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Frullania dilatata; Breites Wassersackmoos

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Tharandter
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Frullania dilatata; Breites Wassersackmoos

Beitrag von Tharandter » 21.04.2017, 10:28

Ein weiteres epiphytisches und sehr bemerkenswertes Lebermoos, ist das Breite Wassersackmoos (Frullania dilatata). Es ist fast immer mit Radula complanata vergesellschaftet, zeigt aber im Vergleich zu diesem eine wesentlich höhere Luftqualität an. So ist dieses schwärzlich-grüne bis dunkelbraune Moos oft nur in Bergregionen zu finden oder in Gegenden weit ab von Ballungszentren.


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Durch seine schwarze Farbe wirkt es auf den Betrachter aus der Ferne womöglich wie eine faulige Stelle am Holz, es ist jedoch Ausdruck einer besonderen Gesundheit seiner Umgebung.

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Das Moos bildet so genannte Ölkörper aus, eine bestimmte Form von Zellen, die nur bei Lebermoosen vorkommt. Diese Öle sorgen auch für den teils charakteristischen Geruch einiger Lebermoose, bspw. nach Terpentin. Die Öle wirken wohl antibakteriell und gegen Pilze.

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Die besondere Eigenschaft des Wassersackmooses ist aber ohne Zweifel die Bildung von "Wassersäcken" in denen bestimmte Organismen leben, von denen sich bspw. Räder- und Bärtierchen ernähren. Die Ausscheidungen dieser Mikroorganismen werden von bestimmten Zellen des Wassersackmooses aufgenommen und verwertet. Eine erstklassige Symbiose!


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Wie kaum ein andere Moos ist das Wassersackmoos ein Bioindikator für hohe Luftreinheit und wer also Urlaub in einem Luftkurort macht und dieses Moos nicht mindestens an einem Laubbaum findet, der kann getrost zum Rathaus gehen und den Titel anzweifeln. ;)

Also Augen auf an Laubholzborke, vlt. ist der nächste "Schwarze Fleck" am Baum ein Moos, dass kleine Tierchen als Untermieter hat. :D

Viele Grüße
Tharandter
Zuletzt geändert von Tharandter am 21.04.2017, 10:38, insgesamt 2-mal geändert.

Tharandter
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Re: Frullania dilatata; Breites Wassersackmoos

Beitrag von Tharandter » 21.04.2017, 10:34

Wer darüber mehr erfahren möchte, den empfehle ich folgende Publikation http://www.zobodat.at/pdf/Mikrokosmos_102_1_0001.pdf.

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