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Eine Traubenhyazinthe

Wer eine Wildpflanze aus Europa bestimmt haben möchte, kann hier eine Bestimmungsanfrage dazu stellen.

Moderatoren: akw, Jule

Forumsregeln
1. Bildanhänge für Themen und neue Beiträge dürfen nicht größer als 800 x 600 sein, ansonsten funktioniert der Upload nicht!

2. Bitte zu jeder Anfrage einen Fundort (Land,Stadt, Umgebung, Habitat etc.) und Funddatum angeben
3. Bitte nicht mehr als 3 Pflanzen pro Thema anfragen (wird sonst unübersichtlich)
4. Herbarium-Anfragen von Schülern und Studenten werden NUR noch mit eigenen Bestimmungsversuchen akzeptiert - Sonst Löschung des Beitrages

TIPP: Je mehr Detailbilder ihr von einer Pflanze zeigt, also zum Beispiel Gesamtaufnahme der Pflanze, Blatt + Blüte von oben und unten, Stängel unten + oben, Früchte oder weiteres, desto größer ist der Bestimmungserfolg und die Artansprache hier im Forum.
Weiterhin viel Spass im Forum :)
Gregor
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Beitrag von Gregor » 14.04.2007, 16:57

Hallo,

ja Kevin, Commander hat recht und auch du liegst mit der Kleinen Traubenhyazinthe, Muscari botryoides goldrichtig! Dazu ergänzend noch folgendes: Die Armenische Traubenhyazinthe, Muscari armeniacum bildet bereits im Herbst Blätter, die dann überwintern. Je nach der Härte des Winters sehen die Blätter dann mehr oder weniger lediert aus, vor allem die Blattspitzen sind häufig bereits eingetrocknet oder gar weggegammelt. Außerdem liegen die Blätter der Armenischen Traubenhyazinthe meist riemenförmig am Boden.
Die Kleine Traubenhyazinthe, Muscari botryoides, bildet ihre Blätter erst im Frühjahr, sie stehen in der Regel aufrecht und weisen eine deutliche kapuzenartige Spitze auf.

Schöne Grüße aus Kiel

Gregor

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Wal
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Beitrag von Wal » 14.04.2007, 17:08

Hi Gregor!

Laut floraweb ist M. botryoides eher selten, oder?
Grüsse Kevin

Gregor
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Beitrag von Gregor » 14.04.2007, 17:42

Hallo Kevin,

flora.web richtet sich an der Standardliste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands und an dem Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands aus. Dort wird zwar gesagt bzw. geschrieben, dass die Kleine Traubenhyazinthe, Muscari botryoides eher selten sei. Das gibt aber nur den damals zugrunde gelegten Kenntnisstand wieder. In Wahrheit ist sie überhaupt nicht selten und verwildert z. B. in ganz Schleswig-Holstein am häufigsten von allen Traubenhyazinthen! Ich denke, dass das in anderen Teilen Deutschlands auch nicht viel anders aussieht. Es ist einfach so, das verwildernde Gartenpflanzen von den Botanikern lange Zeit sträflich vernachlässigt worden sind. (Auch Wissenschaftler kochen nur mit Wasser). Und diese Traubenhyazinthe hält sich auch ewig lange und kommt regelmäßig wieder. Im Gegensatz dazu verschwindet an einigen Standorten (nicht an allen) die Armenische Traubenhyazinthe, Muscari armeniacum nach ein paar Jahren häufig wieder. An anderen für sie günstigeren Stellen kann sie sich dagegen ebenfalls halten.

Schöne Grüße aus Kiel

Gregor

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Wal
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Beitrag von Wal » 14.04.2007, 17:50

Hallo Gregor,

ist schon ziemlich schnelllebig, die Botanikwelt. :lol:
Vielen Dank für deine ehrliche und objektive Antwort!
In meinem Farbatlas "Geschützte und gefährdete Pflanzen", aus dem Ulmer-Verlag, wird sie noch als "besonders geschützt" ausgewiesen. :?
Grüsse Kevin

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The Commander
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Beitrag von The Commander » 14.04.2007, 17:56

Man sollte das "Verwildern" aus Gärten unbedingt versuchen, zu verhindern, das verfälscht die natürliche gewachsene, einheimische Pflanzenwelt! :D

Gregor
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Beitrag von Gregor » 14.04.2007, 18:44

Hallo Commander,

das ist aber eine ziemlich extreme Sichtweise. Man wird das Verwildern von Gartenpflanzen wohl kaum jemals gänzlich verhindern können. Wie sollte man das auch anstellen? Man könnte Verwilderungen von Gartenpflanzen, solange sie keine einheimischen Pflanzen verdrängen (und das sind eher seltene Fälle), auch als Bereicherung der einheimischen Flora betrachten. Zudem spiegelt sich in den derzeitigen Veränderungen, zumindest zum Teil, wohl auch der Klimawandel wider.

Schöne Grüße aus Kiel

Gregor

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