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Oplismenus undulatifolius (eine Hirse)

Wer eine Wildpflanze aus Europa bestimmt haben möchte, kann hier eine Bestimmungsanfrage dazu stellen.

Moderatoren: akw, Jule

Forumsregeln
1. Bildanhänge für Themen und neue Beiträge dürfen nicht größer als 800 x 600 sein, ansonsten funktioniert der Upload nicht!

2. Bitte zu jeder Anfrage einen Fundort (Land,Stadt, Umgebung, Habitat etc.) und Funddatum angeben
3. Bitte nicht mehr als 3 Pflanzen pro Thema anfragen (wird sonst unübersichtlich)
4. Herbarium-Anfragen von Schülern und Studenten werden NUR noch mit eigenen Bestimmungsversuchen akzeptiert - Sonst Löschung des Beitrages

TIPP: Je mehr Detailbilder ihr von einer Pflanze zeigt, also zum Beispiel Gesamtaufnahme der Pflanze, Blatt + Blüte von oben und unten, Stängel unten + oben, Früchte oder weiteres, desto größer ist der Bestimmungserfolg und die Artansprache hier im Forum.
Weiterhin viel Spass im Forum :)
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olrett
Beiträge: 3
Registriert: 26.07.2019, 10:42

Oplismenus undulatifolius (eine Hirse)

Beitrag von olrett » 26.07.2019, 11:24

Guten Tag in die Runde,

Ich versuche seit geraumer Zeit dahinterzukommen, was das für eine Pflanze ist:
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Sie wächst im schattigen Bereich am Rand von Laubwäldern und auf schattigen Lichtungen und wenig begangenen Wegen, meist in kleinen Beständen.

Nachbarpflanzen sind u.a. Geflecktes Lungenkraut, Gemeiner Bärenklau, Esche, Erle, Ahorn, Hasel, Esskastanie, Robinie. An einer Stelle habe ich auch zwei Grüne Nieswurzen gesehen, und die wächst laut Wikipedia "in Mitteleuropa am besten in tiefgründigen, humusreichen, kalkhaltigen und mullreichen Lehmböden in Wäldern und Gebüschen. Sie kommt besonders in Gesellschaften der Ordnung Fagetalia vor."

Das kommt hin, auch beim Lungenkraut: "Das Gefleckte Lungenkraut wächst in krautreichen Laub- und Buchenmischwäldern sowie deren Rändern vom Flachland bis ins Gebirge bis in Höhenlagen von etwa 1300 Metern. Im Süden ist es häufiger als im Norden. Es gedeiht am besten auf frischen, nährstoff- und basenreichen, meist kalkhaltigen, steinigen oder reinen Ton- und Lehmböden. Es ist eine Charakterart der Ordnung Fagetalia und kommt besonders in Gesellschaften der Verbände Fagion und Alno-Ulmion vor."

Auffällig ist m.E. die "geschipperte" Fläche des Blatts. Sieht auf den ersten Blick aus, als wären die Querstreifen nur auf die Wellen zurückzuführen, aber die angedeuteten Streifen sind auch im Gegenlicht zu erkennen.

Hier weitere Bilder:
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Größenvergleich mit meiner Hand
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Unterseite
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Gruppe
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Zuletzt geändert von olrett am 27.07.2019, 19:14, insgesamt 1-mal geändert.

olrett
Beiträge: 3
Registriert: 26.07.2019, 10:42

Re: Ein Gras, aber was für eins?

Beitrag von olrett » 26.07.2019, 11:35

Fortsetzung
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Inmitten vom Lungenkraut
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Ich tippe auf eine Poa, Panicum, werde aber nirgends fündig.

In der Wuchsform (niedrig, relativ flach am Boden, relativ breite Blätter, teilweise behaart) finde ich sie das ganze Jahr über. Dort, wo jetzt im Sommer mehr Licht durch das Laub kommt, streckt sie sich etwas in die Höhe, der Stengel ist dünn und die Blätter erscheinen grasiger. Sie bleibt aber klein, das höchste waren so an die 25 cm, was ich bisher gesehen habe (noch keine Bilder gemacht).

Rhizome bildet die Pflanze keine.

Aufgefallen ist sie mir, weil ich sie das erste Mal entsetzt für einen Bambusspross gehalten hatte (ich versuche nämlich, an anderer Stelle einem Bambuswald Einhalt zu gebieten), war dann aber heilfroh, dass sie doch kein Bambus ist.

Diese Pflanze wächst ausschließlich unter Bäumen in feucht-schattiger Umgebung. Sonne scheint sie gar nicht zu mögen, aber auch nicht den Schatten von Ruderalstauden.

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Hegau
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Re: Ein Gras, aber was für eins?

Beitrag von Hegau » 26.07.2019, 12:33

Leider schreibst du nichts zur Fundregion. Tippe aber mal auf Südalpen und dann auf Oplismenus undulatifolius.

Gruß Thomas
Online-Exkursionsflora für den Alpenraum http://www.tkgoetz.homepage.t-online.de ... ahome.html

Bestimmungsschlüssel und Kartierung der Laufkäfer Baden-Württembergs http://www.tkgoetz.homepage.t-online.de/Laufkaefer.html

olrett
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Re: Ein Gras, aber was für eins?

Beitrag von olrett » 26.07.2019, 12:54

Thomas, danke, vielen Dank! Du bist eine Kanone! :-D

Habe eben den englischen Wikipedia-Eintrag dazu gelesen.

Stimmt alles, laut Uni Triest eingebürgert:
http://dryades.units.it/FVG/index.php?p ... 0&num=3906

Fundort hatte ich tatsächlich unterschlagen, hast recht, sorry: Nordost-Italien, Region Friaul-Julisch Venetien, Voralpen-Hügelland bei Cividale (Udine), Weinbaugebiet, unweit der Staatsgrenze zu Slowenien, Waldrand auf 180 m Höhe.

Mensch, was habe ich an Zeit reingehängt, um die zu bestimmen! Und Du - zack! Ich bin begeistert! Nochmals vielen Dank!

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