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Runzelige netznervige Grundblätter

Wer eine Wildpflanze aus Europa bestimmt haben möchte, kann hier eine Bestimmungsanfrage dazu stellen.

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2. Bitte zu jeder Anfrage einen Fundort (Land,Stadt, Umgebung, Habitat etc.) und Funddatum angeben
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TIPP: Je mehr Detailbilder ihr von einer Pflanze zeigt, also zum Beispiel Gesamtaufnahme der Pflanze, Blatt + Blüte von oben und unten, Stängel unten + oben, Früchte oder weiteres, desto größer ist der Bestimmungserfolg und die Artansprache hier im Forum.
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abeja
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Runzelige netznervige Grundblätter

Beitrag von abeja » 15.01.2020, 00:13

Hallo,
vorgestern fand ich an einem extremen Standort (Hochrhein, Südhanglage, Kalkfelsen, voll sonnig) diese Grundblattrosetten, 4 an der Zahl. Sie saßen teilweise in den kleinsten Ritzen am Fels.

Erst hatte ich keine Idee, doch jetzt denke ich, dass es Primeln sind (dieser Entwicklungsstand könnte auch jahreszeitlich am ehesten stimmen).
Allerdings habe ich an diesem Standort noch nie Primeln gesehen (keine Art, im schattigen Wald gibt es jedoch Primula elatior).
Bei Flora-de-de erscheint mir die Bastard-Schlüsselblume, Primula x variabilis ziemlich ähnlich, bis auf den Blattrand, der hier glatter erscheint.

Kann das jemand bestätigen oder gibt es eine viel bessere Alternative?
Ich kann ja natürlich abwarten, was da kommt ... aber ich bin mal neugierig. ;)

Das einzelne abgebildete Blatt war ungefähr 8 cm lang (ohne Geruch, ohne austretende Flüssigkeiten)


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Viele Grüße von abeja

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Anagallis
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Re: Runzelige netznervige Grundblätter

Beitrag von Anagallis » 15.01.2020, 00:33

Digitalis? Verbascum? Meine frisch austreibenden Primula-Rosetten sehen anders aus. Da kommen die Blätter alle ineinandergerollt wie ein Spargel aus dem Zentrum nach oben gewachsen.

Marlies
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Re: Runzelige netznervige Grundblätter

Beitrag von Marlies » 15.01.2020, 00:58

Hallo abeja,
Grundrosetten der Dürrwurz Inula conyzae wäre meine spontane Idee. Keine Ahnung, ob die dort vorkommt oder vorkommen könnte.
Marlies

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abeja
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Re: Runzelige netznervige Grundblätter

Beitrag von abeja » 15.01.2020, 01:19

Hallo,
danke für die Vorschläge :) , die Inula conyzae "nehme ich".
Ich habe die Pflanze an der Stelle zwar noch nicht gefunden (nur zweimal Bilder anderswo gemacht, aber einmal an einer sehr trockenen Stelle am Waldrand, jedoch ohne Grundblätter, später im Jahr - im Quadranten ist die Art gelistet).
Was genau die möglichen Standorte sind, muss ich noch einmal nachschlagen, bei Wiki steht aber auch etwas von Pflanzengesellschaften mit Quercus pubescens.
An der Stelle gibt es Quercus pubescens (-hybriden oder so, nicht "ganz echt"), Sorbus torminalis, Cotoneaster integerrimus, Melittis melissophyllum, Teucrium chamaedrys, Anthericum ramosum und so weiter.

Hier diese Bilder finde ich ziemlich überzeugend:
http://www.lepiforum.eu/bh/personen/tin ... -04-12.jpg
http://www.dorsetnature.co.uk/images/wi ... f-16a2.jpg
Viele Grüße von abeja

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Anagallis
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Re: Runzelige netznervige Grundblätter

Beitrag von Anagallis » 15.01.2020, 01:42

viewtopic.php?f=2&t=22481&p=85918
Sieht aber auch alles zu ähnlich aus auf Fotos.

Marlies
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Re: Runzelige netznervige Grundblätter

Beitrag von Marlies » 15.01.2020, 16:23

Tja, Anagallis, die hohe Kunst der vegetativen Bestimmung beherrsche ich ... in etwa 10% aller Fälle. ;)
Marlies

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Re: Runzelige netznervige Grundblätter

Beitrag von Anagallis » 15.01.2020, 17:33

Es ist gar keine Kunst. Man muß einfach die bekannten Pflanzen über Jahre hinweg zu verschiedenen Jahreszeiten beobachten. Gerade diese Gruppe mit großen, ovalen, breit gestielten Rosettenblättern ist ziemlich knifflig, d.h. es gibt eine ganze reihe sehr ähnlicher Blätter an nicht näher verwandten Arten. Im übrigen gibt es dazu sehr gute Bücher (siehe Literaturverzeichnis).

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Re: Runzelige netznervige Grundblätter

Beitrag von llischer » 15.01.2020, 17:40

Guten Abend

Also für mich riecht Dürrwurz klar nach "Dürrwurz". Das hätrest du wohl auch gerochen.. Hast du das Blatt etwas gerieben?
Freundliche Grüsse
Lukas

Marlies
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Re: Runzelige netznervige Grundblätter

Beitrag von Marlies » 15.01.2020, 19:46

Anagallis hat geschrieben:
15.01.2020, 17:33
Gerade diese Gruppe mit großen, ovalen, breit gestielten Rosettenblättern ist ziemlich knifflig, ...
Eben. Deshalb war ich ja froh, die Art trotzdem (hoffentlich richtig) erkannt zu haben.
Marlies

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abeja
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Re: Runzelige netznervige Grundblätter

Beitrag von abeja » 15.01.2020, 20:16

Hallo,
so Grundblätter finde ich auch sehr "kniffelig", vor allem, wenn man denkt ,die eine oder andere Pflanze schon mal "ausreichend" fotografiert zu haben und sie dann nicht weiter beachtet. Dass es da Literatur gibt, weiß ich zwar, aber meistens reicht es mir, abzuwarten oder euch hier zu fragen :) .
Die große Lust auf "Flora vegetativa" hat sich bei mir noch nicht eingestellt.

Im Haeupler-Muerr nachgeschaut stimmt der Standort gut mit T1.1.2.4 überein, wärmeliebende Eichenmischwälder oder mit T8.1.2 mesophile Säume trockener Standorte (sowohl kalkarm als auch kalkreich). Wenn ich ganz scharf nachdenke, dann glaube ich sogar, die Pflanze dort am Wegrand schon mal gesehen zu haben, aber nicht weiter beachtet zu haben (wer achtet auf Inula conyzae?)
Und dann fallen plötzlich solche Grundblattrosetten auf.

@llischer/ Lukas: mir ist kein Geruch aufgefallen, ich habe allerdings nicht gerieben, sondern nur an der offenen Kante am Stengel gerochen. Das kann ich irgendwann einmal nachholen.
Wie soll denn Dürrwurz riechen?? Ich finde dann zu "Dürrwurz" die Conyza-Arten, aber das ist ja etwas anderes.
https://www.medhost.de/kraeuterlexikon/duerrwurz.html
Diese sollen würzig riechen (tun sie auch, meine ich).
Viele Grüße von abeja

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