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Utricularia australis?

Wer eine Wildpflanze aus Europa bestimmt haben möchte, kann hier eine Bestimmungsanfrage dazu stellen.

Moderatoren: akw, Jule

Forumsregeln
1. Bildanhänge für Themen und neue Beiträge dürfen nicht größer als 800 x 600 sein, ansonsten funktioniert der Upload nicht!

2. Bitte zu jeder Anfrage einen Fundort (Land,Stadt, Umgebung, Habitat etc.) und Funddatum angeben
3. Bitte nicht mehr als 3 Pflanzen pro Thema anfragen (wird sonst unübersichtlich)
4. Herbarium-Anfragen von Schülern und Studenten werden NUR noch mit eigenen Bestimmungsversuchen akzeptiert - Sonst Löschung des Beitrages

TIPP: Je mehr Detailbilder ihr von einer Pflanze zeigt, also zum Beispiel Gesamtaufnahme der Pflanze, Blatt + Blüte von oben und unten, Stängel unten + oben, Früchte oder weiteres, desto größer ist der Bestimmungserfolg und die Artansprache hier im Forum.
Weiterhin viel Spass im Forum :)
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Dennis Rupprecht
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Utricularia australis?

Beitrag von Dennis Rupprecht » 10.08.2018, 17:58

Hallo!

In Bayern, ein Gebiet mit vielen zur Fischzucht genutzten Teichen.
Das letzte Mal 2014, und dieses Jahr hab ich dort Wasserschläuche gefunden.

Habe sie als Utricularia australis bestimmt. Die Art sollte sicher sein?
Warum ich nachfrage, ist wegen den Kapseln. Bei ,,Blumen in Schwaben,, steht, dass sie nach dem Abblühen ohne Frucht bleiben. Und auf Wikipedia steht dass sie extrem selten Früchte ausbilden. Bisher sind Solche nur in Japan/China nachgewiesen.

Sind Früchte wirklich so extrem selten?
Auf dem zweiten Bildern sind meiner Meinung nach solche Kapselfrüchte (etwa 3mm) und ein Samen zu sehen. Und es gibt dort noch einige mehr.

Grüße,
Dennis
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Kraichgauer
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Re: Utricularia australis?

Beitrag von Kraichgauer » 11.08.2018, 19:01

Also dass es Utricularia australis ist, kann ich gerne bestätigen. Das mit den angeblichen fehlenden Früchten ist mir neu, da kann ich nichts dazu sagen.
Gruß, Michael

Dennis Rupprecht
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Re: Utricularia australis?

Beitrag von Dennis Rupprecht » 12.08.2018, 12:16

Danke für die Bestätigung Michael!

Habe noch mal geschaut, hier ist ein informativer Link über die beiden Arten U.vulgaris und U.australis.
https://www.botanik-bochum.de/jahrbuch/ ... lgaris.pdf

Auf Seite 5, der letzte Satz vor den Blütenbildern: Im Gegensatz zu U.vulgaris wurde von U.australis noch keine reifen Früchte in Deutschland beobachtet. Aus 2011.
Vielleicht wird anstatt den fehlenden Früchten lediglich die Fruchtreife gemeint? Die Früchte auf meinen Fotos sind noch nicht reif.

Ansonsten hab ich auf verschiedenen Seiten gefunden: Früchte extrem selten / stets fehlend / gar nicht ausgebildet / nicht in Deutschland beobachtet.

Grüße,
Dennis

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Anagallis
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Re: Utricularia australis?

Beitrag von Anagallis » 12.08.2018, 13:27

Dennis Rupprecht hat geschrieben:
12.08.2018, 12:16
Ansonsten hab ich auf verschiedenen Seiten gefunden: Früchte extrem selten / stets fehlend / gar nicht ausgebildet / nicht in Deutschland beobachtet.
Das bedeutet in der Regel bloß, daß sie alle aus der Gerüchtepedia abschreiben, und nicht. daß die Information besonders gut belegt ist. Eine Quelle wird ebenda für diese Behauptung übrigens nicht angegeben.

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Re: Utricularia australis?

Beitrag von Anagallis » 12.08.2018, 13:52

Zitat: Glück, 1936: "Früchte sehr selten. Früchte kugelig, ca. 4 mm dick. Etwas kleiner als die von U. vulgaris."

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Re: Utricularia australis?

Beitrag von Anagallis » 12.08.2018, 13:59

Falls Du einen Beleg davon hast oder noch einen sammeln kannst, könntest Du den ans Naturkundemuseum Karlsruhe schicken?

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Re: Utricularia australis?

Beitrag von Kraichgauer » 12.08.2018, 17:20

Hm? Warum denn SMNK? Der Fundort war in Bayern, und im SMNK gibt es demnächst noch nicht mal ein(e) Zuständig(e)?

Gruß, Michael

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Re: Utricularia australis?

Beitrag von Kraichgauer » 12.08.2018, 17:21

Gelöscht, verdoppelt, sorry

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Re: Utricularia australis?

Beitrag von Dennis Rupprecht » 12.08.2018, 19:54

Hallo Anagallis!

Belege von den Früchten? Unreif und/oder reif, und per Foto oder eingelegt dorthinschicken?
Übernächste Woche will ich eh nochmal hin weil ich da Zwergholunder dokumentiere. Und eben um zu gucken ob (Voll-)reife Früchte vom Wasserschlauch zu finden sind. Ich weiß ja nicht ob die schon reif sind, bzw. wenn, dann werden sie wahrscheinlich noch braun und trocken.

Grüße,
Dennis

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Re: Utricularia australis?

Beitrag von Anagallis » 12.08.2018, 21:01

Dennis Rupprecht hat geschrieben:
12.08.2018, 19:54
Belege von den Früchten? Unreif und/oder reif, und per Foto oder eingelegt dorthinschicken?
Von der ganzen Pflanze bzw. einen kompletten Trieb, gepreßt, mit den üblichen Angaben für einen Herbarbeleg (damit kenne ich mich nicht aus). So ein Beleg wäre äußerst nützlich, weil die Früchte wirklich nur sehr selten zur Reife kommen. Bei einer schnellen Literaturrecherche war da praktisch nichts zu finden. Glück hat 1906 noch geschrieben, er hätte nie Früchte gesehen und dann 1936 davon, daß sie so selten sind. Anscheinend hat er in diesem dreißig Jahren welche zu Gesicht bekommen, aber es ist völlig unklar, ob die aus Mitteleuropa stammten oder von sonstwo. Auf Deinen Bildern sieht es nach relativ frischen Fruchtknoten aus; der Knubbel unten rechts sind vielleicht bloß die Samenanlagen, aber völlig unentwickelt sieht das auch nicht aus. Falls es am Standort tatsächlich Früchte mit entwickelten Samen geben sollte, wäre das eine große Rarität. Aber besser ein Beleg mit unreifen Früchten als gar keiner.

Die Pflanzen vermehren sich normalerweise (zumindest in Mitteleuropa) vegetativ über Turionen, die im Herbst abfallen, auf den Grund sinken und dort neu austreiben.

Dennis Rupprecht
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Re: Utricularia australis?

Beitrag von Dennis Rupprecht » 31.07.2020, 17:42

Hallo!

Vielleicht interessiert es den einen oder anderen:
Ich habe den Fund neulich bei Bayernflora gemeldet. (Die Idee kommt mir jetzt, nach 2 Jahren).

Ein Mitarbeiter dort, der sich mit Wasserschläuchen auskennt, hatte geantwortet:
- Das die Art eigentlich nicht fruchten kann, da es sich um eine sterile Sippe handelt aufgrund missgebildeter Pollen.
- Das die Art keine Früchte, sondern nur verkümmerte Kapseln ausbildet. Es handelt sich aber um einen durchaus bemerkenswerten Fund, welcher an einen Kollegen weitergeleitet wird, der sich damit beschäftigt.

@Anagallis: Dem Naturkundemuseum Karlsruhe habe ich damals eine Email geschickt, aber keine Antwort erhalten.

Grüße,
Dennis

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