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Crepis?

Wer eine Wildpflanze aus Europa bestimmt haben möchte, kann hier eine Bestimmungsanfrage dazu stellen.

Moderatoren: akw, Jule

Forumsregeln
1. Bildanhänge für Themen und neue Beiträge dürfen nicht größer als 800 x 600 sein, ansonsten funktioniert der Upload nicht!

2. Bitte zu jeder Anfrage einen Fundort (Land,Stadt, Umgebung, Habitat etc.) und Funddatum angeben
3. Bitte nicht mehr als 3 Pflanzen pro Thema anfragen (wird sonst unübersichtlich)
4. Herbarium-Anfragen von Schülern und Studenten werden NUR noch mit eigenen Bestimmungsversuchen akzeptiert - Sonst Löschung des Beitrages

TIPP: Je mehr Detailbilder ihr von einer Pflanze zeigt, also zum Beispiel Gesamtaufnahme der Pflanze, Blatt + Blüte von oben und unten, Stängel unten + oben, Früchte oder weiteres, desto größer ist der Bestimmungserfolg und die Artansprache hier im Forum.
Weiterhin viel Spass im Forum :)
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Wolfstrapp
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Crepis?

Beitrag von Wolfstrapp » 17.09.2019, 12:04

Hallo,
diese Pflanze fand ich gestern auf einer unseren Augsburger Heiden. Den auffallenden Hüllblättern nach würde ich sie zu Crepis einordnen, aber die Stängelblätter passen zu keiner mir bekannten Art. Grundblätter waren keine mehr vorhanden. Ich bitte um Bestimmung.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang
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Wolfstrapp
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Re: Crepis?

Beitrag von Wolfstrapp » 17.09.2019, 12:05

hier noch weitere Bilder
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Wolfstrapp
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Re: Crepis?

Beitrag von Wolfstrapp » 25.09.2019, 18:43

Ich hole die Anfrage einfach noch einmal nach oben, verbunden mit einer Vermutung. Könnte die Pflanze etwas mit Picris hieracoides zu tun haben? In den Beschreibungen heißt es: die Spezies ist sehr variantenreich.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang

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Anagallis
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Re: Crepis?

Beitrag von Anagallis » 25.09.2019, 21:28

Nein, kein Picris. Es besteht eine große Ähnlichkeit zu den Bildern von Crepis nicaeensis auf Flora-De:
http://blumeninschwaben.de/Zweikeimblae ... hnab.htm#5

Aber ohne die Art aus eigener Anschauung zu kennen mag ich mich da ohne Bilder der Früchte und der Behaarung der Innenseite der Hüllblätter nicht festlegen.

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botanix
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Re: Crepis?

Beitrag von botanix » 25.09.2019, 21:51

Hallo,

scheint mir eher ein sehr untypisch beblätterter Nachblüher von Crepis biennis zu sein.

Gruß
Peter
alte Botanikerweisheit: man sieht nur was man kennt

Wolfstrapp
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Re: Crepis?

Beitrag von Wolfstrapp » 27.09.2019, 19:25

Hallo,

vielen Dank für Eure Bestimmungshilfen. Ich habe noch bei unseren bayer. Botanikfachleuten nachgefragt und dazu folgende Antwort erhalten:

"Lieber Herr Winter,
Ihr Foto zu cf. Picris hieracioides habe ich herumgeschickt. Wir waren uns nicht einig, aber A. Fleischmann meinte, dass es solche Formen von Picris hieracioides auf der Lechheide gibt.
Schöne Grüße
Lenz Meierott"

Ich würde sagen, wir lassen es für heuer dabei und ich werde nächstes Jahr Herbarbelege einschicken.

Mit freundlichen Grüßen aus Bayern
Wolfgang

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Anagallis
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Re: Crepis?

Beitrag von Anagallis » 27.09.2019, 21:04

Herbarbelege einschicken bei Verdacht auf Picris? Faß' einfach die Blätter an. P. h. hat durch Widerhaken sehr rauhe Blätter. Auf dem Blattfoto ist davon auch nicht annäherungsweise etwas zu sehen.

Wolfstrapp
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Re: Crepis?

Beitrag von Wolfstrapp » 28.09.2019, 14:20

Hallo,

heute ist noch eine Stellungnahme von Dr. Andreas Fleischmann dazu eingetroffen:

"Was für etiolierten Crepis biennis sprechen würde, sind die Brakteen am Köpfchenstiel. Reife Achänen würden sofort Klarheit bringen, falls Herr Winter die Pflanze noch hat?"

Das würde für die Vermutung von Peter und für den Einwand von Anagallis sprechen. Doch leider habe ich die Pflanze nicht mehr. Nachdem ich über eine Woche nichts gehört hatte und die Pflanze schon ziemlich hinüber war, landete sie in der Biotonne, die gestern abgeholt wurde. :cry:
Des Rätsels Lösung also erst nächstes Jahr.

Mit freundlichen Grüßen aus Bayern
Wolfgang

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Anagallis
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Re: Crepis?

Beitrag von Anagallis » 28.09.2019, 15:36

Da braucht man nicht bis zum nächsten Jahr zu warten, um P. h. gänzlich ausschließen zu können.

* Die Blattform paßt überhaupt nicht. P. h. hat keine gestielten Blätter. Bei unterentwickelten C.-b.-Blättern gehört nicht viel Phantasie dazu, sich eine lange, schmale Blattspreite vorzustellen mit einem langen "Scheinstiel", weil die Lappen fehlen.
* Keine Spur einer Zähnung am Blattrand.
* Bei P. h. ist die ganze Pflanze mit widerhakigen Haaren besetzt. Auf den Bildern keine Spur davon.
* Der schlanke, aufrechte Habitus paßt bestens zu C. b. und überhaupt nicht zum P. h., der sich lieber kreuz ud quer sparrig verzweigt.
* Auch schlecht entwickelte P.-h.-Exemplare sind doch eher robust. Immerhin ist es eine ausdauernde Pflanze.

C. n. ziehe ich zurück; C. b. paßt besser zu einigen Details.

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