Hallo,
Agrostemma githago wird nachgesagt, dass die Samen nur ein Jahr keimfähig bleiben. Echte Wildvorkommen sind meist nur noch aus Ackerwildkrautreservaten bekannt. Ruderalvorkommen beruhen regelmäßig auf Ansaaten und Gartenauswurf. Warum sollte es bei der nichteinheimischen A. gracile anders sein? Gerade siedlungsnahe Brachflächen werden von den Anliegern, aber auch von weiter weg wohnenden, gerne als "Deponie" genutzt. Die Pflanze muß im Umkreis kultiviert worden sein, anders lässt sich das Vorkommen nicht erklären. Das zwei Anwohner die Pflanze nicht kennen, besagt nicht viel. Lila & ich kannten sie bislang ja auch nicht

- - - Interessanter Adventivfund, der sich wohl kaum etablieren wird. Andererseits ist auf die Unterscheidung zur sehr ähnlichen A. githago vielleicht auch noch gar nicht geachtet worden, siehe Großbritannien (Zitat STACE weiter oben) und daher verwechselt worden.
Weder in Rothmaler 2,3,4 noch 5 (Zierpflanzenband!) Oberdorfer, Flora Baden-Württemberg oder Exkursionsflora Österreich enthalten.
Bei MEIEROTT, Flora der Haßberge, findet sich noch der Hinweis auf eine var. microcalyx Rupr. (nicht bei IPNI aufgeführt
http://www.ipni.org/ipni/advPlantNameSe ... lantsearch), die wohl A. gracile sehr ähnelt. Von dieser glaubt MEIEROTT nicht, das sie in Ansaaten enthalten ist. Schreibt aber auch, dass eine Differenzierung der Sippen schwierig ist.
Beim Vergleich mit den im Web gezeigten Fotos und der Beschreibung in Flora Europaea scheint mir A. gracile plausibel. Die Sorte "Milas" von A. githago könnte zu A. gracile gehören.
Gruß
Peter