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Oenothera 3

Wer eine Wildpflanze aus Europa bestimmt haben möchte, kann hier eine Bestimmungsanfrage dazu stellen.

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2. Bitte zu jeder Anfrage einen Fundort (Land,Stadt, Umgebung, Habitat etc.) und Funddatum angeben
3. Bitte nicht mehr als 3 Pflanzen pro Thema anfragen (wird sonst unübersichtlich)
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TIPP: Je mehr Detailbilder ihr von einer Pflanze zeigt, also zum Beispiel Gesamtaufnahme der Pflanze, Blatt + Blüte von oben und unten, Stängel unten + oben, Früchte oder weiteres, desto größer ist der Bestimmungserfolg und die Artansprache hier im Forum.
Weiterhin viel Spass im Forum :)
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Botanica
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Oenothera 3

Beitrag von Botanica » 30.06.2020, 19:42

Hallo zusammen,

dieses nun die dritte Oenothera. Ich habe diese Pflanze ausreißen und an einer anderen Stelle zum fotografieren wieder einsetzen müssen, da einige Bahnmitarbeiter mich höflich aber bestimmt gebeten haben das Gelände zu verlassen.

Auffallend waren die schmalen, lanzettlichen Blätter, die im oberen Berich mir ein wenig gezähnt erschienen sind. Die Blüten waren sehr klein, die Knospen anliegend behaart.
Der Stengel rot punktiert, die BBlätter behaart, am Rand eund insbsondere auf der Blattunterseite am Blattnerv. Die Früchte waren vergleichsweise groß, meist 35 mm lang und abstehend behaart
Ich erkenne vieles wieder was ich bei Oenothera oakesiana gesehen und mir eingeprägt habe. Kann das sein?


Viele Grüße

Harry
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Ich denke, also bin ich

Botanica
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Re: Oenothera 3

Beitrag von Botanica » 30.06.2020, 19:43

Details des Stieles (von obven nach unten) und der Früchte
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Botanica
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Re: Oenothera 3

Beitrag von Botanica » 30.06.2020, 19:45

Hallo zusammen,

Blütendetails und Knospe
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Kraichgauer
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Re: Oenothera 3

Beitrag von Kraichgauer » 30.06.2020, 20:29

Auch hier leider prinzipiell falsch. Wegen der anliegenden Kelchzipfel kann das keine Parviflore (Ser. Rugglesia) sein, hat also nix mit oakesiana zu tun. Eine Devriesia ist es trotz der grauen Behaarung nicht, die wären viel dichter behaart.

Der punktierte Stängel und die grünen Knospen führen in die pycnocarpa-Gruppe (Tab. F, Kz. 22)
Dann wird es aber etwas tricky, denn mit diesen Kelchblattmaßen würde man normalerweise in die eigentliche pycnocarpa-Gruppe geschickt, aber dort gibt es keine passende Alternative. Pycnocarpa selber hätte manchmal so kleine Kronblätter, aber keinen gestutzten Blütenstand (wie hier), sondern einen pyramidalen, und immer rotnervige, breitere Blätter.
Statt dessen kommt man beim Abzweigen nach Kz. 30 weiter.

Ich halte das für eine recht großblütige, weißnervige O. royfraseri:
- StgBl lanzettlich, flach, graugrün, an der Basis gezackt (sieht man hier gut, sehr typisches Merkmal), fast waagerecht abstehend. KronBl 5-12(-14) mm.
Die auffällig langen, schlanken Kapseln und der dichte Blütenstand sind auch typisch.

Gruß, Michael

Botanica
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Re: Oenothera 3

Beitrag von Botanica » 30.06.2020, 20:47

Hallo MIchael,

zunächst einmal vielen Dank für Deine Bestimmungen.
Ich habe nicht geschlüsselt, den ich verstehe den ersten Ansatz nicht. Da wollte ich Dich immer mal bitten das an einem Beispiel mir zu erklären.

Es ist aber frustrierend, ich habe mir die Artbeschreibungen aller schmnalblättrigen/lanzettblättrigen gründlich angesehen.
O. Royfraseri hatte ich als einen der Verdächtigen, aber ausgeschlossen weil:

a) Kronblätter (viel?) größer als angegeben
b) Früchte deutlich größer als angegeben
c) Blattnerven nicht rot oder rötlich wie angegeben

Ich weiß ja dasss bei oakesiana nicht alle! Merkmale zutreffen

Aber hier:
Wenn gleich drei Merkmale nicht zutreffen....

Du wirst sicher recht haben, aber da habe ioch noch einiges zu lernen. Ich bleibe aber am Ball

Viele Grüße

Harry
Ich denke, also bin ich

Kraichgauer
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Re: Oenothera 3

Beitrag von Kraichgauer » 30.06.2020, 21:35

Das mit dem "alle schmalblättrigen anschauen" bringt nix. Ungefähr mehr als die Hälfte der Taxa ist so... Das engt alles nicht genügend ein.
Zunächst muss man die Rugglesia (Parvifloren) ausschließen: +/-nickender Wuchs, unten nicht zusammenliegende Kelchzipfel. Und dann weiter im Hauptschlüssel. Außerdem hast Du doch jetzt auf den Exkursionen genügend Parvifloren gesehen, oder?

Ja, die da oben ist schon grenzwertig für royfraseri. Aber es gibt keine bessere Alternative, und wir wollen doch nicht an jeder Ecke eine neue Art beschreiben, oder? Für eine "neue Art" sollten schon die üblichen Kriterien zutreffen, vor allem die Konstanz über größere Verbreitungsgebiete, mehrere abweichende Merkmale, zuverlässiger Wiedererkennungswert, Nachzuchtfähigkeit und die gute Trennung im Schlüssel. Einzelexemplare oder kleine Gruppen können oft aus dem Rahmen fallen.

Gruß Michael

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