert ist, braucht eine Nachschärfung.

-> Tipp: Bitte scharfe (!) Bilder von jeweils nur einer Pflanze mit Blättern und Details der Blüte von der Seite, sonst geht bei gelben Asteraceae nix.

Gruß Michael

Moewi
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Re: Ferkelkraut

Beitrag von Moewi » 02.08.2020, 23:28

Huhu..sorry hatte noch mehrere Bilder angehängt...die unscharfen sollten gar nicht hierher...seufz

Moewi
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Re: Ferkelkraut

Beitrag von Moewi » 03.08.2020, 14:38

..kann mir also hier auch niemand sagen...😔

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Anagallis
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Re: Ferkelkraut

Beitrag von Anagallis » 03.08.2020, 14:49

Doch, mit scharfen Bildern von Blätter und Hülle geht das schon. Was nicht geht ist, unbrauchbare Bilder zu präsentieren und Bestimmungswunder zu erwarten. Bei gelben Korbblütlern muß man näher ran und auf Bildschärfe achten. Die Bestimmung an sich ist kein so großes Problem, wenn das Ausgangsmaterial tauglich ist.

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Anagallis
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Re: Ferkelkraut

Beitrag von Anagallis » 03.08.2020, 14:57

Um das mal zu verdeutlichen: Das ist die Bildqualität der Vergrößerung der Blütenkörbe, aus der wir eine Bestimmung ableiten sollen:
detail.jpg
detail.jpg (48.93 KiB) 447 mal betrachtet
Und so sieht Hypochaeris radicata in echt aus:

http://blumeninschwaben.de/Mittelmeerfl ... 0320_K.jpg

Moewi
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Re: Ferkelkraut

Beitrag von Moewi » 03.08.2020, 16:00

..könntest du mir die geläufigen Namen evtl. mal dazutickern..??ich bin keine Fachfrau..diese botanischen Begriffe kann ich noch nicht mal aussprechen...🙄

Moewi
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Re: Ferkelkraut

Beitrag von Moewi » 03.08.2020, 16:04

Ja..die Bildqualität hapert...ich weiss..mein Handy macht leider keine schärferen...🤷‍♀️..

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Re: Ferkelkraut

Beitrag von Anagallis » 03.08.2020, 16:19

Nee, dam Handy liegt's nicht, nur am Willen, so lange scharfzustellen, bis es auch scharf wird. Wie gesagt: Einen Blütenkorb von der Seite und ein Blatt von Nahem.

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Re: Ferkelkraut

Beitrag von Moewi » 03.08.2020, 20:33

Ok..ich versuchs morgen noch mal...danke.

...bin echt verunsichert..gibt es Ferkelkräuter die für Pferde nicht giftig sind...was ist der Unterschied zwischen gewöhnlichen und gemeinen..???🤔

Marlies
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Re: Ferkelkraut

Beitrag von Marlies » 03.08.2020, 20:52

Sei doch nicht so kopflos!

1. Es gibt keinen Unterschied zwischen Gewöhnlichem und Gemeinem Ferkelkraut.

2. Dein Handy macht schon bessere Bilder, meins (ein Mittelklassemodell) macht das ja auch. Lies doch mal kurz hier https://www.clickrepair.de/news/5-diy-t ... ndy-kamera und versuche unbedingt die Sache mit dem Fingertipp-Fokus unter Punkt 2, wenn du z.B. ein einzelnes Blütenkörbchen scharf haben willst. Ich glaube nämlich, das hast du bisher nicht gemacht.

Marlies
Zuletzt geändert von Marlies am 03.08.2020, 21:05, insgesamt 1-mal geändert.

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Anagallis
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Re: Ferkelkraut

Beitrag von Anagallis » 03.08.2020, 21:04

So schlimm kann's auch gar nicht sein, wenn man den "Australischen Hahnentritt" erst kürzlich in Europa entdeckt hat, es sowohl die Pflanze als auch Pferde schon seit Jahrtausenden hier gibt.

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abeja
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Re: Ferkelkraut

Beitrag von abeja » 04.08.2020, 00:32

Hallo,
das ist schon ein bisschen seltsam mit dem "Zuckfuß" /"Hahnentritt".
Man fragt sich, ob die Ursachen denn überhaupt bewiesen sind - denn wäre die Pflanze so gefährlich (zählt gemeinhin wie Löwenzahn zu den essbaren Wildkräutern, für Menschen) müsste das in allen Verbreitungsgebieten der Pflanze mit schöner Regelmäßigkeit vorkommen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6 ... erkelkraut
Es kommt auf der gesamten Nordhalbkugel, in Eurasien und in Teilen der Neuen Welt vor. Beheimatet ist es in Europa, Nordafrika, den Kanaren, Madeira, in Westasien und im Kaukasusraum.[3] Es ist ein Neophyt im südlichen Afrika, auf Madagaskar, Mauritius und den Azoren, in Indien, Japan, Taiwan und Yunnan, in Nord- und Südamerika, in Australien, Neuseeland und auf Hawaii.[3]
Besucht man die Seiten im Web, wo es um Pferdehaltung geht, scheint die Sache klar zu sein.

Hier habe ich ein Dokument gefunden (Veterinärmedizin), wo es um einen ähnlichen Fall bei einem Schaf geht, da steht dann einiges zum "Australischen Hahnentritt" (Stringhalt)
https://center.ssi.at/smart_users/uni/u ... ikel_4.pdf
Beim Pferd werden 2 Formen der Erkrankung unterschieden: der klassische,konventionelle Zuckfuß und der epidemisch auftretende„Australian stringhalt“ (PEMBERTON, 1979; CRABILL etal., 1994; LORENZ u. KORNEGAY, 2004).Die epidemisch und meist beidseitig auftretende Form,der „Australian stringhalt“ ist durch eine bilaterale Lahm-heit oder Bewegungsstörung gekennzeichnet, spontane Selbstheilung ohne jede Therapie ist bei dieser Form beobachtet worden (PEMBERTON, 1979; PEMBERTONu. CAPLE, 1980; CAHILL et al., 1985; HUNTINGTON etal., 1989; SLOCOMBE et al., 1992; CRABILL et al., 1994).Eine Spontanheilung kommt beim klassischen Hahnentrittdagegen nicht vor (STASHAK, 2003).Die Pathogenese beider Formen ist nicht restlich geklärt, in den vergangenen Jahrzehnten wurden die unterschiedlichsten Ursachen vermutet. Während die ver-einzelt auftretenden Fälle z.B. auf traumatische Erkran-kungen der Hinterextremitäten zurückgeführt wurden(ROBERTSON-SMITH et al., 1985; CRABILL et al., 1994),wurden bei der epidemisch auftretenden Form des „Australian stringhalt“ z.B. Intoxikationen durch Futterpflanzen oder Mykotoxine, die zu einer Schädigung nervaler Struk-turen führen, als Auslöser vermutet (PEMBERTON u.CAPLE, 1980; CAHILL et al., 1985; CAHILL u. GOULDEN,1992; LORENZ u. KORNEGAY, 2004; GARDNER et al.,2005). In jüngerer Zeit werden beim „Australian stringhalt“ eher neurologische Ursachen angeführt. So wurden neurologische Dysfunktionen wie die funktionelle Störung der Reflexzentren, die für die Streckreflexe verantwortlich sind, Degeneration des N. ischiadicus oder des N. fibularisgenannt (CAHILL et al., 1985) verantwortlich gemacht. Weiters werden sensorische Neuropathien, Myopathienund Rückenmarkserkrankungen als mögliche Ursachenangeführt (MAYHEW, 1989a; VANDEVELDE u. TIPOLD,2001).
Beim Pferd werden 2 unterschiedliche Formen der Zuckfußerkrankung beschrieben. Die klassische Form des Zuckfußes ist weltweit verbreitet und tritt sporadisch auf. Die australische Form scheint epidemisch aufzutreten,neben den Hinterextremitäten können auch die Vorder-gliedmaßen von dem Geschehen erfasst werden (PEM-BERTON u. CAPLE, 1980; LORENZ u. KORNEGAY,2004). Pathohistologisch war in den meisten Fällen eine Degeneration der distalen Abschnitte des Nervus ischiadi-cus festzustellen (SLOCOMBE et al., 1992; LORENZ u.KORNEGAY, 2004). Da das Schaf im vorliegenden Fall auf Wunsch des Tierbesitzers nicht euthanasiert wurde, konn-ten keine pathohistologischen Untersuchungen durchge-führt werden. Beim epidemisch auftretenden „Australian stringhalt“ wurden Weidepflanzen das gewöhnliche Ferkelkraut (Hypochaeris radicata), der gewöhnliche Löwenzahn(Taraxacum officinale) oder Malvengewächse wie die kleinblütige Malve (Malva parviflora) als ursächliche Faktoren vermutet (PEMBERTON u. CAPLE, 1980; LORENZ u.KORNEGAY, 2004; GARDNER et al., 2005). Allerdings bestanden bei diesen Untersuchungen mindestens 50 %der Weide aus diesen Pflanzen. Da sowohl das gewöhnliche Ferkelkraut als auch der gewöhnliche Löwenzahn in Österreich weit verbreitet sind, kann davon ausgegangen werden, dass diese Pflanzen auch im Heimatbestand der Herde zu finden waren.Da es sich aber um eine Einzeltiererkrankung handelte, sind Futterpflanzen als Auslöser eher unwahrscheinlich.

(EDIT: die o.g. Aussage bezieht sich hier auf das Schaf. --- Nach den australischen Untersuchungen sind die Fälle bei den Pferden immer bei besonders "armen" Weiden und großer Trockenheit aufgetreten.)
Viele Grüße von abeja

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