hier nun der versprochene Beitrag. Ich brauchte ein paar Tage um die Arten nachzubestimmen und umzubenennen. Die meisten habe ich nun auch
Vorneweg: Leider hatte es zu dem Zeitpunkt seit ca. 11 Monaten nicht mehr auf Teneriffa geregnet, die ganzen Therophyten etc. blieben uns also verborgen, leider. Wir haben demnach verhältnissmäßig wenig gesehen. Da es für viele Arten keine deutschen Namen gibt, werde ich hier weitgehenst mit den wissenschaftlichen jonglieren.
Am 21.03.2012 bin ich von der Uni aus nach Teneriffa geflogen. Das dumme daran war, dass ich mir kurz vorher durch ein kurzes Umknicken einen Totalschaden im rechten Fuß mit mehrfachen Bänderriss und Knochenabbruch zugezogen hatte. Dennoch wollte ich mit. Leider war es mit dem Fotografieren und Anschluss an die Gruppe nicht verlieren nicht immer leicht, sodass lange nicht alle Bilder so geworden sind, wie ichs gerne gehabt hätte. Ich hoffe dennoch, dass euch der Beitrag gefallen wird.
Um 17 Uhr kamen wir mit dem Bus in unserer Residenz ganz im Norden von Teneriffa - im Atlantis Park Hotel in Punta del Hidalgo an. Das Wetter war super und versprach für die nächsten Tage auch nicht schlechter zu werden.
Am morgen des 22.03 sind wir zu Fuß durch Punta del Hidalgo Richtung Küste gewandert um von dort in den Barranco Seco östl. Punta del Hidalgo aufzusteigen. Auf dem Weg durchs Dorf botanisierte ich schonmal die Pflasterritzenvegetation und Ruderalflächen.
Punta del Hidalgo
In Gärten stand immer mal wieder ein schöner Hibiskus: Hibiscus rosa-sinensis L.
Polycarpaea latifolia Willd. - Breitblättrige Vielfrucht (dickblättrig, kahl)
An der Küste angekommen, konnte man den flachen Sukkulentenbusch sehen, der dort langsam in die Halophytenvegetation übergeht. Auch hier konnte ich einige typisch Vertreter finden.
Rumex lunaria L. - Kanarenampfer ist im Grunde genommen sowohl im Halophyten Bereich, als auch im kompletten Sukkulentenbusch vertreten.
Am Wegrand fanden sich immer mal wieder Ruderalpflanzen, wie
Erodium malacoides (L.) L`Her. in Aiton
oder aber auch Hyoscyamus albus L. - Weißes Bilsenkraut
sowie die Niederliegende Rübe (Patellifolia procumbens (C. Sm. ex Hornem.) A. J. Scott, Ford-Lloyd & J. T. Williams), welche recht leicht an ihrem herzförmigen Blattgrund zu erkennen ist.
Typisch für den Gischtbereich an den Küsten ist die Nymphendolde (Astydamia latifolia (L. f.) Baill.) die ebenfalls sehr oft dort zu sehen war.
Hier nun ein Blick in die Richtung des Barranco:
Arten die sich in diesem Sukkulentenbusch finden sind unter anderem:
Cuscuta planiflora Ten. an Nicotiana glauca (fruchtend) - Eine Nesselseide
Agave americana L. - Neophyt
Ageratina adenophora (Spreng.) R. M. King & H. Rob. - Weißer Wasserdost (Neophyt)
Lavandula minutolii Bolle - weißwollig, Kelch länger als Tragblätter
Ceballosia fruticosa (L. f.) G. Kunkel
Periploca laevigata Aiton - Glatte Baumschlinge - hier fruchtend
Ein Blick zurück
Während der Weg am Anfang noch eher einer Autobahn glich, ging es nun richtig in den Barranco mit Geröll, klettern und auch vielen Brombeeern. Mein Fuß dankte es mir.
Im Geröll konnten dann immer mal wieder kleine Arten wie
Campanula erinus L. - Raue Glockenblume
oder Lobularia canariensis (DC.) L. Borgen ssp. intermedia (Webb) L. Borgen (cremeweiße Blüten, Kronblätter entfernt stehend)
gefunden werden.
Eine Charackterart des Sukkulentenbusches ist die Euphorbia canariensis L. mit ihrem kandellaberartigen Wuchs. Sie ist dort neben den neophytischen Opuntien-Arten Bestandsbildend.
Aussicht
Typisch für die Kanarischen Inseln ist eine hohe Anzahl an Endemiten. Man kann das vor allem an der Adaptiven Radiation von den Dickblattgewächsen beobachten, von denen wir einige zu Gesicht bekamen. Wie zum Beispiel dieser Vertreter:
Aichryson laxum (Haw.) Bramwell
Pterocephalus virens Webb & Berthel. wird gerne von den Ziegen gefressen, wir hatten Glück eine blühend zu sehen.
Aeonium canariense (L.) Webb & Berthel. - typisch ist hier die fein behaarte Blattfläche