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Pflanzen im rekultivierten Bergbaugelände

Wer eine Wildpflanze aus Europa bestimmt haben möchte, kann hier eine Bestimmungsanfrage dazu stellen.

Moderatoren: akw, Jule

Forumsregeln
1. Bildanhänge für Themen und neue Beiträge dürfen nicht größer als 800 x 600 sein, ansonsten funktioniert der Upload nicht!

2. Bitte zu jeder Anfrage einen Fundort (Land,Stadt, Umgebung, Habitat etc.) und Funddatum angeben
3. Bitte nicht mehr als 3 Pflanzen pro Thema anfragen (wird sonst unübersichtlich)
4. Herbarium-Anfragen von Schülern und Studenten werden NUR noch mit eigenen Bestimmungsversuchen akzeptiert - Sonst Löschung des Beitrages

TIPP: Je mehr Detailbilder ihr von einer Pflanze zeigt, also zum Beispiel Gesamtaufnahme der Pflanze, Blatt + Blüte von oben und unten, Stängel unten + oben, Früchte oder weiteres, desto größer ist der Bestimmungserfolg und die Artansprache hier im Forum.
Weiterhin viel Spass im Forum :)
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Andreas Melzer
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Pflanzen im rekultivierten Bergbaugelände

Beitrag von Andreas Melzer » 19.06.2019, 19:46

Hallo zusammen,
mein Name ist Andreas Melzer. Ungefähr zwanzig Jahre lang befasste ich mich mit Pilzen, jetzt versuche ich meine botanischen Kenntnisse hervor zu kramen. Leider wurden diese in den vergangenen 3 bis 4 Jahrzehnten arg verschüttet. Viel Literatur habe ich momentan auch nicht zur Hand. Also gebe ich der Versuchung nach und frage zunächst in die Runde.
Beide Pflanzen wuchsen am 9.6.19 in der Flur Delitzsch/Sachsen im rekultivierten Bergbaugelände. Eine Mischung aus Trockenrasen und Ruderal.

Pflanze 1 ist sicher leicht und sofort zu erkennen (außer von mir). Die Knospen sind sehr merkwürdig; die Pflanze ist sehr klebrig und hat einen aromatischen Geruch.
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Pflanze 2 erinnert mich an Coreopsis. Wie falsch liege ich?
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Für jeden Hinweis immer dankbar!
Beste Grüße,
Andreas

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Arthur
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Re: Pflanzen im rekultivierten Bergbaugelände

Beitrag von Arthur » 19.06.2019, 20:11

Die obere Pflanze gehört zur Gattung Grindelia. Vermutlich Grindelia robusta.
Die untere könnte Coreopsis lanceolata sein.
Man darf vom Einzelnen nicht auf das Ganze schließen!

Kraichgauer
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Re: Pflanzen im rekultivierten Bergbaugelände

Beitrag von Kraichgauer » 19.06.2019, 21:06

Nr. 1 ist Grindelia squarrosa. Die ist dort vielfach in den Sandruderalen verwildert, ich habe sie 2017 selber bei der GEFD-Oenothera-Exkursion photographiert.
Bei Nr. 2 stimme ich zu, eine Coreopsis, aber welche, da bräuchte man mehr Details.

Gruß, Michael

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Arthur
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Re: Pflanzen im rekultivierten Bergbaugelände

Beitrag von Arthur » 19.06.2019, 21:22

Kraichgauer hat geschrieben:
19.06.2019, 21:06
Nr. 1 ist Grindelia squarrosa. Die ist dort vielfach in den Sandruderalen verwildert, ich habe sie 2017 selber bei der GEFD-Oenothera-Exkursion photographiert.
Bei Nr. 2 stimme ich zu, eine Coreopsis, aber welche, da bräuchte man mehr Details.

Gruß, Michael
Nach den Fotos die ich gefunden hatte kam ich auf G. robusta. Wie unterscheiden sich die beiden Arten Michael?
Man darf vom Einzelnen nicht auf das Ganze schließen!

Kraichgauer
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Re: Pflanzen im rekultivierten Bergbaugelände

Beitrag von Kraichgauer » 19.06.2019, 22:37

Also erstens ist "Grindelia robusta Nutt." mittlerweile ein Synonym von Grindelia hirsutula Hook. & Arn.

Zweitens ist nach der Buttler'schen Florenliste praktisch nur Grindelia squarrosa in Deutschland verwildert, plus ein Einzelfund von Grindelia decumbens Greene aus Rheinland-Pfalz. Schon daher muss es G. squarrosa sein. Von G. hirsutula gibt es nur Verwilderungsangaben aus England.

Drittens kann man die Gattung bei Interesse hier schlüsseln: http://www.efloras.org/florataxon.aspx? ... _id=114086.
Vgl. Abzweigung gleich bei Couplet 2: Grindelia hirsutula (= robusta) ist eine eher strauchig wachsende Art.

Gruß, Michael
Zuletzt geändert von Kraichgauer am 20.06.2019, 09:37, insgesamt 1-mal geändert.

Kraichgauer
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Re: Pflanzen im rekultivierten Bergbaugelände

Beitrag von Kraichgauer » 20.06.2019, 09:37

Nachtrag: Die Persistenz des Namens "Grindelia robusta" scheint von den Homöopathen zu kommen. Die verkaufen ihre Tinkturen immer noch unter diesem Namen, und teilweise auch die esoterisch orientierten Gartenhändler. Das hat offensichtlich einige Namensverwirrung ausgelöst.
Nach allem, was ich sehen kann, ist mit "Grindelia robusta sensu Homöopathie" die botanische Grindelia squarrosa gemeint, während Grindelia robusta Nutt. wie schon oben geschrieben ein Synonym von G. hirsutula ist.

Gruß, Michael

Andreas Melzer
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Re: Pflanzen im rekultivierten Bergbaugelände

Beitrag von Andreas Melzer » 20.06.2019, 10:00

Hallo zusammen,
herzlichen Dank! Super!
Beste Grüße,
Andreas

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